misssna
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Vor ab möchte ich von vorn herein sagen, dass mein Fall ziemlich speziell ist und ich nicht glaube, dass ich auf etwas Ähnliches hier treffen werde. Es geht um schlimme körperliche Gewalt und in meinen Augen emotionaler Missbrauch.
Ich freue mich über jeden, der sich die Zeit nimmt, das hier zu lesen, ich versuche mich kurz zu halten.
Anfang Mai 2016 trennte ich mich von einer 3 jährigen und am Ende nur noch unglücklichen Beziehung .
2016 im Juli lernten ich und mein neuer (Ex)Partner kennen, durch Zufall auf einer öffentlichen Veranstaltung. Wir tauschten Nummern aus und schrieben von dort an öfter. Anfang August fingen wir an uns zu treffen. Fast täglich. Er übernachtete oft bei mir und wir haben ein sehr enges Verhältnis aufgebaut. Ich nahm ihn mit zu Freunden, stellte ihn meinem Vater und seiner Frau vor. Alle mochten ihn, meine Freunde, Verwandte. er war lustig und offen. am 24.09.2016 beschlossen wir es mit einer Beziehung zu versuchen. Es lief alles wie perfekt und ich war sehr glücklich, da er alles für mich tat und wir irgendwie viel gemeinsam hatten. Irgendwann kam die Wende, er wurde zunehmend eifersüchtiger und ihn störten viele Dinge, die ich tat. Ich habe jegliche Anzeichen allerdings ignoriert.
Am 24.12.1016 lud ich ihn abends zu meiner Mutter ein, Heiligabend, um auch sie kennenzulernen. Auch sie mochte Ihn sofort.
Am 25.12.2016, der erste Weihnachtstag, dann der schlimmste Tag meines Lebens und wohl auch das meiner Eltern und meiner Freunde.
mein Vater und seine Frau luden uns zum Essen ein, alle tranken viel, danach sind wir mit zu Ihnen, wo er mich in meinen Augen blamierte, da er Dinge sagte wie, ich dürfte nicht feiern gehen oder mit Männern Kontakt haben und er zunehmend immer mehr betrunken wurde. Ich habe mich geschämt, dass er sich so vor meinem Vater äußerte und irgendwann wollte er mit dem Taxi nachhause. also fuhren wir nachhause. bis heute die schlimmste Entscheidung, die ich je traf.
Wir stritten sehr lange und ich machte ihm klar, dass das nicht die Art von Beziehung ist, die ich führen wollte. Ich bat ihn zu gehen und rief ihm ein Taxi. Er sagte er kann das nicht akzeptieren, ging aus dem Raum, in die Küche und kam wieder mit der Hand hinterm Rücken und ich bekam Angst, ich fragte ihn was er macht. er lachte und zeigte seine leere Hand. Ich weinte und sagte, dass ich Angst habe und er gehen soll. Er ging runter zum Taxi. Ich sah aus dem Fenster, dass er das Taxi wegschickte und schellte wieder unten an der Tür. Ich machte nicht auf. Irgendwann hörte ich einen Schlüssel in der Tür, den er sich zuvor heimlich nachmachte. ich bin ausgerastet und habe ihn gesagt, dass das krank sei und ich nicht weiß was er von mir erwartet. Er nahm mir mein Handy weg und bedrängte mich. Ich schloss mich auf Toilette ein. Wir stritten durch verschlossene Tür. Ich sagte, dass die Beziehung beendet sei und ich sowas als Beziehung nicht möchte. Er fragte mich, ob ich das ernst meine und ob das mein letztes Wort sei. Ich bejahte. In dem Moment öffnete ich die Tür. Er stand genau gegenüber in der Küche. machte die Schublade auf, sagte wenn nicht ich, dann bekommt dich keiner nahm das größte Küchenmesser (18 cm) aus der Schublade und stach auf mich ein.
Erster Stich oberhalb der rechten Brust. Der zweite Stich galt dem Hals, welchen ich aber mit der linken Hand abwehrte und der Stich somit komplett durch meine linke Hand ging. Dritter Stich direkt hinterher in mein linkes Handgelenk. Der vierte war an meiner linken Brust, allerdings nur gestriffen, weil ich mich nach hinten fallen ließ. Ich zog einen Wäscheständer vor mich.
