Guten Tag ihr Lieben,
ich stecke derzeit extrem im Liebeskummer und möchte mir diesen Kummer einfach mal von der Seele reden.
Vielleicht einfach mal Infos zu meiner Situation:
Letztes Jahr habe ich den Mann im Januar über eine Dating-App kennengelernt. Zuerst wollten wir nur F+ eingehen, aber nach und nach entwickelte sich eine richtige Beziehung und wir empfanden beide Gefühle füreinander. Also kamen wir zusammen. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und da ich in seiner Wohnungsnähe auch meine Weiterbildung hatte, habe ich die meiste Zeit (Fr bis Di) bei ihm verbracht. Anfangs hat er noch deutlich kommuniziert, wenn er mal ein Wochenende für sich brauchte. Das habe ich dann auch akzeptiert, da es ja dazu gehört. Er arbeitet bei der BW und war die meiste Zeit nicht zu Hause und wenn er dann am Wochenende zu Hause war, brauchte er auch einfach mal seine Ruhe vom Stress. Je enger die Beziehung wurde, desto seltener hat er das auch eingefordert. Also dachte ich, dass er damit fein ist.
Er ist trotzdem eher der Typ, der seinen Freiraum braucht und seine Autonomie wahrt.
Weihnachten haben wir dann auch gegenseitig unsere Familien kennengelernt. Seinen Vater hatte ich schon eher mal kennengelernt. Ich fühlte mich, als würde ich zu meinem Partner gehören.
Da er viel von zu Hause weg war, wegen der Arbeitsstelle und Übungsplatz wollte ich gerne Kontakt zu ihm haben. Ob schreiben oder auch mal telefonieren. Er war aber oft sehr fertig, dennoch haben wir uns da irgendwie geeinigt. es gab auch immer "Guten Morgen" und "Gute Nacht".
Kurz vor Weihnachten ging es dann meinem Vater extrem schlecht. Er kam dann nach Weihnachten auch ins Krankenhaus. Meine Mutter war also das erste Mal an Silvester alleine zu Hause, was mich extrem beschäftigt hat und ich war auch extrem emotional. Silvester war ich dann nämlich bei der Familie meines Partners. Ich hatte einfach ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Mutter. Sie tat mir einfach leid, sodass ich Silvester nicht so ganz genießen konnte.
Hinzukam, dass mein Partner mir dann nicht mal um Mitternacht einen Kuss gab. Er mochte das vor seiner Familie irgendwie nicht. Meinte dann nachher nur zu mir, als ich ihn drauf angesprochen habe "Du hättest ja was sagen können".
Nach und nach stellte sich heraus, dass mein Vater erneut Krebs hatte und das an mehreren Stellen im Körper. Er hatte vor 1 Jahr schonmal Krebs gehabt. Auch meine Mutter brauchte zu der Zeit wegen ihrer Krebserkrankung eine Umstellung von Tabletten und es ging ihr nicht gut. Ich bin zu der Zeit auch im Prüfungsstress gewesen, sodass ich auch noch lernen musste. War gerade dabei meinen Betriebsleiter zu machen. Ich war also einfach total erschöpft. Die Prüfungen, die Erkrankungen meiner Eltern und die Unsicherheit, was passieren wird.
Mein Vater hat sich dann gegen weitere Maßnahmen entschieden, weil er eine weitere Chemo nicht mehr wollte. Er hatte gar keine Kraft mehr. Er konnte auch nicht mehr essen oder trinken, weil sein Darm nicht mehr gearbeitet hat. Wir haben ihn dann zu Hause 1 Woche beim Sterben begleitet und wurden palliativ begleitet. In der Woche musste noch alles geklärt werden, weil wir weder einen Ruhestätte für ihn hatten, noch irgendwas anderes geregelt war.
Ich habe also viel geweint und war echt erschöpft, was ich auch sehr in die Beziehung getragen habe. Zudem wurde meine Verlustangst extrem getriggert, was mein Partner dann auch zu spüren bekommen hat. Zudem kamen meine Prüfungen dazu.
