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Kennenlernphase aus 2024 beschäftigt mich noch massiv

GreenTara
@malina72
Zitat von malina72:
Gemeinsam innerhalb der Beziehung zu wachsen. Mir die Zeit zu geben, gleichzeitig Therapie zu machen

Vielleicht würde es dir schon helfen, deine Priorität neu aufzustellen, bzw. deine Perpektive zu ändern. Deine Erwartung, mit deiner vollen Last in eine Beziehung gehen zu können, ist schon recht hochgesteckt, an einen zunächst mal vollkommen fremden Menschen. Auch wenn du dabei mit dem Christenfähnchen wedelst. Ich sehe es eher als deine eigene Verantwortung, eine tragbare Basis zu einem vernünftigen Kennenlernen zu schaffen.
Die harte Wahrheit ist, dass du mit dir selbst nicht klar kommst, aber ein anderer, der allerdings kein Therapeut ist, sondern jemand, der eine gute Partnerschaft sucht, soll dein Ding schleppen.
Dein Wunsch nach Beziehung ist durchaus nachvollziehbar. Nur wird es kaum funktionieren mit dem gemeinsam wachsen. Zumindest nicht in der Form, wie du dir das vorstellst. Damit wirst du wieder und wieder vor die Wand laufen.
Ich würde mich nach einem neuen Therapeuten umschauen, mit einem praxisorientierten Ansatz. Vielleicht findest du jemanden, der mit der Weisheitstherapie nach Kai Baumann und Michael Linden arbeitet.
Wenn du allerdings an deinem pseudochristlichen Glauben, dass der Erlöser von außen kommt, Festhalten willst, ist guter Rat teuer.

• x 1 #31


M
@Arnika Ja das stimmt natürlich. Allerdings war ich durchaus bemüht, auf die Befindlichkeiten des anderen einzugehen

• #32


A


Kennenlernphase aus 2024 beschäftigt mich noch massiv

x 3


Arnika
@GreenTara Bin bei dir. Allerdings steht geschrieben: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott 😎

• x 2 #33


M
@Arnika Ich habe nicht die Erwartungshaltung, dass mich ein Mann retten soll, auch aus christlicher sicht absolut nicht und das lehrt der Glaube auch nicht. Sobald ich mich emotional binde fällt es mir extrem schwer, diese Angst zu regulieren

• #34


Arnika
Zitat von malina72:
@Arnika Ja das stimmt natürlich. Allerdings war ich durchaus bemüht, auf die Befindlichkeiten des anderen einzugehen

Ich denke sehr wohl, dass du dich schon bemüht hast. Aber Mühe sollte es ja nicht sein.

Wenn dein Gegenüber- wie die meisten übrigens - am Anfang vor allem auch die Leichtigkeit der Schmetterlinge und beginnenden Liebe fühlen will, und du fragst ununterbrochen, ob eh alles ok ist, es eh passt, usw., killst du die Schmetterlinge und Freude aneinander brutal mit der Fliegenklatsche - und ignorierst sein Bedürfnis nach gemeinsamen Frohsinn, und stellst deine weit über seine.

Das sollte dir schon auch mal bewusst werden. Solche Ängste und (christliche) (Nächsten-)Liebe schließen sich aus, weil sie per se und von Grund auf egomanisch sind.

Ich glaube nicht, dass du so sein willst, nur (vermeintlich) grad nicht anders kannst. Aber denk mal ernsthaft darüber nach.

• x 1 #35


Arnika
Ich würde sogar noch weitergehen: Starke Verlustangst oder auch Eifersucht usw ist nichts anderes als Horror vor einer narzisstischen Kränkung. Eine narzisstische Kränkung ist wiederum nichts anderes als eine stark gekränkte Eitelkeit. Und Eitelkeit gilt nicht ohne Grund als Todsünde.

