WeisseKatze
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Zitat von Kampfschnake:Empfehle Crossroads von Jonathan Franzen, Umfang: über 800 Seiten. Wunderbar! Da haust Du ab in die Geschichte einer Pfarrersfamilie (!) in den USA
USA geht für mich gerade nicht, aber ansonsten danke. Im Moment fällt es mir sowieso schwer, mich auf ein Buch zu konzentrieren. Ich lese und merke nach ein paar Seiten, dass ich im Kopf wieder bei ihm bin und keine Ahnung hab, was ich eigentlich gelesen habe.
Es ist ja völlig in Ordnung, dass er meine Interessen nicht alle teilt, aber das ständige Ablehnen von anderen Interessen, Meinungen, Gefühlen, das hat mich immer gestört. Selbst als der Hund meiner Freundin gestorben ist, war sein erster Kommentar, dass der Hund schon viel früher hätte eingeschläfert werden sollen. Mag ja sein, aber er musste alles immer schlecht machen, kritisieren. Nur seine Schwester war irgendwie immer perfekt. Und ich teilweise auch, wenn er zu anderen über mich gesprochen hat. Da war plötzlich sogar der Sport ok, während er mir gegenüber immer so getan hat, als würde ich etwas wirklich Schlimmes machen.
Ganz besonders schlimm fand ich, als eine Freundin Brustkrebs hatte. Ich habe sie überhaupt nur kennengelernt, weil sie die Frau eines seiner Freunde ist - oder eher eines lockeren Bekannten. Ihr ging es teilweise sehr schlecht, auch psychisch und mein Ex hat sich so darüber aufgeregt, dass sie sich "hängen lässt", zu viel jammert, nicht positiv denkt. Ich habe dann gesagt, dass ich keine Ahnung habe, wie ich reagieren würde, das kann wohl niemand beurteilen, der nie in einer solchen Situation war. Das hat er aber vehement von sich gewiesen. Er würde ganz anders und viel fröhlicher sein, er würde nicht sein gesamtes Umfeld mit der Situation belasten etc. Er hat die Beziehung der beiden auch immer schlecht geredet. Sie will nur an sein Geld, er wäre schon längst weg, wenn sie keinen Krebs hätte, er redet sehr schlecht über sie und will sie eigentlich loswerden. Das stimmt so aber einfach nicht. Nach der Trennung hat mir diese Freundin erzählt, dass sie umziehen wollen und es meinem Ex und mir nicht erzählt habe, weil er eh immer alles schlecht redet. Und dass sie sich eigentlich immer nur mit uns getroffen haben, weil sie mich halt sehr mag und sie ihn eigentlich nicht so mögen, weil er ständig allen erzählt, wie sie sich zu verhalten haben und auch, weil er zu viel trinkt. Mich hat das erstaunt, aber ich komme auch irgendwie nicht aus dem Denken raus, dass ich ihn irgendwie umso mehr mag, umso weniger ihn andere mögen. Als wäre ich etwas Besonders, weil nur ich seine Qualitäten sehe. Dabei weiß ich, dass ich eigentlich die Blinde bin, aber gegen das Gefühl komme ich nicht an.