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Komplette Lebenskrise Tausend Baustellen auf einmal

Elfe11


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@Blacksilver87
Ich habe weitaus schlimmere Erfahrungen wie du gemacht im Freundeskreis. Darauf will ich nicht näher eingehen. Mein Rat an dich. Lass' Freundinnen Freundinnen sein. Versuche einen liebevollen Partner zu finden. Triff dich nicht zu oft mit den Mädchen, mache dich rar, schreibe nicht so viel! Geniess ab und zu wenige vereinzelte Treffen mit klarer Agenda. Ab und an ein Pyjama Abend mit Übernachtung und und zusammen Kochen, Yoga oder TV Abend. Komm' weg von den Problemgesprächen. Nimm' deine Freundinnen nicht mehr so wichtig. Leben und leben lassen. Ziehe dich zurück! Kümmere dich gut um deinen Job und nette Arbeitskollegen. Kümmere dich um dein Leben! Hübsche deine Wohnung auf, sortiere deinen Kleiderschrank und die Küche neu. Hast du nette Nachbarn? Suche dir 1-2 aktive Facebook Gruppen, mit denen du regelmäßig schreibst und telefoniert und dich austauscht, z. B. ein vegane Kochgruppe. Etwas was dich erfreut. Höre auf deinen Freundinnen nachzutelefonieren. Achte auf deine Gesundheit, mache Sport und widme Zeit deinem Hobby Kunst. Vielleicht findest du dort Gleichgesinnte. Gönne dir selbst kleine Ausflüge oder Wochenendreisen und plane deinen Urlaub. Wäre ein Haustier was für dich? Du klingt wirklich super sympathisch, klug und empathisch, reflektiert. Ich mache immer wieder ähnlich negative Erfahrungen mit sogenannten "Freundinnen". Gib ihnen nicht so den hohen Stellenwert in deinem Leben. Ab und an ein Treffen und sonst eben kein Kontakt. Vielleicht tun sich beruflich gute Kontakte auf oder auf einer Reise oder über Facebook? Du bist eine liebenswerte Person, kaufe dir ein paar Bücher zum Thema Respekt und lies die mal. Vielleicht hast du wie ich eine kleine ayurvedische Vata Störung, zuviel Luftelement und Kommunikation? Da gibt es pflanzliche Medikamente aus dem Ayurveda. Konzentriere dich stärker auf deinen Tagesablauf, dein Leben, lerne kochen, mache eine Weiterbildung oder deinen Dr. Titel, lege Geld in Aktien oder Immobilien an, suche dir deinen Weg. Wie wäre es mit Kunst Kreativ Workshops? Organisiere eine Ausstellung?! Nimm Reitstunden oder kaufe dir eine Katze, Hund, Vogel. Lade dir ein paar neue CDs down. Lies ein gutes Buch. Ich kann dir die Kluftinger Allgäu Krimis empfehlen zum Start - leichte Kost. Wie steht es um Kontakt zu deinen Eltern? Grosseltern?
Was kochst und isst du täglich?

23.11.2020 19:47 • #16


Sonnenblume53


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Wow, Elfe!
Da hast Du ja tatsächlich ihr Leben in einem Beitrag umgekrempelt....echt heavy.

Ich hoffe, Blacksilver kann daraus was für sich mitnehmen.
Mich würde das, ehrlich gesagt, erst mal erschlagen...

23.11.2020 19:54 • x 1 #17



Komplette Lebenskrise Tausend Baustellen auf einmal

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Elfe11


1993
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Oh je, es sollte eine Anregung sein! Sich nicht so abhängig zu machen vom Freundeskreis. Der dankt es einem nicht! Investiere nicht soviel Zeit in Freunde! Das ist nur ein Pfeiler von vielen, die dein Leben Stützen. Stell dich auf deine Hinterbeine und mach dich frei!