Nicht, weil man dafür in einer jenseitigen Hölle schmort - sondern weil sie einem selbst und/oder seinen Nächsten wie jede Todsünde die Hölle auf Erden bereiten kann bzw. wird.

Und genau darüber solltest du wirklich mal in dich gehen und ernsthaft darüber philosophieren. Das Fundament dafür hast du ja.

• #36


M
Das ist nichts was man aus böser Absicht tut oder weil keine Liebe für andere da wäre

• x 1 #37


Löwenzeh
Ich wollte dir ja noch was schreiben:

Weil du geschrieben hast
Zitat von malina72:
Ich bin fast 27

Ja, wir Frauen haben da ne Halbwertszeit und müssen uns gefühlt möglichst rasch binden, damit wir den Kerl kennenlernen können, ehe wir aus dem gebarfähigen Alter raus sind.

Aber willst du unbedingt Kinder?

Ich wollte keine, sobald ich wusste, was das für mich als Frau heißt.
Und auch wenn ich jetzt eines habe und es nicht anders machen würde -
Das Wissen, der Glaube, ich muss das nicht machen, ich kann beiden Varianten Positives abgewinnen.
Das hat mir immer genug Zeit und Stärke verschafft, um am Ende doch Mutter werden zu wollen und können.

Ich finde, je älter, desto weniger machst du am Alter fest.
Ist das vielleicht erst ab 30 so?
Diese epische Zahl (mit 30 spätestens hat man doch alles im Griff?)
Aber du blickst dich irgendwann um und merkst, dass KEINER um dich rum so richtig erwachsen geworden ist.
Und hörst du den Leuten zu, du glaubst nicht, was da alles zutage kommt.

In jedem schlummert Angst und Unsicherheit, vielleicht siehst du es wirklich noch nicht, fing bei mir auch erst in dem Alter und in der Ausbildung langsam an.

Vorher bekam ich nichts geschizzen, machte Praktika, weil ich nicht wusste, was ich werden will (alle Kindheitspläne waren zerschlagen durch meinen Abbruch der Schule; Dolmetscher, Apotheker und Co brauchen Abi und Studium wollte ich ja eh nie, Geld wollte ich und eigene Wohnung,
Spoiler: viel Geld kam nie bei rum😂)

Immer wieder war ich in der Klinik, mal akut, wenn ich Zuhause versackte und die Notbremse zog. Aber auch wochen- und monatsweise, als ich stationäre DBT machte und in eine Entwöhnungsklinik ging, wo das Klientel allzu krass war - aber ich stolz darauf, mich dort behaupten zu können - und schamvoll, weil ich kurz vor Ende mit spektakulärem Totalausfall und besoffenen Suizidandrohungen den Aufenthalt beendete. Ich mag gar nicht an das Gefühlsleben von damals zurückdenken...

Es war schrecklich.

Und alles nur, weil ich einfach nicht die Initiative ergriff. Immer nur bis zur Klinik und dann sollten die mir helfen.
Ich kam nicht vom Fleck.

Ich saß nur da und hoffte, nahm Pillen, hörte zu ohne was zu sagen.
Ich war traurig und so wütend.
Und alles half nichts, weil ALLES sich halt nur auf eine sehr beschränkte Auswahl bezog:

Warten, dass die Tränen versiegen.
Warten, dass die Pillen wirken.
Warten, dass ich abgenommen habe.
Warten, dass der Kopfschmerz vergeht.
Warten, dass ich einen guten Tag habe.
Warten, dass...
Warten, dass..
Warten, dass.

Ich musste aufhören zu warten.
Es spielten Verstrickungen zusammen, die ich in meiner Nachlässigkeit, mich zu kümmern, selbst erschaffen hatte und retteten mir den A.

Es gab keine Medikamente mehr und ich stellte fest, es macht keinen Unterschied.
Das gleiche Auf und Ab wie immer.
Und ich hörte auf, im Außen nach Lösungen zu suchen.
Und lernte endlich, mit mir selbst klarzukommen und einen Blick ins Innere zu wagen.

