WaHey @DreamGirlEvil
ich möchte gerne auf einen etwas anderen Aspekt eingehen...
Mein erster Gedanke/ mein erstes Gefühl beim Lesen deines ersten Beitrags war: Klaustrophobie.
So ein intensives gegenseitiges Wühlen im Innersten. Dieser von ihm ausgeprochene Anspruch, auch das letzte Fitzelchen noch zu wissen. Dieses Auf-die-Goldwaage-legen soooo vieler Worte. Diese ständige Diskussion, was es denn nun ist, wobei jeder von euch sich mehr Gedanken darüber gemacht zu haben scheint, was der jeweils andere wohl will, als was er selber will. Dieser Anspruch von deiner Seite aus an Freundschaften...
Egal ob als Beziehungspartner oder als Freundin, ich würde in jedem Fall schreiend davonlaufen.
Zitat von DreamGirlEvil: Es passte nie so gut, dass eine wirklich enge Freundschaft daraus wurde.
Das ist doch irgendwie das schöne an Freundschaften, dass es gar nicht so "passen" muss.
Was muss denn genau passen? Muss die potentielle Freundin (ich schreibe mal bewußt in der weiblichen Form) sehr viel Zeit mit dir verbringen? Deine Neigung zum Seelenstriptease teilen? Ähnliche Meinungen/ Ansichten haben?
Zitat von DreamGirlEvil: war dabei aber austauschbar".
Das hast du ja scheinbar als große Kränkung empfunden.
Ich finde, es gibt auch eine große Freiheit, sowohl in einer Freundschaft, als auch in deiner Beziehung, grundsätzlich austauschbar/ersetzbar zu sein.
Bei der Ansage: Ich kann ohne dich nicht leben!, was das Gegenextrem wäre, würde ich inzwischen schreiend davonrennen.
Richtig schön ist es doch nicht, wenn man den anderen braucht, sondern wenn man den anderen gern um sich hat.
Wäre es möglich, dass ihr hier aneinander vorbeigeredet habt?
Zitat von DreamGirlEvil: Für ihn gehören Offenheit und Transparenz zu den allerobersten Werten
Waaaaaah....
Ehrlich sein, und dem anderen mitteilen, was für ihn von Relevanz ist, ja, das ist wichtig. Sich und den anderen gläsern machen (wollen) ne, ganz, ganz schlechte Idee.
Bitte überleg dir mal, wo für dich Grenzen der Offenheit sind, und sein sollten. Du schreibst ja auf der anderen Seite immer wieder, dass du dich oft unter Druck gesetzt gefühlt hast, noch offener, noch transparenter zu sein.
Wieviel Offenheit ist denn überhaupt sinnvoll? Und wozu?
Klingt als hättet ihr euch mit diesem Wunsch nach Verschmelzung, "Freundschaft", intimem Kennen etwas voreinander hergetrieben. Diese Ambivalenz hast du ja durchaus erkannt, ist dir auch bewußt, dass du sie genauso zeigst?
Zitat von DreamGirlEvil: Ich hab ihm da einfach zu sehr vertraut, denn er meinte, er legt viel Wert auf enge Freundschaften und Bindung und darüber schienen wir uns einig.
Nochmal die gleiche Frage: enge Freundschaft und Bindung ist wichtig und schön, und das eine Extrem. Ab wann wird es schädlich? Ab wann killt es Anziehung? Ab wann killt es Freiheit? Ab wann wird es bedrohlich, weil es zur Abhängigkeit führt?
Zitat von DreamGirlEvil: Wenn ich eins aus der Sache gelernt habe, dann, nicht so viel Nähe zuzulassen.
Darüber bitte ganz, ganz ausführlich meditieren. Genau da ist für mich der Ansatzpunkt. Verschmelzung ist keine Nähe. Dann sind nämlich die beiden Individuuen, die sich nahe sein wollten, nicht mehr da.
Zitat von DreamGirlEvil: will mich aber quasi davor schützen, dass er mir "so viel Freundschaft nicht geben könnte".
Vielleicht ist er in dieser Hinsicht sogar klarer (und gesünder?) als du.
Soweit meine 5ct. Ich hoffe, du kannst was damit anfangen.
Liebe Grüße von der Drachin