Auf meiner Arbeit habe ich von meiner stellvertretenden Leitung wenig Verständnis erhalten. Sie hat am ersten Tag, wo ich nach dem Tod von meinem Vater zur Arbeit gekommen bin gesagt "Ich hab mir ja gedacht, stell dich nicht so an. Aber dann habe ich mir gedacht, dass du ja noch so ein junges Ding bist, was einfach noch nicht stark ist. Ich bin schon ein geschliffener Rohdiamand und da musst du erst hinkommen".
Außerdem gab es noch eine Situation mit ihr, wo sie mir auf den Oberarm geschlagen hat und das tat richtig weh, weil ihr eine Aussage von mir nicht gefallen hat.
Das zog und zieht mich zusätzlich runter, weil ich mit dieser Person nicht mehr zusammen arbeiten möchte und nun auf der Suche nach etwas neuem bin.
In der Zeit habe ich dann auch irgendwie meine ganze Laufbahn hinterfragt, weil ich irgendwie unglücklich mit meinem Beruf bin.
Meine letzten Monate liefen also nicht so super.
Mein Partner wusste nicht, wie er mit den ganzen Emotionen umgehen soll. Er wirkte aber immer stark und sagte auch immer, dass nichts an ihn herankommt. Vielleicht die BW Mentalität. Ich habe nichts gemerkt und wir haben auch noch total viele Zukunftspläne gehabt. Wir hatten gerade seinen Garten neu geplant (Grillecke, Terrasse, neue Wege, etc.), einen Unterstand gebaut, wo ich am nächsten Tag das Holz einräumen wollte und hätten nun auch im Juli zusammen Urlaub gehabt. Wir haben sogar noch über seinen Auslandseinsatz gesprochen und dass wir das hinbekommen. Ich hatte sogar geplant, wie ich ihn besuchen könnte in den 6 bis 8 Monaten.
Er wirkte aber schon distanziert an dem einen Wochenende. Als ich ihn drauf angesprochen habe, sagte er immer nur, dass alles in Ordnung ist. Ich fühlte mich total hilflos, weil ich gespürt habe, dass irgendwas ist und als wir dann Dienstag abends im Bett lagen und es immer noch so eine unangenehme Stimmung war, musste ich weinen. Dann sagte er plötzlich "Ich kann das nicht mehr. Ich möchte dich nicht mehr verletzten und ich stehe dir im Leben nur im Weg (Kinderwunsch, Urlaub). Ich kann dir einfach nicht die Liebe geben, die du brauchst.". Für mich ist in dem Moment die Welt zusammengebrochen. Hatte auch direkt eine Panikattacke bekommen, die ich nur bei meinem ersten Freund hatte, der aber auch ein Narzisst war und wo ich mich so eingeschränkt habe und regelmäßig hilflos war.
Er sagte mir auch erneut, dass er ja nicht vermissen kann. Er hatte das aber auch schon ganz am Anfang der Beziehung gesagt. Er sagte immer, dass er da anders ist und nicht mal seine Familie vermisst. Dann beließ er das Gespräch auch so und meinte er müsse schlafen, sonst gehöre die Leitplanke morgen ihm. (er fährt um 5 Uhr 1,5h zur Arbeit) Er hat das Thema auch einfach um 22:30 Uhr angesprochen. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und habe nur noch geweint. Er schlief seelenruhig. Am nächsten Morgen wusste ich nicht, was ich tun soll. Er war eiskalt zu mir und fuhr zur Arbeit. Wir verblieben dabei, dass wir abends nochmal sprechen.
Ich habe dann tagsüber meine Sachen angefangen nach Hause zu fahren. Ich hatte und habe noch so viel bei ihm.
Ich muss auch erwähnen, dass ich gar keinen Kinderwunsch hatte. Ich weiß nicht, wo er das her hat. Ich hatte nur gesagt, wenn ich ein Studium starte (wegen beruflicher Neuorientierung), dass ich dann eh in den nächsten Jahren keine Kinder möchte. Er hatte mir noch von dem Baby seines Kameraden erzählt und dass er sie gesehen hat. Da hatte ich nur gefragt, wie sie heißt. Er fragte mich, was ich denn für Namen hätte. Mehr war da nicht. Auch mit dem Urlaub habe ich keine Pläne gehabt. Im Juli wäre das viel zu teuer gewesen und ich habe auch verstanden, dass er einfach immer froh war, wenn er zu Hause war, weil er mit der BW so viel von zu Hause weg war.