Die Lösung ist nicht, deine problematischen Gefühle klein und taub zu halten. Dass es endlich still wird. Und du endlich funktionierst.

Die Lösung ist, es auszuhalten, sich zu regulieren, sich zu fragen, wo kommt diese Flutwelle plötzlich her?
Denn eigentlich ist es nie plötzlich.
Wir stellen die Ohren nur solange auf Durchzug, bis es uns das Trommelfell zu zerreißen droht.

Meine Lösung war es, nicht mehr zu warten, dass ich nicht traurig bin und die Tränen versiegen,
sondern heulend vor die Haustür zu gehen und das zu ertragen.
Dass ich jetzt weinen muss, obwohl ich zur Arbeit muss und das keiner sehen soll und ich es nicht unterdrücken kann.
Ja.

Dann ging ich weinend und bewies mir jeden Tag aufs Neue: ich kann das.
Auch mit Tränen in den Augen kann ich das. Und die Tränen versiegten.

Uns trennen nur zehn Jahre, aber in denen wird auch bei dir viel passieren.

Vielleicht lässt du es einfach passieren?
Vielleicht hörst du auf, Dates zu suchen.
Vielleicht suchst du eine Freundin und machst nette Unternehmungen.
Lernst dich kennen.
Was macht dir Spaß?
Wie verbringst du deine Freizeit außer suchend? Nach Anschluss, Partner, dem richtigen Outfit, etc pp.

Mach was.
Mit Freunden, aber auch Unternehmungen allein können bereichernd und stärkend sein (umso mehr, je weniger du dir vorstellen kannst, etwas allein zu unternehmen 😋)

Mach was.
Um das Leben zu genießen.
Nicht auf der Suche nach einem Mann.
Sondern ganz bei dir und im Moment.

Die Männer kommen von alleine, wenn frau sie nicht braucht 😂
Und dann musst du klar zu dir stehen, denn Partner allein macht noch lange nicht glücklich

.

• x 2 #38


Arnika
Zitat von malina72:
Das ist nichts was man aus böser Absicht tut oder weil keine Liebe für andere da wäre

Das ändert ja kaum etwas. Ich kann dich lieben und gleichzeitig unabsichtlich mit dem Auto niedermähen - verletzt bist du dann ja trotzdem. Was hilft dir das dann? „Ich konnte es halt nicht besser“, wird dir im Rollstuhl kaum ein Trost sein, und die Schuld trage ich dann ja dennoch. Selbst, wenn’s nur eine Teilschuld ist, hilft das ja keinem was.

Dann kann ich in Zukunft nur an meinem Fahrstil arbeiten - oder das Auto eben stehen lassen.

Und dem anderen kann ich nicht vorwerfen, dass er schon früher zur Seite springt.

• #39


S
Zitat von Löwenzeh:
Ich wollte dir ja noch was schreiben: Weil du geschrieben hast Ja, wir Frauen haben da ne Halbwertszeit und müssen uns gefühlt möglichst rasch ...

Liebe Löwenzeh,
das hast du so schön geschrieben - ich glaube machst du nicht nur der TE mut, sondern ganz vielen hier die rat suchen🙂!
Danke dafür.

• x 2 #40


Löwenzeh
Zitat von Schnuddel74:
Liebe Löwenzeh,
das hast du so schön geschrieben - ich glaube machst du nicht nur der TE mut, sondern ganz vielen hier die rat suchen!
Danke dafür.

Ich danke dir, das tut gut.

• x 2 #41


M
@malina72 er war sehr fies zu dir, und jetzt hängen seine Worte nach. Hör nicht auf diese Stimmen, sie lügen dich an. Das Gehirn neigt außerdem dazu, abgebrochene Kontakte immer wieder gedanklich zu durchspielen

• #42


A


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