Danke an alle, ihr Lieben.
Puhh, das war ein ganz schöner Kampf, muss ich sagen.
Ich bin mal ganz neutral auf ihn zu, beim Umarmen konnten wir durch die Winterjacken das jeweils andere Herz rasen spüren und er hat - schrecklich ausgeschaut. Hab ihn ganz kurz und knapp gefragt, ob er neue Erkenntnisse durchs Langlaufen und Meditieren erlangt hat.
Dann begann sein Monolog: Nein. Keine neuen Erkenntnisse. Er kann mir keine Zukunft bieten. Kein schönes Zuhause, keine Kinder, nichts. Er hat sein ganzes Leben verschissen, jetzt nur noch 8 Jahre lang sein (Spitzen)gehalt, danach wartet aber nur noch die Alterspension. Dies sei keine Basis für eine Zukunft für einen Menschen in meinem Alter - in ein paar Jahren sei er noch älter und gezeichneter - er sieht keine Daseinsberechtigung für diese Konstellation - ich hätte nur Nachteile, mir wäre das nicht zumutbar.
Ich brachte meinen Standpunkt ein (hier eh schon mehrfach geschildert) - stieß aber auf taube Ohren. Er war nicht wirklich empfänglich für meine Ansichten, bezüglich meiner Entscheidung, meiner (Eigen-)Verantwortung, meiner gewählten Zukunftsperspektive.
Im Gegenteil, er konterte mit Selbstabwertung und redete die ganze Zeit davon, dass er komplett versagt hat auf allen Linien und er den Aus-Knopf sucht und aussteigen will aus diesem Leben.
Er müsse mich vor mir selbst beschützen, will ich es nicht kann. Ich mir nicht bewusst bin, wie sehr ich mir das Leben verbaue an seiner Seite.
SideNote: Er hat einen... echt.... labilen Eindruck gemacht, mal emotional, mit Tränen in den Augen, dann wieder kalt, eiskalt, und die meiste Zeit mit der Hand in den Augen, so, sich ins Gesicht greifend, ihr wisst bestimmt, was ich meine.
Geändert hat sich die Stimmung erst, als ich ihn fragte, was eine Trennung für ihn denn besser mache. Was er davon habe. Gar nichts, aber dann wird dein Leben wenigstens nicht so beschissen wie meins
Irgendwas bezüglich der Hausgeschichte führte dann dazu, dass er von ich finde keine Lösung (sagte er ein paar Mal so zwischendurch) zu ich finde eine Lösung switchte:
Ich glaube, das war mein Einwand, dass ich nie heiß darauf war, meine Wohnung aufzugeben und mich in die Verantwortung einer so krassen Finanzierung zu stürzen. Dass wir beide unsere eigenen Wohnungen haben und gegenseitige Freiräume gaben, war ein wichtiger Punkt für uns beide immer. Ich hatte auch nie den Wunsch, zusammenzuziehen. Er wollte dieses Haus so sehr, hat sich selbst so viel Druck gemacht und dann erst realisiert, dass es nicht drin ist, in dem Alter. Mir nur ganz recht, dann bleibt jeder in seiner Wohnung. Er soll nur bitte die Jesus Christ-Dekos von Oma abnehmen. Da musste er kurz grinsen.
Wir werden das Elternhaus, unten, herrichten. Und runter ziehen.
Aus dem Kinderthema bin ich nicht schlau geworden. Er war bei dem KiWu-Termin, hat aber noch keine Ergebnisse, da er ja dann Freitag weggefahren ist.
Er konnte mir nicht klar sagen, ob das für ihn passé ist ode rnicht. Auf meine Behauptung, mir ist nun klar, dass er keine Kinder mehr will, widersprach er mir dauernd.
Das Thema ist für mich komplett verwirrend, ich kann mir nicht zusammenreimen, ob er nun will oder nicht. Oder will aber nicht kann, oder will aber es sich nicht mehr zutraut, oder oder oder. Was aber auch egal ist, ich habe ihm wenigstens klarmachen können, dass mein Kinderwunsch sich lediglich auf ihn bezieht und ich kein Kind per se möchte. Dass ich die Beziehung priorisiere. Aber das ist eh kein Thema mehr, solang ich nicht weiß, wie und ob es weitergeht - fix nicht.
Er möchte den Knoten im Kopf lösen. Irgendwas von Hirn hat er auch gesagt. Dass er da was machen muss. Ich habs nicht verstanden, akustisch.
Hab ihm ne Paartherapie vorgeschlagen, da ich durch den Vertrauensbruch der Trennung, das alles gern aufarbeiten würde. Fand er voll gut, ich soll gleich ausmachen, für Ende der Woche, wenn er von der Dienstreise zurück ist.
Keine Ahnung, warum das Wohnthema und das Kinderthema ihn zu so einer Verzweiflungstat geführt haben?! Auf die Frage, ob ich ihm Druck gemacht habe, sagte er nein, und wenn, hätte er es nicht gespürt, weil er es selbst ja auch wollte/will.
Ich kann nicht sagen, wie es weitergeht. Hab ihn so (labil) noch nie erlebt. Erkenne ihn nicht wieder.
Und ob´ich noch mal vertrauen kann, wird die Paartherapie zeigen.