Wenn du dich langweilst, mach' dir Termine in den Kalender! Notfalls Friseur, Spaziergang oder Ausflug, Reitstunde, Obst kaufen, Gesangsunterricht, whatever. Und ja, die lieben Mitmenschen sind so egoistisch und desinteressiert... Such' dir neue Kontakte auf Augenhöhe und gucke, wer sich bei dir meldet, schlage Termine zum Spaziergang am See oder Pyjama Abend vor, werde locker!

Auf Youtube gibt es klasse Meditationen. Meditation zum inneren Kind oder Atemmeditation. Oder du wirst kreativ! Stell dir einen Wecker und genieße 1 Kreativstunde nur mit dir! Lerne mit dir alleine zu sein.

23.11.2020 19:59 • x 2 #18


Sonnenblume53


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Elfe, Du hast Dir wirklich Mühe gegeben und gute Anregungen!

Zitat von Elfe11:
Oh je, es sollte eine Anregung sein!

23.11.2020 20:04 • x 1 #19


Blacksilver87

Blacksilver87


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Lieben Dank euch . Also mittlerweile hat sich vieles wieder eingerengt. Aber mir ist über Corona bewusst geworden, wie manche Freundschaften eigentlich funktionieren. Ich habe selbst viele Hobbys und vieles was mir gut tut und lerne auch schnell neue Menschen kennen. Sogar komischerweise in diesem Jahr. Und trotzdem verletzt es mich manchmal sehr, wenn ich sehe, wie meine Freundinnen, also nicht alle, manche, die ich Jahrzehnte habe, so agieren. Dieses neidische Verhalten macht mich wahnsinnig. Und das Problem ist, dass ich irgendwann dadurch unsicher war. Ich bin es eigentlich gewohnt, weil es schon immer so war. Und irgendwann habe ich mich selbst klein gesehen, anstelle zu sehen, dass manche Freunde von mir so unsicher sind und dann besonders eng mit mir sind, wenn es mir nicht gut geht. Und ich ärgere mich so, dass ich dadurch manchmal Selbstzweifel habe. ganz außenstehende Menschen reagieren anders auf mich. Die suchen Kontakt und ich weiss auch, dass ich gut mit Menschen kann. Habe mich nur zu lange abhängig gemacht und mir unsichere Freunde anscheinend gesucht. Neuere Freunde sind nicht mehr so unsicher, aber mich verletzt diese Missgunst bei jahrelangen Gefährten sehr. Bin gerade an einem Punkt, wo ich weiss, dass ein neuer Weg mir bevorsteht. Und den bin ich auch bereits gegangen. finde es nur krass, dass sobald es mir besser geht, manche sich distanzieren und wirklich alles mit mir vergleichen. Selbstbewusste Menschen kommen gut mit mir klar. Ich habe nur mein Selbstbewusstsein manchmal durch diese neidhammel schmälern lassen. Ich muss lernen, dass es mich nicht juckt und vor allem neu orientieren. Mich bringt das ja nicht weiter. Eher blockiert es mich.

23.11.2020 20:19 • #20


Bumich

Bumich


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Ich bin auch in einer ähnlichen Situation. Nur Bruch und Dallas. Und nicht erst seit diesem Jahr. Das kommt mir vor wie Treibsand. Je mehr ich strampel um da raus zu kommen, je mehr versinke ich. Manchmal muss man wohl ganz unten sein um zu erkennen.
Und solche Aussagen wie " Wenn du unzufrieden bist änder das doch" sind auch nicht wirklich hilfreich. Das impliziert, dass ich einfach nur zu doof bin. Ja, in der Tat. Mein Wissen ist umfangreich, aber begrenzt. Meine Unwissenheit ist wie das Universum. Grenzenlos. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Manchmal tun sich so viele Baustellen auf, dass man den Überblick verliert und gar nicht mehr weiss wo man anfangen soll. Im inneren Baustelle. Im äußeren Baustelle. Überall Baustelle :Schieflage auf allen Ebenen...roll: Und täglich grüßt das Murmeltier....Das muss man aber auch erstmal schaffen, sämtliche Bereiche seines Lebens so dermaßen vor die Wand zu fahren....Wie viel Energie ich dafür aufgewendet habe. Hut ab. Aber wie sagt man so schön" Wenn einem die Schei...bis zum Hals steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen"......

