Zitat von ma777: Danke dir! Damit machst du mir neuen Mut
Ich habe wenig Ahnung von ADHS, mein Sohn ist Autist, aber was Du beschreibst, ist mir trotz unterschiedlicher Diagnose sehr vertraut.
Ich arbeite in einer Psychiatrie und manche Patienten bleiben einfach in Erinnerung.
Vor ein paar Jahren hatten wir einen Patienten mit ADHS, weswegen er aber nicht bei uns war. Er hat aber viel darüber berichtet, hat SHG besucht, Therapien gemacht, Retalin genommen sowie ein Netzwerk, mit dem er immer im Austausch steht/stand.
Er hat seine Kindheit beschrieben mit all den guten und schlechten Erlebnissen.
Und er schilderte das Phänomen mit dem Schlaf. Für ihn war Schlaflosigkeit oder gestörter Schlaf immer die Vorahnung, dass er aus dem Gleichgewicht kommt. Bis zur Pupertät hat er Schlafprobleme, was sich dann irgendwie einpendelte und gleichzeitig regulierten sich auch die Ausbrüche. Im Austausch mit Gleichgesinnten erfuhr er massig ähnliche Erlebnisse und auch eine postiv in Erinnerung gebliebene Therapeutin setzte das Schlafverhalten stets in den Fokus.
Ich habe seit dem auch immer ein Auge auf den Schlaf meines Sohnes, der im übrigen auch gewinnt, wenn es darum geht, bei mir zu schlafen.

P.S. Besagter Patient war Polizist mit einer sehr erfolgreichen Laufbahn, irre charismatisch (was natürlich nix zur Sache tut) und seine beste Therapeutin (er hat als Kind/Jugendlicher Therapie als unsinnig und wenig hilfreich empfunden und nach mehreren Versuchen wurden diese abgebrochen) war lt. eigenen Angaben seiner Mutter, die ihn nie aufgeben hat und trotz das sie seine neuro-untypische Art nie verstehen konnte, fühlte er sich beschützt und geliebt, aber auch gefordert/gefördert.
Vielleicht ist es das? Vielleicht kann man einfach nicht mehr machen, ausser zu lieben, zu schützen, da zu sein und Herausforderungen immer wieder anzugehen und zu begleiten.
Und genau so anzuerkennen, dass es manchmal Schwerstarbeit ist, die an der eigenen Substanz nagen kann.