Zitat von GiuliettaV:Verändert man sich selbst, verändert man auch sein Leben im Außen ganz automatisch.
Wenn das Verhalten des Gegenübers nicht (mehr) triggert und man selber völlig in der Gelassenheit ist und bleibt, ganz egal wie sich Jemand Anderes verhält, hat man denke ich die gröbste Hürde im Leben diesbezüglich geschafft.
Ja, so ist es!
Das erscheint mir auch nur völlig logisch: Denn wenn einen etwas "triggert", wie man neuerdings sagt, sei es in einem positiven, sei es in einem negativen Sinn, so muß das notwendigerweise etwas in einem selber zum Anklingen bringen.
Auf einer Trommel kann man nicht Geige spielen.
Ebenso ist es eine ganz natürliche und unausbleibliche Folge, daß sich das äußere Leben verändert, wenn man in sich an ein paar Rädchen dreht und seine Einstellungen da und dort verändert. Alle Arten von Anfälligkeiten können nur in einem selbst liegen, das steht außer Frage.
Zitat von GiuliettaV:Ich denke da geht es um ein Geschäft, Zweckgemeinschaft und hat für mich persönlich auch nichts mehr mit partnerschaftlicher Liebe zu tun, wie ich Sie verstehe. Und wie so eine Beziehung hinter den verschlossenen Türen aussieht, durfte und mußte ich lange genug miterleben.
Mir sind auch einige solcher Fälle bekannt, von innen her sozusagen, teilweise über Jahrzehnte. Und was ich mich immer gefragt habe, war, wie man das überhaupt aushalten kann. Eine Zermürbung sondergleichen! Als wären die Leute auf einem Selbstzerstörungstrip - was bisweilen dann zuletzt ja auch gelingt.
Zweckgemeinschaften gibt es allerdings auch ganz ohne narzisstische Einflüsse nicht gerade wenige. Mir scheint das eher der Normalfall zu sein.
@all
Ich muß hier aber auch einmal etwas anderes sagen, weil offenbar @Ex-Mitglied wieder mal ziemlich angegangen wird.
Ich halte es für durchaus ganz unangebracht, persönliche Erfahrungen und Einstellungen mit der Dampfwalze des Allgemeinen und irgendeines postmodernen psychologischen Leierkastenwissens niederwalzen zu wollen.
Das Thema Narzissmus erscheint mir grundsätzlich ziemlich prekär, weil hier schon dermaßen über die Stränge geschlagen wird (offenbar sogar aus narzisstischen Gründen), auch von der Psychologie und diversen Autoren, daß man praktisch in jedem den Narzissten finden kann, sucht man nur gründlich genug danach.
Zudem mißfällt mir eine solche Kategorisierung grundsätzlich bzw. sie mißfällt mir nicht nur, sondern ich halte sie für falsch und verblendend. Was hier schon alles unter "Narzissmus" subsummiert wird, grenzt schon an eine Narzissierung des Menschen überhaupt.
Es gibt bekanntlich die unterschiedlichste Ausprägung von diesen und jenen Anlagen, ebenso gibt es die unterschiedlichsten Durchmischungen.
Auch ist nicht von vornherein gesagt, daß gar niemand mit einem tatsächlichen Narzissten leben könnte und es immer in der Vernichtung des nichtnarzisstischen Parts enden müßte. Oder zumindest im völligen Unglück. Es wird schon auch welche geben, die ganz ihrer Natur nach mit einem Narzissten kompatibel sind.
Und noch etwas, weil auch hier wieder die Frage aufgetaucht ist, ob Narzissten überhaupt lieben können. Das scheint mir eine etwas merkwürdige und unüberlegte Frage zu sein. Denn um sie beantworten zu können, müßte man zunächst ja einmal klar sagen können, was Liebe eigentlich ist, und müßte außerdem auch noch einen Maßstab für Liebe haben. (Hier geht es ja doch um etwas ganz anderes als etwa um die Frage: Können Narzissten pinkeln? Und die Antwort könnte dann vielleicht lauten: Ja, aber nur kurz, dafür aber heftig.)
Nach meinem Empfinden von Liebe lieben die meisten, die mir bekannt sind, nicht. Auch ohne Narzissten zu sein. Ja mir scheint manchmal sogar, als ob die Liebe überhaupt schon mehr oder weniger aus der Menschheit ausgezogen wäre, mit einem ziemlichen Verdruß um den roten Mund.
Ich sehe es jedenfalls so, daß "Narzissmus" in allen seinen Ausprägungen und Schweregraden ganz den emotionalen Zuständen in den verschiedenen Entwicklungsphasen der Kindheit entspricht. Sehr viel mehr braucht man darüber nicht zu wissen.
Ein Baby etwa schreit bei jeder Gelegenheit weinerlich bis verweifelt, weil es noch keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt hat. Und dann wird es meinetwegen gestillt oder gewickelt. Auch eine Art, eine ganz grundlegende, in dem Fall lebensnotwendige, der Manipulation. Wenn nun jemand aus irgendwelchen Gründen irgendwo zwischen Indiehosenmachen und aufgeschminktem Halbstarkendasein steckenbleibt, dann ergibt sich das Bild des "Narzissten".
Somit ist Narzissmus auch nichts, das sich jemand vielleicht mutwillig angeeignet hätte, sondern es ist eine Unentwickeltheit insbesondere auf der emotionalen Ebene. Wobei durch die heutige Erziehung oder vielmehr Vernachlässigung bestimmte kindliche Verhaltensweisen ja sogar noch gefördert werden.