29.11.2020 13:52 • x 2 #21


Blacksilver87

Blacksilver87


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Ich muss nochmal hier schreiben. Kriege irgendwie die Krise und bin extrem verletzt. Also es hat sich schon einiges gebessert. Habe ja einen neuen Job und kann meinem Studium wieder nachgehen. Habe auch alte Kontakte neu aufleben lassen und scheine gerade eine noch sehr zarte Bekanntschaft zu einer Frau aufzubauen. Aber meine engen Freunde fehlen mir und ich bin super verletzt.

Ich hatte eigentlich immer recht viele Freunde. Meine Therapeutin meinte, dass es wirklich viele sind. Einen Kumpel habe ich letztes Jahr verloren, nachdem er eigentlich in mich verliebt war, was ich nicht wusste. Ansonsten war es immer konstant.

Von einer Freundin, die in meinen Augen wirklich narzisstisch ist, habe ich mich dieses Jahr getrennt.

Nun ist es so, dass meine engen Freunde dieses Jahr irgendwie zunehmend das Interesse an mir verlieren und es mega weh tut. Ich verstehe den Grund einfach nicht. Das paradoxe ist, dass mich eigentlich immer alle Menschen mögen. Vor einiger Zeit, vor dem harten lockdown, war ich mit ner Freundin auf ner Mini Mini Feier und sie sagte, alle haben dich direkt wieder geliebt.

Wieso verlieren meine engen Freunde so das Interesse? Eine ist dieses Jahr mit ihrem Freund zusammen gezogen und ihr leben besteht nun aus elternbesuche, coach und als highlight mal spiele Pärchen Abende. Wir kennen uns seit über 20 Jahren. Wir haben dieses Jahr öfter darüber gesprochen, dass sie mal mehr Initiative zeigen könnte und dann macht sie das für ne Zeit, dann flaut es wieder ab. Sie sieht mich aber zusätzlich als dauer Konkurrenz.

Eine andere Freundin ist dieses Jahr auch frisch verliebt. Sie kriegt es aber gut hin.

Die andere Freundin mit dem Baby, hat mir ja sehr üble Vorwürfe gemacht und ich weiss nicht, ob ich ihr das verzeihen kann. Die Menschen, mit denen ich darüber geredet habe, finden die Aussagen total bescheuert. Hier ist der Kontakt aber einfach mies und ich glaube, dass ich ihr das in der tiefe nicht verzeihen werde und auch kein Vertrauen mehr habe.

Bei einer anderen Freundin bin ich seit diesem Jahr prio nr. 100. Wir kennen uns gerade mal etwas mehr als 2,5 jahre und sie ist auch Single. Aber zeigt so viel Desinteresse. Mir tut das extrem weh. Ich kenne es auch nicht, dass Menschen so desinteressiert an mir sind. Habe sie zweimal angesprochen und kurz ändert sich was. Dann wird es wieder wie vorher. Zu meinem neuen Job hat sie sich so oberflächlich erkundigt und wirklich kaum Interesse gezeigt. Sie trifft mehrfach die Woche zwei andere Freundinnen und ich werde jetzt alle paar Wochen mal gefragt.

Ein Kumpel, mit dem ich gerade dieses Jahr viel gemacht habe, ist auch frisch verliebt und meldet sich einfach null. Habe es angesprochen und für ihn ist es ganz normal, dass er es nicht tut. Er ist so mit seiner Freundin beschäftigt. Als Single wollte er jedoch ständig was machen.

Weil das so viele sind, tut mir es mega weh und ich zweifel an mir. Ich kenne das einfach nicht und es geht ein Jahr nun schon so.

