Zitat von Gorch_Fock:Das mit den Tupper-Dosen ist auch mega dreist. Ich finds immer wieder spannend, was sich die Parteien in Affairen rausnehmen.
Ich erkläre es mir damit, dass die gefühlte Verbundenheit zu dem neuen Partner schon viel größer ist als zu seinem Expartner. Ich weiß ja z.b. gar nicht genau, wie lange das schon ging und vielleicht gebe ich mir zu unrecht die Schuld wegen meiner Arbeit. Mind. 1,5 Jahre, das war das, was er mir gesagt hat. Man kann wohl davon ausgehen, dass es eher noch länger lief.
Nun habe ich z.B. natürlich rückblickend viel aus der Sache gelernt, auch, was ich falsch gemacht habe. Nur ist das in der Theorie grad mit dem Wissen der Vergangenheit leicht gesagt.. aber wenn man in einer langen Beziehung lebt, gibt es ja durchaus mal Phasen, wo man es vielleicht nicht immer alles richtig händelt oder priorisiert, wer kann schon 20 Jahre lang alles richtig machen?
Heutzutage würde ich es wahrscheinlich einfach nicht mehr zulassen, dass meine Arbeit mich so in Anspruch nimmt, dass andere Dinge mal etwas hinten anstehen, weil ich weniger Zeit investieren kann und mich nicht damit begnügen, die Dinge mit meinem Partner zu besprechen und seine Haltung dzu zu erfragen und davon ausgehen, dass mein Partner mir es sagt, wenn er z.B. damit doch unglücklich ist.
Also es kommen mehrere Sachen zusammen und jeder Part trägt wohl seinen Teil bei. Der eine mehr - der andere weniger. Und sicher kann man sagen, dass jeder das Recht hat, um einen Menschen sich zu bemühen, auch wenn der vergeben ist, weil es eben kein Eigentum ist

Aber es ist wohl auch eine moralische Frage oder Gewissensfrage. Mit nicht zu ausgeprägtem Egoismus und mit einigermaßen Empathei stell ich mir das schwer vor. Und fair wäre wäre es eben vor allem dann, wenn der eine wüsste, was läuft und was auf dem Spiel steht und zumindest die Chance hätte, darum zu kämpfen und was zu ändern. Hat er aber häufig nicht.
Was hab ich mich im Nachhinein geschämt, dass ich hier im Freizeitgammel-Schlafengehenoutfit wohl auf der Couch saß, während er von seiner schick zurechtgemachten Affäre nach Hause kam.
Dafür muss dann der eine oder beide miteinander damit leben, dass der Partner zu sowas in der Lage ist und steht evtl. selbst irgenwann an dem Punkt, ausgetauscht zu werden. Ist halt die Frage, wer auf lange Sicht der Gewinner ist. Irgendwann in ein paar Jahren sitzt er/sie im Gammeloutfit auf der Couch und im Büro steht der/die zurechtgemachte Verlockung.
Ich glaube eben, dass nicht jeder dazu in der Lage ist, sowohl auszupannen, als auch, sich ausspannen zu lassen.