Hallo Lilafee,
Zitat:Meine Freundin ist sehr unterwürfig und hat kein Selbstwertgefühl. Ich habe mal mit ihrem Freund geplaudert,da ich beide schon paar Jahre kenne, und er meinte, dass sie total krank sei. Eifersüchtig, wärmt immer alte Geschichten auf und bohrt rum, kann nichts...usw.
Zitat:Wenn ich mir dann meine Freundin anhöre sagt sie, dass er sie total erniedrigt und sie absolut nichts falsch macht. Weiß nicht ob ich ihnen zur Paartherapie raten soll. Keine Ahnung wer von beiden Recht hat.
ich habe mich viel mit dieser Thematik befasst weil ich selbst eine Frau bin, die sich mit traumwandlerischer Sicherheit immer wieder Narzissten an Land zieht. Ich bin mir absolut bewusst darüber, dass das Problem bei mir liegt und doch stellt sich ein (poetntieller) Partner früher oder später als Narzisst heraus.
Ich erschrack, als ich nach Jahrzehnten erfuhr, dass sogar bei meinem erster Partner in den Dreißigern schließlich eine NPS diagnostiziert wurde.
Zu Deiner Frage: beide haben Recht und beide haben Unrecht
Anne hat es sehr gut erklärt. Ich kann ihren Gedanken vollkommen zustimmen.
Die beiden haben insofern Recht, als sie bereits vorhandene Problematiken gegenseitig verstärken und füttern. Ihre Selbstunsicherheit wird durch seine Liebesunfähigkeit und Destruktivität verstärkt. Und er bekommt durch ihre Nachgiebigkeit für seine Destruktivität ein Spielfeld, auf dem er sich austoben kann.
Beide machen das Falsche: sie verstärkt vertrautes Verhalten und er verstärkt vertrautes Verhalten.
Paartherapie ist in diesem Fall sinnlos da Narzissten kaum therapierbar sind und weil diese Beziehung das Symptom der Nicht-Liebe ist. Wenn sich beide auf dem Weg zur Liebesfähigkeit machen wollten, dann müssten sie sich trennen, denn sie sind ja gerade zusammen weil sie sich in ihren Schmerzthemen und nicht in Liebe begegnen.
Sie könnte sich beispielsweise einem liebevollen Partner öffnen. Auch bei einem solchen Partner wäre sie vermutlich eifersüchtig und unsicher aber er würde diese Unzulänglichkeiten nicht noch füttern.
Der Partner deiner Freundin sagt, sie sei total krank. Das stach mir sogleich ins Auge. Das ist der Blick der Nicht-Liebe. Denn gerade wenn man liebt, sieht man all das positive, schöne in einem Menschen. Sofern man nicht eine blickdichte rosarote Brille aufhat, sieht man auch die Unzulänglichkeiten des Partners aber man ist mehr bemüht darum, dass alle Potentiale in einem Menschen zur Entfaltung kommen,- eben weil man sie wahrnimmt und als besonders wertvoll empfindet- als die Schwächen zu betonen.
Gott sei Dank habe ich auch schon einemal eine gesunde Beziehung gehabt. Diese Erfahrung gibt mir Orientierung. Auch in dieser Beziehung war ich sehr selbstunsicher. In all den gemeinsamen Jahren hat mein Partner meine Unsicherheiten nicht hervorgehoben, sondern mich wiederholt an meine Stärke erinnert. Er glaubte wirklich an mich, versuchte mich nicht abhängig von ihm zu machen, sondern förderte meine Entwicklung. Er hatte große Freude daran wenn ich glücklich war. Das ist der Blick der Liebe.
Dazu ist ein Narzisst aus eigener (verborgener) tiefer Unsicherheit nicht imstande. Eine Frau, die nicht von ihm abhängig ist, würde ihn zu sehr verunsichern. Er kann keine Liebe fühlen und also darin auch keine Sicherheit finden. Deswegen muss er sie sich durch Machtausübung verschaffen.