Es war wie in einem Film. Ich versuchte zu realisieren, was hier gerade passiert. Ich schaute ihn in die Augen und sah nur Leere. Ich habe klar und rational nachgedacht, wie ich es schaffe aus dieser Situation lebend rauszukommen. Überall kam Blut raus. Fontänen artig. besonders aus dem Brust Bereich. Ich redet ruhig mit ihm, was er da tut, dass ich ihn doch lieben würde und mich doch niemals trennen würde. Gerade als er wieder auf mich einstechen wollte, hielt er Inne und meine Worte kamen bei ihm an. Er guckte mich nur an und ich versprach ihm, dass alles gut werden würde und wir sagen, dass er es nicht war. Aus irgendeinem Grund glaubte er mir und sagte ganz ruhig, dass er einen Arzt rufen würde. Er ging in die Küche. In dem Moment rannte ich an ihm vorbei, in den Hausflur und schrie so laut ich konnte um Hilfe. Es war ca 22:20 Uhr. Erster Weihnachtstag. War überhaupt jemand zuhause? Er kam in den Flur, das Messer Immer noch in der Hand und fragte mich panisch was ich machen würde. Ich sagte ich brauche schnell Hilfe, ich verblute. Ich verlor Unmengen an Blut. Er sah mich von oben an, ich lag auf dem Boden. Ich schaute ihn ins Gesicht und fragte ihn, warum er das getan hat. Er sagte nur, dass er es nicht wüsste. Eine Tür öffnete sich, direkt neben mir. Meine Nachbarin sah mich, blutend, ihn mit Messer in der Hand. Die Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben, aber sie blieb. Ich schrie, dass ich Handtücher brauche und er holte mir welche. Sie, die Nachbarin, rief den den Notarzt. Ich lief wieder ein paar Meter weiter in den Flur. Ein weiterer Nachbar von oben kam runter, um zu schauen was los war. In dem Moment sackte ich wieder zusammen. Zu viel Blut verloren, zu viel Adrenalin, ich bekam keine Luft, da meine Lunge durch das Messer verletzt wurde. der Nachbar kam runter kniete sich neben mich, versuchte mich zu beruhigen. Der Nachbar sah IHN. immer noch mit dem Messer in der Hand. er nahm es IHM langsam aus der Hand und von dort an sah ich IHN auch nicht mehr. ER verschwand. Ich drückte mit den Handtüchern meine Wunden zu, um nicht zu verbluten. aber ich hatte keine Kraft mehr. Der Nachbar übernahm es. Er schaute mich an und streichelte mir über den Kopf. Was wäre, wenn er nicht gewesen wäre? Ich weinte und sagte, dass ich nicht sterben will. Er sagte, dass er mich nicht sterben lässt. Ich bekam immer weniger Luft und sagte immer wieder, dass ich sterben werde und meine Eltern lieben würde. Er solle es Ihnen sagen. Er sagte nur, dass ich es Ihnen selber sagen werde. Mein ganzer Körper war voller Adrenalin, ich zitterte und war verkrampft. Mehrere Nachbarn waren da, der Notarzt und die Sanitäter waren unterwegs. Ich bekam fast gar keine Luft mehr. Sanitäter und Notarzt waren da. Sie schickten meinen Nachbar weg, was ich nicht wollte und schrie, dass er bleiben solle. Sie ließen ihn bei mir und versorgten mich. Irgendwann In dem Moment gab mein Körper nach. Ich krampfte nicht mehr und hatte auch keine Panik mehr. Ich sah meinen Nachbarn in die Augen und blieb ruhig. Ich sah plötzlich den Tod vor mir. Ich wusste jetzt gleich ist es vorbei. Ich habe innerlich abgeschlossen und dann kam es wie ein Schlag. Ich schloss die Augen, bekam in keinster Weise mehr Luft. Auf einmal zog alles an mir vorbei, meine Familie, Eltern, Freunde, alle schönen Momente. Wie eine Diashow in viel zu schnell. Ich war ruhig. Ich habe mich in Gedanken verabschiedet. Ich war nur noch körperlich da. Auf einmal schlief ich ein. Wie ich dachte für immer. Aber das Schicksal hatte etwas anderes mit mir vor.
Das erste Mal, als ich die Augen öffnete wusste ich nicht wo ich war. Alles tat weh, ich konnte mich nicht bewegen. Ich sah meine beste Freundin und fragte sie wo ich sei. Sie sagte mir ich sei im Krankenhaus, auf der Intensivstation. Sie sagte mir, dass ich 7 Stunden Notoperiert wurde. Dass ich lebe. Es sehr knapp war, aber ich lebe. Meine Eltern kamen. Sie weinten. Ich war so stark unter Medikamenten, dass ich im Bezug auf Emotionen nichts verspürte. Ich habe wirres Zeug geredet und habe garnicht verstanden, was da passiert ist.
So bis hier hin würde ich gerne einen kleinen Cut machen, da ich erst gerne wissen würde, ob es euch interessiert wie es weiter ging.
Danach fing erst der richtige Horror an, wie ich ihm wieder verfiel, trotz dessen was passiert war. Was alles schlimme zwischendrin passiert war und warum es mir jetzt, über 3 Jahre später Immernoch so schlecht geht und ich trauere.
Lasst es mich wissen, falls es auch interessiert.
Ganz liebe Grüße