Ich weiss echt nicht, was ich machen soll. Wieso ist das plötzlich so ? Wie würdet ihr da vorgehen ? Habe noch andere Freunde und Kontakte, aber die kann ich im Moment wegen corona weniger sehen, weil die weiter weg wohnen.

Bin total verzweifelt. Meine Therapeutin geht zu wenig darauf ein und meint, liegt an Corona und frisch verliebt sein. Aber das ist für mich keine Freundschaft und bei anderen klappt es ja auch ganz normal, dass die Freundschaften gleich bleiben.

Habe überlegt, es noch ein letztes mal anzusprechen. Es geht in der Freundschaft ja auch um mich und ich leide einfach sehr darunter.

Habe keine Lust den Lückenbüßer zu spielen und es schlägt sehr auf mein Selbstwertgefühl.

06.12.2020 23:42 • #22


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey Silver, ich glaub Du musst Dich mal etwas erden beim Thema Freundschaft. Mir fehlt da Ehrlichkeit. Gute Freunde hat man max. ne Handvoll. Die stehen zu Dir, sind nicht neidisch oder Narzisten. Der Rest sind Bekannte. Und lass Dir nicht so ein Blödsinn wie von der Party einreden. Damit wirst Du manipuliert. Niemand "liebt" einen unbekannten Partygast. Als Frau hast Du die Vorteile der optischen Reize, die Du hier gekonnt einsetzen kannst. Das ist aber alles nur Oberflächlichkeit. Und die überforderte Mami-Freundin ist ja nun auch nicht das gelbe vom Ei. Sortier hier mal aus und definiere die Werte, welche eine Feundschaft für Dich ausmachen.

06.12.2020 23:59 • x 2 #23


Blacksilver87

Blacksilver87


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Zitat von Gorch_Fock:
Hey Silver, ich glaub Du musst Dich mal etwas erden beim Thema Freundschaft. Mir fehlt da Ehrlichkeit. Gute Freunde hat man max. ne Handvoll. Die stehen zu Dir, sind nicht neidisch oder Narzisten. Der Rest sind Bekannte. Und lass Dir nicht so ein Blödsinn wie von der Party einreden. Damit wirst Du manipuliert. Niemand "liebt" einen unbekannten Partygast. Als Frau hast Du die Vorteile der optischen Reize, die Du hier gekonnt einsetzen kannst. Das ist aber alles nur Oberflächlichkeit. Und die überforderte Mami-Freundin ist ja nun auch nicht das gelbe vom Ei. Sortier hier mal aus und definiere die Werte, welche eine Feundschaft für Dich ausmachen.


Ich danke dir. Ich hoffe meine Therapeutin kann darauf mal mehr eingehen. Bisher finde ich das in dieser Hinsicht echt Murks.... werde nochmal deutlich mit ihr sprechen müssen. Ja. Ich muss wohl rigoros umsortieren. Und eben neue Freundschaften knüpfen. Dazu hatte meine Therapeutin so komische Aussagen. Dass ich eher mal an meiner bindungsangst arbeiten sollte, es sei nun mal so, dass Menschen im meinem Alter sich auf Zweisamkeit besinnen und ich mir sonst jüngere Freunde suchen müsste...

Ja die Freundin mit dem Baby hat mein Vertrauen kaputt gemacht.

07.12.2020 00:44 • #24


Tin_

Tin_


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OK, Kopfwäschemodus an:

Zitat von Blacksilver87:
Habe keine Lust den Lückenbüßer zu spielen und es schlägt sehr auf mein Selbstwertgefühl.


Und wenn sie dann doch mal Zeit für dich haben, urteilst du dann so? Man kann natürlich kritisch auf andere Menschen schauen, aber wenn sie etwas tun, was nicht zu kritisieren ist, dann sollte man das nicht negativ bewerten. Leider neigen sehr viele Menschen dazu. Donald Trump könnte den Weltfrieden herstellen und alle würden das Haar in der Suppe suchen. Warum kann man (du) das nicht einfach annehmen?

