Zitat von DieSeherin:überlege dir eine andere wortwahl, such dir andere themen, mach konstruktive pläne!
Ich benutze diese Worte niemand anderem gegenüber, sie drängen sich einfach auf. Jeder sagt das ja gerade "Du baust dir ein neues Leben auf" ... "Da kannst du dir ein neues Leben aufbauen, alles ist offen, wie toll". Und in Gedanken schreie ich "Ich hatte ein Leben, ich will kein neues"
Zitat von DieSeherin: bekomm deinen allerwertsten dir selber zuliebe hoch!
Manchmal denke ich, mein Allerwertester ist eher zu hoch als nicht hoch genug. Ich hab eigentlich von Tag 1 funktioniert. Ich hab mir ein Hotelzimmer gesucht, saß im Taxi und konnte mit dem Taxifahrer ganz normal reden, habe einen Flug gebucht, den ganzen Papierkram mit den Ämtern geregelt, mir einen Aushilfsjob gesucht und eine vorübergehende Unterkunft, Auto organisiert, Flug für die Katze, ärgere mich mit der Arbeitsagentur rum, habe mir Winterkleidung gekauft, Bewerbungsbilder gemacht, Bewerbungen geschrieben, Vorstellungsgespräche gehabt, jeden Tag Sport gemacht, ein Wellnesswochende inklusive Covid-Infektion, Quarantäne ... ich hör mir Probleme von Freunden an und frage nach. Der Kopf funktioniert, aber das Herz kommt nicht mit. Manchmal fühlt sich dieser Aktionismus ungesund an, aber wenn ich nur rumsitze und heule, werde ich irgendwann hysterisch. Eigentlich bin ich ordentlich, aber es sieht hier schlimm aus, das schaffe ich nicht. Ich kann mir nichts kochen, ernähre mich von Fertigessen. So weit reicht der Aktionismus nicht. Und so sitze ich am Laptop und recherchiere Wohnungen, Möbel, Jobs ...
Zitat von DieSeherin: mach eine liste, was für münchen und was für berli n sprich und eine, was gegen diese städte spricht... usw....
Im Moment fühlt sich Berlin besser an. Oder jedenfalls nicht so schlimm wie München. Ich hatte eigentlich von Anfang an ausgeschlossen, wieder nach München zu gehen. Auch ist der Job in Berlin vermutlich herausfordernder, weil es ein kleineres Team, mehr Verantwortung und doch anderes als mein voriger Job ist.
Ich fühle mich aber undankbar, weil mir ein Job, in der Nähe meiner alten Freunde, direkt auf dem Silbertablett serviert wird. Sehr sehr ähnlich zu dem Job, den ich vorher gemacht habe. Es ist der direkte Mitbewerber, ich kenne teilweise die Kollegen. Also nicht undankbar dem Unternehmen gegenüber, sondern eher dem Universum. Gestern habe ich mit einer Ex-Kollegin gesprochen und die hat mir auch eher zu dem Job in Berlin geraten, weil ich sonst wohl immer nur vergleichen würde, weil es so ähnlich ist. Und ich habe ihr auch gesagt, dass ich mich dem Universum gegenüber undankbar fühle, ihre Reaktion war "Du, ich glaube, nach dem, was dir gerade passiert, ist dir das Universum was schuldig"