Bei dem Gespräch am Abend haben wir uns dann dafür entschieden, dass er ein paar Tage Bedenkzeit bekommt. Am nächsten Montag haben wir uns dann getroffen. Er sagte, dass er nur noch freundschaftliche Gefühle hat. An dem Wochenende, wo er so komisch wurde, fand er mich noch richtig begehrenswert. Da ist er regelrecht über mich hergefallen. Darum verstand ich diese Aussage auch gar nicht. Es war vorher alles in Ordnung gewesen und ich habe nichts gemerkt.
Er sagte dann auch, dass es schleichend seit Dezember schlechter wurde. Er wäre unglücklich geworden und hätte die Gefühle verloren. Für mich kamen dann nur 2 Möglichkeiten in den Kopf: 1. die Verbindlichkeit, weil wir unsere Familien kennengelernt haben und 2. meine emotionale Erschöpfung aufgrund meines Schicksalsschlags.
Außerdem wäre er wohl ein Beziehungskrüppel und ein Einzelgänger und könnte Beziehungen einfach nicht führen, sagte er.
Es hat sich alles so widersprochen. Wir haben uns immer gut verstanden, harmoniert, ich habe ihn unterstützt, er mich, wir konnten alles mögliche zusammen machen (z.B. handwerklich: Bad zusammen fertig gemacht, Werkstatt, Schuppen. ) und waren echt auf einer Wellenlänge. Auch intim lief alles top. Also keine Flaute oder so. Zusammen kamen wir immer komplett zur Ruhe und konnten auch nebeneinander sitzen ohne was zu sagen. Darum habe ich nichts gemerkt. Erst zum Schluss, wo er sich distanzierte.
Wir haben uns dann auch dafür entschieden eine 3 1/2 wöchige Beziehungspause zu machen, einfach um den Druck ein wenig rauszunehmen, der über die letzten Monate entstanden ist, weil es einfach eine schwierige Phase war. Ich habe meinen Anteil ja gesehen. Wir haben uns dann auch gemeinsam dafür entschieden und genaue "Regeln" aufgestellt.
Nach der Beziehungspause haben wir uns getroffen. Wir hatten ein super tollen Spaziergang. 3 Stunden lang waren wir unterwegs. Wir sind auch intim geworden. Das Treffen fühlte sich im Ganzen richtig gut für mich an. Ich hatte richtig Hoffnung, weil wir nach dem Spaziergang auch sagten, dass wir das nun sacken lassen und uns dann immer 1x die Woche treffen, damit wir uns annähern können. Wir wollten die Zeit danach also wie eine Annäherungsphase nutzen. Ich hatte schon richtig schöne Ideen gehabt, um gemeinsam schöne Erinnerungen zu schaffen, was die letzten Monate ja weniger möglich war, weil wir so viel um die Ohren hatten. Also wir hatten schon eine schöne Zeit, aber gerne hätte ich mehr unternommen. War aber emotional so erschöpft, dass ich am Wochenende froh war, wenn ich nichts gemacht habe, als bei ihm zu sein oder im Garten rumzuhühnern.
Aber direkt die Tage danach wurde es wieder still. Ich brauchte dann Klarheit und habe ihn eine Woche später um ein Gespräch gebeten. Wir trafen uns auf einem Pendlerparkplatz. Das tat schon weh. Er meinte, es wäre halt auf halber Strecke zwischen unseren Wohnungen gewesen. Für mich klang es direkt nach dem Ende.
Er sagte mir dann, dass es sich nicht richtig anfühlt und dass er keine Gefühle mehr hat. Er hätte beim Treffen nach der Beziehungspause gehofft, dass es sich wie beim ersten Date anfühlt. Das tat es aber nicht. Darum fühlte es sich falsch an. Er habe keine Beziehungsgefühle mehr und diese würden auch nie wieder kommen. Unser Gespräch beim Spaziergang wäre super toll gewesen, aber der Rest (Intimität) nicht.
