sade
Gast
Ich war AE mit drei Kindern, ein Kind damals erst zwei Jahre alt. Ganz bestimmt bin ich kein Einzelfall; bei uns im Bekanntenkreis kenne ich kaum jemanden, der sozial abgestürzt ist, weil er AE war. Wenn, dann hat es vorher schon mächtig gehakt.
Wenn ich mich z.B. in prekären beruflichen/wirtschaftlichen Verhältnissen befinde und dann noch einen oben drauf setze, indem ich von jemanden, der auch nur vom Staat lebt, ein Kind bekomme; dann kann der Staat da auch nicht mehr viel richten. Da sollte man dann schon mal die Verantwortung bei sich suchen. Ungeplant schwanger: muss heutzutage nicht mehr sein. Für mich fängt Verantwortung für ein Kind an, dass ich erstmal die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür schaffe... Und da kann dann immer noch genug dazwischen kommen.
Ich habe nach meiner Elternzeit bei Kind drei ein halbes Jahr in meinem alten Unternehmen gearbeitet und dann etwas Neues gesucht (Standortwechsel des AG) ; dass ich AE war, war kein Problem. Es wurde nur gefragt, ob die Betreuung gesichert ist. Ich habe sogar sofort etwas gefunden, was auch besser bezahlt war. Aber ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, mir den Luxus der Teilzeit zu gönnen.
Das habe ich übrigens auch später bei Kind vier nicht, obwohl mein Mann mehr als überdurchschnittlich verdient.
Ja, AE ist anstrengend, aber nicht unmöglich. Und nein: der Staat ist nicht dafür verantwortlich, dass ich meine Kinder ernährt bekomme. Dafür bin schon ich verantwortlich. Der Staat springt im Notfall ein.
Ich hatte nie eine Abtreibung und es ist mir wurscht, ob andere Frauen abtreiben, das muss jeder selbst wissen. Nur gezwungen wird niemand. Genauso wie niemand gezwungen wird, die Verhütung wegzulassen.