Schau mal genau hin. Du bist das Zentrum deines ICHs aber sonst hat dich niemand als Zentrum. Prioritäten und Bedürfnisse verschieben sich. Mal temporär, mal dauerhaft.
Grade verliebte Menschen sind mit ihrem Kopf oft woanders als bei Freunden. Es geht vermutlich gar nicht um das Interesse an deiner Person an sich. Es geht vermutlich darum, dass deine sozialen Beziehungen ihr Leben so sortieren, wie sie es für richtig halten.

Diese Zeit ist kräftezehrend, für die meisten von uns. Was machen wir? Wir konzentrieren uns (extremer Vergleich, aber ich mag Metaphern), ähnlich wie ein Körper in Extremsituationen, auf die wichtigsten Dinge/Funktionen. Der Torso wird beispielsweise stark durchblutet und gewärmt, wenn er extremer Kälte ausgesetzt wird. Erst erfrieren die Gliedmaßen, also Teile, die nicht für die Überlebensfähigkeit nötig sind.

Auch hier kannst du das sehr oft beobachten. Wenn Menschen überfordert sind oder die Prioritäten anders setzen, für die Energie nötig ist, werden andere Dinge im Leben dieser Menschen mit weniger Energie bedacht. Es geht darum sich zu fokussieren. Oft liest man hier dann, dass "es nicht an einem selbst liegt". Meist eine Floskel, in der aber nicht selten viel Wahrheit steckt. Überforderung ist hier das Stichwort.

Die Frage ist zwar hypothetisch, aber: wie verhälst du dich, wenn du verliebt bist? Wie glaubst du, wärst du deinen Freunden gegenüber, wenn du schwanger wärst? Schau, du beschreibst bei deinen Freunden einschneidende Erlebnisse und/oder Veränderungen in ihren Leben. Hier geht es um deine Akzeptanz.

Warum bist du so "angewiesen" darauf, dass sie sich bei dir melden und du dich dadurch wertig fühlst?
Was du als loyal und integer ansiehst, ist deine Definition davon - und sie ist nicht allgemeingültig.

Meine Erfahrung und meine Beobachtungen dahingehend: es werden immer weniger Menschen, die einen mit den Jahren begleiten. Mal kommen neue hinzu, begleiten dich ein Stück und verschwinden auch wieder. Ich glaube, das ist ein ganz normaler Lauf der Dinge.
Innige, tiefe Bindungen gibt es fast kaum noch. Warum? Weil es das Leben ist. Es entwickelt sich permanent (weiter) - deswegen trennen sich auch Paare. Weil man eine Zeit lang zusammen den Weg gegangen ist, heisst das nicht, dass man immer miteinander kompatibel ist und auch nicht, dass beiderseits ständig derselbe Input an Invest vorhanden ist oder sein wird.

Auch du merkst doch grade, dass du gewisse Bedürfnisse hast und deswegen dieses Posting hier. Glaubst du denn, dass du die Bedürfnisse deiner Freunde grade umfänglich erfüllst? Auch du hast derzeit eine Schieflage in deinem Energiehaushalt und möchtest den gerne von außen wieder in Balance bringen. Deine "Methoden" sind da aber andere als die von anderen Menschen, beispielweise derer, die sich einfach zurückziehen und niemandem "sich" zumuten wollen

Das alles hat keinen Anspruch auf "Wahrheit". Es sind ein paar Gedanken, die ich dir mitgeben wollte zu denen, die du schon hegst.

07.12.2020 00:48 • x 1 #25


Tin_

Tin_


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P.S. ich glaube nicht an "Bindungsangst". Ich glaube an Bindungsstörungen. Auch denke ich, dass du dich da wirklich kritisch hinterfragen solltest. Was geben dir soziale Bindungen? Warum "musst" (deine Wortwahl) du eigentlich?

