Zitat von Kibo: Bilde dich
Gerne.
Aber nicht mit pseudowissenschaftlicher Literatur. Zu Sex at Dawn lies unbedingt das darauf erschienene Sex at Dusk, das die gleichen Quellen verwendet, um eine Antithese aufzustellen und dadurch belegt, dass das Psychologenehepaar, das "Sex at Dawn" geschrieben hat, sich lediglich die Zitate aus Studien rausgesucht (und teilweise passgenau abgekürzt) hat, die ihre Thesen belegen.
Aber sehr schön zu sehen, was bei Dir nach der Lektüre des einen Buchs hängen geblieben ist.
Wissenschaft ist ergebnisoffen. Thesen dürfen aufgestellt und Beobachtungen, die diese Thesen untermauern, gesammelt werden. Wenn dabei jedoch auch Erkenntnisse gewonnen werden, die der Ursprungsthese widersprechen, ist es unredlich und vor allem unwissenschaftlich, diese Erkenntnisse zu verschweigen. Da kommen wir dann in den Bereich der Ideologie, die pseudowissenschaftlich untermauert werden soll. Und genau das haben die Autoren des von Dir zu Bildungszwecken angeführten Buchs getan, um Polyamorie als die ursprünglichste und "natürlichste" Gesellschaftsstruktur darzustellen. Evolutionsbiologisch belegt ist da nichts. Sie haben lediglich evolutionspsychologisches reverse engineering betrieben, um der Monogamie mal den Kampf anzusagen.
Hätten sie es als persönliche Meinung und Präferenz dargestellt und die soziologischen Vorteile betont, hätte es wohl nie ein "Sex at Dusk" gegeben.
@roter Kater: Ob das Schmarrn ist, werden vielleicht die nächsten Jahrzehnte zeigen. Wir sind ja auch gerade erst dabei, diese "Männer = Jäger", "Frauen = Sammler" These zu widerlegen, indem erstmals das Geschlecht von Verstorbenen, deren Gräber auf einen Jäger hinweisen, überprüft wird. Bislang wurden alle Jäger automatisch als Männer qualifiziert. Bei den Gräbern, bei denen nun das Geschlecht untersucht wurde, wurden bei 30-50 % der Jäger biologisch eindeutig (30%) bzw. sehr wahrscheinlich bis eindeutig (50%) weibliche Geschlechtsmerkmale festgestellt. Die Gräber von Nicht-Jägern wurden bislang auch nicht untersucht, sondern nach Geschlechtsrollenerwartung zugeordnet. Das gibt's dann vielleicht auch noch eine Überraschung und Korrektur des "Quatschs". Das macht Wissenschaft ja so spannend.
Meinen Quatsch hab ich von Sloan und Simmons, die "The evolution of female genitalia" untersucht haben und aus der Entwicklung die dahinter stehenden Mechanismen. Die beiden behaupten, dass das "Schlüssel-Schloss" Prinzip ebenso wie die ominöse "female choice" keine große Rolle gespielt haben können, sondern alles auf "sexual conflict" als Evolutionstreiber hinweist. Warum humane P. ihre Schuppen verloren und eine schildförmige Eich. entwickelt haben, ist auch noch nicht final erforscht. Humane Vaginen weisen jedoch bei konsensualem Verkehr nicht wesentlich weniger Verletzungen auf als bei nicht-konsensualem Verkehr, was der Evolution von Tierarten, die ebenfalls nicht auf "female choice" angewiesen sind, entspricht.
Wer möchte, kann aus den Indizien natürlich auch schließen, dass unsere Urahnen "ganz natürlich" auf BDSM und rough intercourse standen und dadurch die Vulva- und Vaginen-Entwicklung ihren Lauf nahm.
Aber das wäre dann wohl ebenso ergebnisorientiert gedacht wie der Mythos der sexuell freien und über die Geschlechter hinweg stets selbstbestimmten Ursprungs- und Urwaldgesellschaften.
Dass zu Zeiten großer Machtkonzentration der Genpool sich hinsichtlich der Urväter stark verengte (Gengis Khan und weitere) kann auf die Redpill These, dass 80% der Frauen sich sexuell nur für die reichsten 10% der Männer interessieren hinweisen. Oder darauf, dass diejenigen mit unbegrenzter Macht sich nehmen, ohne zu fragen, und sexuelle Selbstbestimmung für Frauen spätestens mit Sesshaftwerden der Urvölker bzw. Ackerbau vorbei war.
Hat alles nichts mit dem gescheiterten Flirtversuch des TE im Büro zu tun oder den anlasslosen Kündigungen während der Probezeit.
Damit es nicht vollends OT wird:
@Kibo: Da Du nun die Kollegin wieder/weiterhin wie jede/n andere/n Kollegin/en behandelst, ein kleiner Tipp: Nicht jedem Kollegen erzählen, an welchen WEs Du zu wem zum pop. fährst. Könnte unangebracht wirken und ist TMI.