Ich wollte dir ja noch was schreiben:
Weil du geschrieben hast
Zitat von malina72: Ich bin fast 27
Ja, wir Frauen haben da ne Halbwertszeit und müssen uns gefühlt möglichst rasch binden, damit wir den Kerl kennenlernen können, ehe wir aus dem gebarfähigen Alter raus sind.
Aber willst du unbedingt Kinder?
Ich wollte keine, sobald ich wusste, was das für mich als Frau heißt.
Und auch wenn ich jetzt eines habe und es nicht anders machen würde -
Das Wissen, der Glaube, ich muss das nicht machen, ich kann beiden Varianten Positives abgewinnen.
Das hat mir immer genug Zeit und Stärke verschafft, um am Ende doch Mutter werden zu wollen und können.
Ich finde, je älter, desto weniger machst du am Alter fest.
Ist das vielleicht erst ab 30 so?
Diese epische Zahl (mit 30 spätestens hat man doch alles im Griff?)
Aber du blickst dich irgendwann um und merkst, dass KEINER um dich rum so richtig erwachsen geworden ist.
Und hörst du den Leuten zu, du glaubst nicht, was da alles zutage kommt.
In jedem schlummert Angst und Unsicherheit, vielleicht siehst du es wirklich noch nicht, fing bei mir auch erst in dem Alter und in der Ausbildung langsam an.
Vorher bekam ich nichts geschizzen, machte Praktika, weil ich nicht wusste, was ich werden will (alle Kindheitspläne waren zerschlagen durch meinen Abbruch der Schule; Dolmetscher, Apotheker und Co brauchen Abi und Studium wollte ich ja eh nie, Geld wollte ich und eigene Wohnung,
Spoiler: viel Geld kam nie bei rum
😂)
Immer wieder war ich in der Klinik, mal akut, wenn ich Zuhause versackte und die Notbremse zog. Aber auch wochen- und monatsweise, als ich stationäre DBT machte und in eine Entwöhnungsklinik ging, wo das Klientel allzu krass war - aber ich stolz darauf, mich dort behaupten zu können - und schamvoll, weil ich kurz vor Ende mit spektakulärem Totalausfall und besoffenen Suizidandrohungen den Aufenthalt beendete. Ich mag gar nicht an das Gefühlsleben von damals zurückdenken...
Es war schrecklich.
Und alles nur, weil ich einfach nicht die Initiative ergriff. Immer nur bis zur Klinik und dann sollten die mir helfen.
Ich kam nicht vom Fleck.
Ich saß nur da und hoffte, nahm Pillen, hörte zu ohne was zu sagen.
Ich war traurig und so wütend.
Und alles half nichts, weil ALLES sich halt nur auf eine sehr beschränkte Auswahl bezog:
Warten, dass die Tränen versiegen.
Warten, dass die Pillen wirken.
Warten, dass ich abgenommen habe.
Warten, dass der Kopfschmerz vergeht.
Warten, dass ich einen guten Tag habe.
Warten, dass...
Warten, dass..
Warten, dass.
Ich musste aufhören zu warten.
Es spielten Verstrickungen zusammen, die ich in meiner Nachlässigkeit, mich zu kümmern, selbst erschaffen hatte und retteten mir den A.
Es gab keine Medikamente mehr und ich stellte fest, es macht keinen Unterschied.
Das gleiche Auf und Ab wie immer.
Und ich hörte auf, im Außen nach Lösungen zu suchen.
Und lernte endlich, mit mir selbst klarzukommen und einen Blick ins Innere zu wagen.
Die Lösung ist nicht, deine problematischen Gefühle klein und taub zu halten. Dass es endlich still wird. Und du endlich funktionierst.
Die Lösung ist, es auszuhalten, sich zu regulieren, sich zu fragen, wo kommt diese Flutwelle plötzlich her?
Denn eigentlich ist es nie plötzlich.
Wir stellen die Ohren nur solange auf Durchzug, bis es uns das Trommelfell zu zerreißen droht.
Meine Lösung war es, nicht mehr zu warten, dass ich nicht traurig bin und die Tränen versiegen,
sondern heulend vor die Haustür zu gehen und das zu ertragen.
Dass ich jetzt weinen muss, obwohl ich zur Arbeit muss und das keiner sehen soll und ich es nicht unterdrücken kann.
Ja.
Dann ging ich weinend und bewies mir jeden Tag aufs Neue: ich kann das.
Auch mit Tränen in den Augen kann ich das. Und die Tränen versiegten.
Uns trennen nur zehn Jahre, aber in denen wird auch bei dir viel passieren.
Vielleicht lässt du es einfach passieren?
Vielleicht hörst du auf, Dates zu suchen.
Vielleicht suchst du eine Freundin und machst nette Unternehmungen.
Lernst dich kennen.
Was macht dir Spaß?
Wie verbringst du deine Freizeit außer suchend? Nach Anschluss, Partner, dem richtigen Outfit, etc pp.
Mach was.
Mit Freunden, aber auch Unternehmungen allein können bereichernd und stärkend sein (umso mehr, je weniger du dir vorstellen kannst, etwas allein zu unternehmen
😋)
Mach was.
Um das Leben zu genießen.
Nicht auf der Suche nach einem Mann.
Sondern ganz bei dir und im Moment.
Die Männer kommen von alleine, wenn frau sie nicht braucht
😂Und dann musst du klar zu dir stehen, denn Partner allein macht noch lange nicht glücklich
.