Es fällt mir auf bei dir. Du sprichst, wenn es um dich und deine Gefühle geht, gerne im Imperativ. Warum? Wieso machst du dir diesen Druck? Kannst du auch einfach "sein"? Ich lese eigentlich eines aus deinen Postings: ich möchte gemocht werden und ich habe so viel Zuneigung und liebe in mir, aber mir fehlen "Abnehmer". Das ist toll, wirklich. Ich beneide solche Menschen. Aber warum koppelst du das an Imperative....?

07.12.2020 00:54 • #26


Blacksilver87

Blacksilver87


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Zitat von Tin_:
OK, Kopfwäschemodus an:



Und wenn sie dann doch mal Zeit für dich haben, urteilst du dann so? Man kann natürlich kritisch auf andere Menschen schauen, aber wenn sie etwas tun, was nicht zu kritisieren ist, dann sollte man das nicht negativ bewerten. Leider neigen sehr viele Menschen dazu. Donald Trump könnte den Weltfrieden herstellen und alle würden das Haar in der Suppe suchen. Warum kann man (du) das nicht einfach annehmen?

Schau mal genau hin. Du bist das Zentrum deines ICHs aber sonst hat dich niemand als Zentrum. Prioritäten und Bedürfnisse verschieben sich. Mal temporär, mal dauerhaft.
Grade verliebte Menschen sind mit ihrem Kopf oft woanders als bei Freunden. Es geht vermutlich gar nicht um das Interesse an deiner Person an sich. Es geht vermutlich darum, dass deine sozialen Beziehungen ihr Leben so sortieren, wie sie es für richtig halten.

Diese Zeit ist kräftezehrend, für die meisten von uns. Was machen wir? Wir konzentrieren uns (extremer Vergleich, aber ich mag Metaphern), ähnlich wie ein Körper in Extremsituationen, auf die wichtigsten Dinge/Funktionen. Der Torso wird beispielsweise stark durchblutet und gewärmt, wenn er extremer Kälte ausgesetzt wird. Erst erfrieren die Gliedmaßen, also Teile, die nicht für die Überlebensfähigkeit nötig sind.

Auch hier kannst du das sehr oft beobachten. Wenn Menschen überfordert sind oder die Prioritäten anders setzen, für die Energie nötig ist, werden andere Dinge im Leben dieser Menschen mit weniger Energie bedacht. Es geht darum sich zu fokussieren. Oft liest man hier dann, dass "es nicht an einem selbst liegt". Meist eine Floskel, in der aber nicht selten viel Wahrheit steckt. Überforderung ist hier das Stichwort.

Die Frage ist zwar hypothetisch, aber: wie verhälst du dich, wenn du verliebt bist? Wie glaubst du, wärst du deinen Freunden gegenüber, wenn du schwanger wärst? Schau, du beschreibst bei deinen Freunden einschneidende Erlebnisse und/oder Veränderungen in ihren Leben. Hier geht es um deine Akzeptanz.

Warum bist du so "angewiesen" darauf, dass sie sich bei dir melden und du dich dadurch wertig fühlst?
Was du als loyal und integer ansiehst, ist deine Definition davon - und sie ist nicht allgemeingültig.

Meine Erfahrung und meine Beobachtungen dahingehend: es werden immer weniger Menschen, die einen mit den Jahren begleiten. Mal kommen neue hinzu, begleiten dich ein Stück und verschwinden auch wieder. Ich glaube, das ist ein ganz normaler Lauf der Dinge.
Innige, tiefe Bindungen gibt es fast kaum noch. Warum? Weil es das Leben ist. Es entwickelt sich permanent (weiter) - deswegen trennen sich auch Paare. Weil man eine Zeit lang zusammen den Weg gegangen ist, heisst das nicht, dass man immer miteinander kompatibel ist und auch nicht, dass beiderseits ständig derselbe Input an Invest vorhanden ist oder sein wird.

