Ich wurde in einer Beziehung noch nie Opfer von körperlicher Gewalt, was ich aber sehr wohl kenne ist das Hand ausrutschen als Kind und Jugendliche.
Rückblickend vermute ich dass es immer eine Mischung war aus angestauter Wut, Hilflosigkeit, Ungeduld, kurzzeitiger Verlust der Impulskontrolle, mangelnde Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit.
Und ich kann mir gut vorstellen, dass das in einer Beziehung in der Gewalt vorkommt ähnlich ist.
Und ich finde, zu verstehen wodurch Gewalt in Beziehungen entsteht, wo die sehr individuellen Grenzen sind, zu eruieren wann jemand Täter und wann Opfer ist bedeutet in keinster Weise, dass Gewalt toleriert und akzeptiert wird.
Bedeutet nämlich für mich, dass all die Menschen, die ehrenamtlich und beruflich mit Menschen arbeiten, die Gewalt ausgeübt haben ja dann gleichzeitig Gewalt verharmlosen und tolerieren.
Finde ich zu einfach.
Zitat von Sohnemann:Nach körperlicher Gewalt ist die Beziehungen nicht mehr zu retten.
Die Frage ist nun, gibt es Alternativen?
Und wie sehen die aus?
Ich denke auch, wie bei ganz vielen Grenzüberschreitungen, dass eine Beendigung der momentanen Beziehung nach körperlicher Gewalt vollzogen werden sollte.
Und dann beide Beteiligten vor ihrer Haustüre kehren.
Wo sind meine Anteile, wo meine Defizite?
Wie oft war ich Täter, wann war ich Opfer?
Was möchte ich für mich ändern, woran möchte ich arbeiten? Und wie?
Und dann sehe ich durchaus die Möglichkeit Spiralen zu durchbrechen und sogar auch mit dem alten Partner eine neue Beziehung zu führen.