Ach Michael,
da bist Du den Podcast Bros ja voll auf den Leim gegangen.
Das tut mir so leid für Dich, weil es eine Zeit, in der Du unbeschwert sein solltest, völlig unnötig zur Last macht.
First Things First:
Zitat von Michael05: Es sind eben nicht alle Männer so wahnsinnig charmant, locker und souverän, vor allem nicht in ihren Zwanzigern.
In meinen Zwanzigern hat der Charme und die Lockerheit der Jungs noch für die Mädels in ihren (Anfang) Zwanzigern gereicht. Du musst Dich nicht mit 50jährigen und auch nicht mit der ganzen Welt messen.
Zitat von Michael05: Die Aussage kommt übrigens nicht von einem Red-Pill-Guru, sondern von einer promovierten Feministin.
Die Aussage kommt aus dem Buch "Female Choice" von Sascha Lobos Exfrau, die als promovierte Biologin (Schwerpunkt Tiere, nicht Menschen) als direkte Antwort auf Jordan Petersons naturalistischen Schwachsinn eine Parallele zwischen Paarungsverhalten von Tieren und Menschen zieht und eine feministische Dystopie entwirft, bei der die Krankenkassen Sexroboter bezahlen müssen, weil Frauen keinen Bock mehr auf signifikante Anteile der Männerwelt mehr haben werden, wenn das Datingverhalten von humanen Frauen sich mehr dem Fortpflanzungsverhalten von Bonobos angleicht.
In Wikipedia kannst Du Dir die Kritik an ihrem Sachbuch (keine Studie!) anlesen.
Was mir bei (selbsternannten) Incels auffällt ist, dass sie nicht nach Lösungen suchen, sondern nach Bestätigung, sich in ihrem empfundenen Elend suhlen zu dürfen. Es werden seitenweise Argumente hervorgeholt, warum sie ohnehin nie eine Chance haben werden, wirklich vollkommen glücklich zu sein, statt die fünf Möglichkeiten zu erkennen und wahrzunehmen, wie sie ihre Depression und Traumata überwinden und die frauenverachtenden und frauenüberhöhenden Muster ablegen können.
Es gibt ganz viele 18jährige (und auch 40jährige), die aktuell keinen Sex haben. Je griesgrämiger und rechthaberischer die auftreten, umso schlechter stehen die Chancen, künftig jemanden zum Knattern zu finden. Und wie man eine Beziehung führen will, wenn man mit einer "Mating-Value" Matrix im Kopf durch die Welt läuft, ist mir völlig schleierhaft.
Ich kann ja auch nicht morgens aufstehen und feststellen, dass alle Männer tumbe A-geigen sind. Und dann erwarten, dass ich meinen Traumprinzen treffe.
Und Du unterstellst Frauen, dass sie sich nach messbaren äußeren Kriterien verlieben, einer Statistik entsprechen, statt Individuen zu sein, sprichst ihnen humanes Verhalten zugunsten tierisch-evolutionärer "Instinkte" ab und verliebst Dich dann dennoch ständig in sie und erwartest, dass sie nicht sofort abwinken, wenn sie bemerken, dass Du ihnen sowohl Humanität als auch Individualität absprichst?
Zitat von Michael05: das ist auch gar nicht so wichtig. Es kommt eher auf die sagittale und transversale Projektion an.
Fällt Dir auf, wie inselbegabt solche Ausführungen wirken? Und dass Du mit Deinen "wissenschaftlichen" Argumenten dennoch nichts widerlegt hast, sondern nur trotzig gegen etwas, was Dir helfen könnte, angerannt bist, um Recht zu behalten und weiterhin einsam im Bett Dein Aussehen beklagen zu dürfen?
Sowohl zum Mewing als auch zu den Augenringen solltest Du Dich bitte nochmal bei seriöseren Quellen belesen.
Zitat von Michael05: Für das sogenannte "Mate-Value" gibt es zahlreiche Studien.
Verlink oder zitier mal eine der zahlreichen Studien.
Zitat von Michael05: aber wenn ich dann wieder einseitig verliebt bin, geht es mir einfach mega schlecht
Wie jedem anderen Menschen auf der Welt.
Jeder, der einseitig verliebt ist, leidet.
Bei Dir ist das Thema eher, dass Deine mechanische, durch Statistiken und selektive Quellen genährte, negative Sicht auf Frauen als Gruppe zu einer Idealisierung einzelner Frauen führt, die dann als Projektionsfläche für Dein inneres Weltbild herhalten müssen und Dich selbstverständlich enttäuschen werden.
Allein Deine Argumentation heute Abend hat so viele Red Flags drin, dass Du aussehen könntest wie Aaron Taylor Johnson und trotzdem die Frauen höflich aber bestimmt abwinken werden.
Es ist, wie bei fast allen Männern, nicht Dein Aussehen, sondern Dein Auftreten, das negativ wirkt.
Selbst wenn Du keinerlei der körperlichen Einschränkungen hättest, die Du hast, würdest Du mit Deiner Art Frauen gegenüber auf die Nase fallen. Und dann würdest Du was anderes an Deinem Körper finden, z.B. eine nicht ganz perfekte Haarlinie oder eine statistisch nicht weltweit bei Frauen bevorzugte Haut- oder Augenfarbe, mit der Du begründen könntest, warum die Änderung Deiner Einstellung zu Frauen ersten falsch und zweitens nicht die Lösung für Dein Intimitätsproblem wäre.
Michael, Du bist noch jung und kannst diesen ganzen pseudo-akademischen Mist im Kopf noch loswerden, bevor es zu spät ist. Aber da sollte wirklich ein Profi ran, der Dir sagen kann, warum Du Dir gerade mit Fleiß das eigene Beziehungsgrab schaufeln möchtest. Von außen betrachtet, würde ich auf eine als übermächtig empfundene, wenig liebevolle oder emotional instabile Mutter tippen und einen Vater, dessen Anerkennung nur durch extreme Leistung zu erlangen war. Aber das ist nur Küchenpsychologie.
Wenn Du wirklich etwas an Deinem "Mating-Value" ändern möchtest, nimm einen Nebenjob an, spar das Geld an und bezahl dann einen (ordentlichen, medizinischen) Therapeuten (und bitte keinen Heilpraktiker oder Beziehungscoach) privat.
Im schlechtesten Fall wirst Du dadurch die Schatten Deines als quälend empfundenen Elternhauses los.
Im besten Fall löst Du damit auch Deinen Intimitätsmangel auf.