Hola15
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Aber jeder sich alleine in seiner Not fühlt, bzw. alleine gelassen fühlt.
Auf mich macht es den Anschein, dass deine Mädels den Eindruck gewonnen haben, dir ginge es gut bzw. besser nach ihrem Vater und du würdest das Leben jetzt so richtig genießen wollen. Evtl auch mit dem Gedanken auf Kosten des Lebens ihres Vaters - mit einem Mann der schon vorher bekannt war und nach recht kurzer Zeit,
Während sie trauern und sich in ihrer Trauer allein gelassen fühlen - ihr nicht in einer gemeinsamen Trauer und Schmerz verbunden seid.
So interpretiere ich auch die Aussage du wärst als Mutter mitgestorben. Überspitzt ausgedrückt, du lässt deine Vergangenheit, eure Familie und auch sie hinter dir, während sie mit ihrer Trauer und ihrem Schmerz zurückbleiben. Auch wenn du den äußeren Rahmen hältst- aber innerlich nicht mehr.
Du liest dich auch anfangs so. Die Versagungen der Vergangenheit nun etwas überkompensierend und mit - überzeichnet ausgedrückt - „Luxusproblemen“.
Das es für dich anscheinend eine Flucht ist, wie es dir wirklich geht, das du in ihm deinen Halt suchst- wissen das deine Mädels?
Was weißt du von den Gefühlen deiner Töchter? Kannst/könntest du sie verstehen und halten auch wenn sie irrational erscheinen?
Gerade das Thema Schuld ist bei Todesfällen und insbesondere bei dieser Art fast immer präsent und fast immer irrational. Aber da und es braucht seinen Platz.
Das Thema Loyalität wurde hier im threat mit „nur loyal“ abgetan. Loyalität zu Eltern ist nicht „nur“, Loyalität ist wahnsinnig wirkmächtig. Soviel kann ich aus 20 Jahre Arbeit in der stationären Jugendhilfe eindeutig sagen. Egal ob rational/ irrational, gesund oder ungesund - es ist da und kann nicht einfach mit einem „nur“ abgetan werden. Auch das braucht seinen Raum. Die Geister die in die Flasche gesperrt werden gären dort drin und werden nur immer größer und mächtiger. Und anscheinend spalten sie euch schon enorm.
An dieser Stelle mit Trotz und Widerstand zu reagieren treibt euch nur immer weiter voneinander fort und macht jeden immer einsamer.
Ich finde auch nicht, dass man mit 15 und auch nicht unbedingt mit 21 Jahren so „erwachsen“ ist, mit den ganzen Themen gut umgehen zu können. Nicht mal mit „normalen“ Todesfällen von Eltern.
Und was es heißt Verantwortung für Kinder zu haben und deshalb evtl in einer unglücklichen Ehe zu lange zu bleiben - was es für den Elternteil wirklich bedeutet und er sich (zu recht) auch ein glückliches Leben wünscht- auch das können sie mE nach, noch nicht wirklich erfassen. Das muss man erfahren und erleben.
Ich wünsche euch, dass ihr euch wieder aneinander annähert. Das ihr euch zeigt. Dass ihr euch seht, zumindest du deine Kinder, falls sie es andersrum derzeit noch nicht können. Dass es einen Weg gibt dies auch mit externer Unterstützung ZUSAMMEN aufzuarbeiten, insbesondere für dich als Hilfe die Gefühle deiner Kinder halten zu können.
Ihr habt einen großen Schicksalschlag erlebt. Dafür kann keiner von euch etwas. Am allerwenigsten die Mädels die sich ihren Vater nicht aussuchen konnten. Sie haben/hatten nur diesen.
Es tut mir für euch alle leid, durch diese schwere Zeit gehen zu müssen. Man kann sich seine Herausforderungen leider nicht immer aussuchen. Aber man sollte sich diesen stellen.
Alles Gute für euch!