MoLuLe
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ich habe ein frisches Trennungsproblem und versuche es kurz zu halten: Ich habe ein paar Monate meinen Arbeitskollegen (44) gedatet, der mich fast jedes Mal sehr oft und sehr viel kritisiert hat und zwar nicht seine Kritik hat mich am meisten getroffen, sondern vielmehr seine Art und Weise. Sein Vater war angeblich ein Tyrann, die seine Mutter bis zum ihren Tod gequält hat. Ich möchte seine schlechten Erfahrungen nur nicht verurteilen.
Er hat mich fasziniert, obwohl mein Bauchgefühl mich von Anfang an irgendwie gewarnt hat. Wir haben uns mehrmals getroffen und fast immer hat er mir etwas auszusetzen gehabt: Meine Aussprache, meine Kleidung, meine Kommunikation, meine Figur, mein Bildungsstand.
Am letzten Freitag hat ER beschlossen, dass es nicht weiterläuft (genauer: Er hat die Entscheidung getroffen, weil er keine Gefühle mir gegenüber empfindet). Eine offizielle Beziehung war es nicht, da er immer meinte, dass es sich entwickeln muss. Ich war damit einverstanden, da ich oft daran gezweifelt hatte, ob das mit ihm Sinn macht. Letzte Woche habe ich ihn drauf angesprochen, da hat er mir aufgezählt, was er von seiner Traumfrau erwartet, und anschließend sagte er, dass er keine Gefühle mir gegenüber hat. Er beendete das, was war.
Gestern haben wir noch einmal kurz telefoniert und er hat noch mal gesagt, dass unsere Kommunikation so schrecklich wäre, dass es nie funktionieren wird und hat mir die Schuld für das Ganze gegeben. Das Gespräch war grauenhaft, er hatte Dinge gegen mich verwendet, die ich ihm im Vertrauen erzählt habe. Dann hat noch einen draufgelegt und meinte, ich hätte so viele schlechte Eigenschaften, die auch bei anderen Menschen nicht gut ankommen würden und so weiter.
Ich habe gesagt, dass nicht ich das Problem bin, sondern er. Und dass seine Kindheit schließlich dazu geführt hat, was er nach außen hin zeigt. Denn im Grunde ist er ein verletztes Kind, was sich heute im angepassten erwachsenen-Ich immer noch zeigt. Und dieses verletzte Kind möchte ich nicht verurteilen, sondern es vielmehr in den Arm nehmen und trösten. Nur muss er wissen, dass gewisse seiner Verhaltensweisen, in dem er andere beleidigt und aggressives, manchmal gar absichtlich verletzendes Verhalten zeigt, nichts mit Respekt oder gar Liebe zu tun hat auch wenn er glaubt, dass dies so sei, weil er es so gelernt hat. Daher fühlt er sich eher in der Rolle wohl, Macht zu haben und auszuüben, um das zu bekommen, was er will, damit er sich nicht bedroht fühlt. Zum Schluss habe ich ihm noch gewünscht, dass er irgendwann einem Menschen begegnet, der ihm zeigt, was es bedeutet, geliebt zu werden.
Kann man Narzissten mit irgendetwas überhaupt verletzten? Habe ich vielleicht seinen wunden Punkt getroffen?
Wie kann ich das Ganze verarbeiten? Ich schäme mich so sehr, dass ich mich so von ihm erniedrigen lassen habe.
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