hh_fahrradkette
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Zitat von Nachtlicht:Das ist ja das Problem unserer lieben Fahrradkette. Sie wünscht sich einen Partner, sie hat Ängste, sie weiß nicht recht wie sie das Dating angehen soll. Sie wollte aus lauter (verständlicher) Sehnsucht nach Bindung neben einem Mann aufwachen, den sie kaum kannte. Sie berichtet von Angst vor Zurückweisung und Unsicherheit aufgrund erlebter Verletzungen... Ich übersetze das so, dass sie das Kennenlernen überspringen wollte, um schnellstmöglich wieder die Sicherheit einer festen Beziehung genießen zu können. Das Kennenlernen überspringen birgt aber die große Gefahr einer unglücklichen Partnerwahl (ist ihr mit dem Typ davor ja leider auch passiert). Hätte das mit dem aktuellen Kandidaten geklappt, wäre sie jetzt mit einem Kerl in einer Beziehung, der ein dermaßen sozial inkompetenter Hansel ist, dass er sie nicht mal mehr grüßt - ein Glück für sie, dass es dazu nicht kam.
Hallo Nachtlicht. Manchmal merkt man gar nicht wirklich was man tut. Der Punkt 'Sehnsucht nach einer Beziehung und die Kennenlernphase überspringen' ist echt ein Eyeopener. Der Mann schien mir schon so vertraut durch die tollen Gespräche so dass ich schon sehr schnell das Gefühl hatte ihn zu 'kennen', was natürlich totaler Quatsch ist.
Zitat von Nachtlicht:Ja, man findet oft genau dann einen Partner wenn man ihn nicht sucht, weil man dann am meisten bei sich selbst ist und am wenigsten dazu neigt, faule Kompromisse einzugehen, um einen Partner zu finden. Man lebt sein schönes Leben und schaut, wo man den neuen Menschen nach und nach einbauen kann, anstatt ihm sofort volle Priorität zuzugestehen. Man achtet auf das eigene Wohlbefinden, die eigenen Ansprüche und lässt sich genug Zeit, den potentiellen Partner kennen zu lernen (!) und zeigt auch die Bereitschaft, gegebenenfalls wieder auf Abstand zu gehen, sollte es zu Respektlosigkeiten, Desinteresse oder sonstigen Inkompatibilitäten kommen. Wenn die Sache gut und schön läuft und sich immer weiter positiv entwickelt, fängt man plötzlich an zu überlegen, ob dieser Mensch an den man auf einmal dauernd denken muss vielleicht der Richtige für was Ernsteres sein könnte, und man ihm eine feste Position im eigenen Leben einräumen will... und das ist das Gegenteil von dem, was man macht, wenn man bedürftig ist: dann sucht man nämlich jemanden, der die freie Position besetzen soll. Man zäumt quasi das Pferd von hinten auf.
Genau so ist es wohl. Aber als junger Mensch, ohne erlebte Enttäuschungen und Verletzungen in Bezug auf Beziehungen (die familiären mal kurz rausgenommen), ist es doch auch viel einfacher, nicht? Wenn ich an meine erste Beziehung denke, das war alles so easy und schön. 0 kompliziert, keine Machtspielchen, gekränkten Egos, Respektlosigkeiten o.ä.. Vielleicht sehe ich das nun auch mit dem verschwommenen Blick einer 43
Zitat von Nachtlicht:Liebe Fahrradkette, die Ängste die du schilderst und auch viele weitere Ängste sind mir sehr vertraut. Es ist schwer zwischen berechtigten Bedenken und irrationalen Ängsten zu unterscheiden, aber man kann das üben. Ich kann dir nur raten, dich damit auseinander zu setzen und dich zu erforschen, vielleicht auch mit professioneller Hilfe wenn die Verletzungen noch tief sitzen sollten, sowie dich in der Wildbahn einfach mal auszuprobieren ohne feste Absichten. Einfach viel flirten, mal hier und da daten, unterschiedliche Männertypen unter die Lupe nehmen und studieren, wie die so ticken... in Zeiten von Onlinedating hat man als Frau Zugriff auf viele "Übungsobjekte", das kann Spaß machen und lehrreich sein und womöglich ist ja sogar ein Richtiger dabei.
Es gibt tiefsitzende Verletzungen aus meiner Vergangenheit. Ich setze mich damit schon eine Weile auseinander und habe mir auch professionelle Hilfe gesucht. Ich denke, mein jetziges Verhalten in Bezug auf meinen sozial-inkompatiblen Nachbarn spiegelt diese fast vergessenen Verletzungen und Enttäuschungen wider.
Ich danke dir @Nachtlicht
. Echt, dann braucht er zwei Tage für so eine Floskel. Tja, und dann dachte ich an @Nachtlicht die mir im Juli den Rat gab, melde dich da bloß nicht, du kommst sonst total bedürftig rüber. Das denkt er nun wahrscheinlich auch, aber es ist mir egal, denn ab dem Moment konnte ich endlich für mich abschließen weil er doch ne Wurst ist
. Ich habe mir viele Dinge und Tipps die ich hier bekommen habe zu Herzen genommen. Besonders das authentisch bleiben, auf Taten nicht auf Worte achten, mein eigenes Kommunikationsverhalten überdenken und ich habe auch an meinem Selbstwert gearbeitet (und teile meinem 'Inneren Kind' ganz oft mit dass ich ok bin wie ich bin). Ich denke ich bin auf einem guten Weg... Die Geschichte mit meinem Nachbarn war mir schlussendlich eine gute Lehre.