Meine Emotionen die letzten Monate wären zu viel gewesen und es hätte ihn auch teilweise genervt. Er wäre selbst nicht der Typ, der gut mit Emotionen umgehen kann und wünscht mir einfach jemanden, der das kann. Dass ich jemanden finde, der für mich da sein kann. Dabei hat genau er mir das Gefühl gegeben. Ich war so glücklich mit ihm. Klar hatte er seine emotionalen Grenzen (aufgrund seiner Kindheit), aber dennoch war ich glücklich und ich hatte eine Woche bevor das alles anfing noch zu einer Freundin gesagt, dass ich mich richtig sicher bei ihm fühle.
Es fühlte sich so an, als hätte ich nie die Chance gehabt, dass ich ihm zeigen kann, dass es ruhiger werden kann. Ich habe während der Beziehungspause an mir gearbeitet. habe versucht meine Verlustangst zu verstehen und zu hinterfragen, was meine Anteile waren. Ich wusste, was dazu geführt hat. Meine Prüfungen habe ich hinter mir und meine ganze emotionale Erschöpfung wäre besser geworden. Diese Chance blieb mir verwehrt. Dabei hatten wir uns auf die Annäherungsphase gemeinsam geeinigt.
Jetzt sitze ich hier und es ist gerade mal eine Woche her, wo es komplett zu Ende ist. Ich fühle mich nicht gut. Bin traurig und vermisse ihn. Ich vermisse ihn ja nicht nur als Partner, sondern auch als Freund. Für mich war er wie ein zu Hause, bei ihm fühlte ich mich angekommen und wohl. Er hat mir Ruhe gegeben und mich immer mit seiner Art aufgemuntert. Als wäre er jemand besonderes für mich. Bei meinem ersten Ex habe ich mich so nicht gefühlt.
Problem an der Sache ist, dass ich noch richtig viele Sachen (div. Möbel, Fernseher, Drucker, Gartengeräte, Kaffeemaschine. ) bei ihm habe. Er aber gesagt hat, dass er sie mir in seinem Urlaub vorbeibringt.
Es wirkte auch so, als wolle er mich nicht bei sich zu Hause haben. Aber leider muss ich nochmal zu ihm, weil ich z.B. in der Küche Sachen habe, ich mir aber nicht mehr sicher bin was alles. Ich müsste also persönlich vorbeikommen. Ich würde also gerne zeitnah vorbeikommen. Er schrieb dann nur "Ok, weiß ich bescheid". Die Nachricht ist nun auch schon 1 Woche her. Abschließen kann ich also noch nicht.
Ich verstehe nicht, wie man sich an dem einen Tag noch so geliebt fühlen kann (am Abend meine Decke gewärmt und keine 10 Minuten später ist es vorbei) und dann am nächsten Tag ist man so egal. Es ist so schlimm, wenn man einen Menschen noch so sehr liebt und das so unerwidert ist. Vor allem, weil es so plötzlich vorbei war. Ich habe es nicht kommen sehen.
Wir hatten gerade noch so viele Pläne gemacht.
Ich weiß, dass ich durch die Verlustangst geklammert habe. Aber es war nie meine Intension, dass ich ihn kontrollieren wollte oder ihm misstraue. Das hat er mir ja auch vorgeworfen. Es tut eher weh, dass man so falsch dargestellt wird und man es nicht mal richtig klarstellen konnte bzw. nicht die Chance hatte zu zeigen, dass sich was in der Beziehung verändern kann. Ich verstehe ja, warum er sich so gefühlt hat. Aber es war bei mir einfach situationsbedingt. Meine letzten Monate waren schlimm und ich war emotional total erschöpft. Er hat mir eigentlich den Halt gegeben, den ich brauchte und am Ende war es wahrscheinlich alles zu viel und er hat nichts gesagt.
Ich weiß, dass ich jetzt nach vorne schauen muss, aber der Trennungsschmerz und der Liebeskummer ist so groß. Wie übersteht man sowas, wenn der Mensch so besonders für einen war? Ich habe mich noch nie so aufgehoben gefühlt, wie bei ihm.
Vielleicht mag sich das ja jemand durchlesen und mit mir drüber sprechen. Ist jetzt ein ordentlich langer Text, aber ich musste das einfach mal loswerden. Heute ist so ein Tag, wo ich die ganze Zeit weinen könnte, wenn ich mich nicht ablenken würde.
Mit freundlichen Grüßen
Peachii