Auch du merkst doch grade, dass du gewisse Bedürfnisse hast und deswegen dieses Posting hier. Glaubst du denn, dass du die Bedürfnisse deiner Freunde grade umfänglich erfüllst? Auch du hast derzeit eine Schieflage in deinem Energiehaushalt und möchtest den gerne von außen wieder in Balance bringen. Deine "Methoden" sind da aber andere als die von anderen Menschen, beispielweise derer, die sich einfach zurückziehen und niemandem "sich" zumuten wollen

Das alles hat keinen Anspruch auf "Wahrheit". Es sind ein paar Gedanken, die ich dir mitgeben wollte zu denen, die du schon hegst.


Danke dir für deine Worte. Auch Kopf waschen tut gut. Ehrlich jetzt. Das ist auch gerade der Konflikt in meinem Kopf. Also meine größte Angst an Beziehungen z.b. ist genau das, keine Zeit für Freunde zu haben. Ich glaube mir sind Freunde wichtiger als eine Beziehung. In Beziehungen Stresst es mich irgendwann dauerhaft Zeit zu teilen. Ich fühle mich dann in Beziehung einsam, weil ich denke Freundschaften verschlechtern sich. Ich habe deshalb gegen Null Verständnis für so einen total Rückzug. Eigentlich finde ich das erbärmlich, weil ich das Gefühl habe, man macht sich abhängig vom Partner und ich finde zweieridylle spießig. Aber gut. Für solche Aussagen wäscht mir auch meine Therapeutin den Kopf und naja, vielleicht hat das ja eher was mit bindungsangst zu tun. Weiss ich aber nicht. Brauche viele Menschen um mich herum, das war schon immer so.

Liebe Gesellschaft und unter Menschen zu sein .

Manche Freunde existieren in Beziehung halt einfach nicht. Finde solche Menschen dann sehr langweilig und wenn sie wieder auftauchen, haben sie sich mir aber offenbart... und ich empfinde sie als spröde und abhängig.

07.12.2020 00:56 • #27


Tin_

Tin_


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Dann kann ich dir sagen: die meisten Menschen bewerten eine Paarbeziehung höher, als eine Freundschaft. Gerade bei Frauen ist das so.
Die Aussicht/Hoffnung/das Potential auf einen Partner mit dem eine Familiengründung möglich ist, ist rein statistisch gesehen schon geringer, als neue Freunde zu finden. Das ist übrigens auch ein Grund, weswegen es diese Sprüche gibt: "wenn er/sie ein wirklicher Freund ist....., (wird er/sie es verstehen, dass du dich wenig meldest und viel mit deinem Schatz machst....)"

07.12.2020 01:02 • #28


Tin_

Tin_


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Zitat von Blacksilver87:
Ich glaube mir sind Freunde wichtiger als eine Beziehung.

Du glaubst nicht, wie oft ich den Satz von Menschen schon gehört habe und auch nicht, wie oft der den Adenauer dann gemacht hat, wenn der Partner für die Zukunft vor auf der Matte stand....

07.12.2020 01:04 • #29


Blacksilver87

Blacksilver87


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Zitat von Tin_:
Dann kann ich dir sagen: die meisten Menschen bewerten eine Paarbeziehung höher, als eine Freundschaft. Gerade bei Frauen ist das so.
Die Aussicht/Hoffnung/das Potential auf einen Partner mit dem eine Familiengründung möglich ist, ist rein statistisch gesehen schon geringer, als neue Freunde zu finden. Das ist übrigens auch ein Grund, weswegen es diese Sprüche gibt: "wenn er/sie ein wirklicher Freund ist....., (wird er/sie es verstehen, dass du dich wenig meldest und viel mit deinem Schatz machst....)"


Wenig ist ja auch ok. Nur halt gar nicht finde ich schwierig. Ja muss das vielleicht mal überdenken. Danke für deine ehrliche Meinung dazu. Das tut gut. Was meinst du mit dem Imperativ?

07.12.2020 01:07 • #30



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