Zitat von cicada: Ich kann sehr klar sehen, warum es viele Männer gibt, die unter der Situation stark leiden und es leid sind, sich ständig als 'gut' beweisen zu müssen.
...und ich kann dir sagen, es nervt. Aber genau das ist es.
Dieser Geschlechterkampf wird meines Erachtens eher von weiblicher Seite geführt. Und ja, wenn ich von mir ausgehe oder auch anderen Männern mit denen ich so rede: Es ist eine Art Resignation, die ich an mir aber auch im Gespräch mit anderen Männern wahrnehme. ALs ob man nichts mehr richtig machen kann und permanent auf die politische Korrektheit achten muss. Ja nichts falsches sagen.
Leider können das einige Frauen überhaupt nicht nachvollziehen. Ich finde es auch immer spannend, wenn dann von diesen Frauen die Aussage kommt "Es ist unfair, dass Männer für die gleiche Arbeit mehr Geld bekommen." Faktisch gesehen richtig, aber die Formulierung finde ich spannend. Es wird "Blaming" betrieben. Warum kann Frau nicht so formulieren "Ich möchte dasselbe Geld für gleiche Arbeit". Das kommt gleich ganz anders rüber. Warum bleibt man da nicht bei sich und seinen Bedürfnissen?
Dieses Vergleichen, dieser permanente "Kampf" und das Blaming - das sind eben die Dinge, die ich stark an dieser "Geschlechter"-Geschichte kritisiere. Neben diesen Kampfemanzen (anders kann und möchte ich sie nicht nennen), die mir sauer aufstoßen.
Ich meine... das ist doch genau dasselbe wie in einer Partnerschaft, in der du dauernd auch deine Worte achten musst, damit der Partner nicht an die Decke geht, denn es kann ja missverstanden werden. So eine Partnerschaft empfinde ich als Gefängnis und ja, leider habe ich da meine Erfahrungen.
Zitat von cicada: Hat der Mann mit den Skepsis-Antennen auch noch seine Meinung sagen können?
Der meinte nur: Würd ich kaufen - ziemlich trocken. Allerdings hatte er sowieso nicht mehr wirklich Bock auf Shopping, glaube ich. Mir passiert das mit dieser "Shopping-Laune" auch nicht oft. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es wertschätzender und netter zugeht, wenn meine Shopping-Begleitung nicht meine Partnerin ist, sondern eine Frau mit der ich in einer anderen Beziehung stehe.
Er war leicht angenervt und seine Freundin/Frau war auch nicht wirklich nett zu ihm. Eher wie eine Mutti, die ihr Kind neu einkleidet und sagt, wie was zu sitzen und auszusehen hat. Zu mir war sie allerdings nett. Vielleicht es gerade das, weswegen Partnerschaften scheitern. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, überlege ich mir schon: Warum war sie nicht so nett zu ihm, wie zu mir? Ich habe ja deren Gespräche "nebenan" auch mitbekommen.
Zitat von NurBen: Es gibt auch noch die Möglichkeit von Halbtags, oder Minijobs.
Zudem sollte einen doch klar sein, dass wenn man ein Kind in die Welt setzt, jemand sich darum kümmern muss.
Sie haben sich doch für ein Kind entschieden. Dementsprechend hat es Konsequenzen auf das eigene Leben. Wenn man diese nicht will, sollte man nicht schwanger werden.
Es gibt auch die Möglichkeit, dass BEIDE sich in die Kinderbetreuung einbringen können. Aber ja, irgendwie hast du damit recht, auch wenn es sich im ersten Moment sexistisch anhört. Durchdenkt man das aber, dann gibt es eben diese Möglichkeiten heute - Für Frauen wie für Männer.
Gleich kommt bestimmt wieder jemand um die Ecke gehüpft und sagt: NAJAAAAA, wenn der Mann mehr verdient, dann ist es ja logisch, dass er Vollzeit arbeiten geht und die Frau die Betreuung übernimmt, da das das finanziell geringere Übel ist. Lass ich nicht gelten, wenn ich ehrlich bin.
1. Arbeite ich in einer Branche, in der sehr stark darauf geachtet wird, dass die Bezahlung nicht am Geschlecht hängt. Ja, es gibt auch andere Branchen, ich weiss. Aber meine ist sehr groß.
2. Schau dir Frauen wie @PuMa an... Ich bin wirklich erstaunt und nehme es mit höchstem Respekt zur Kenntnis, was sie als Mutter hinbekommt. Und das in einem noch sehr anspruchsvollen und fordernden Job. Und ich habe von ihr noch nicht ein Wort des Jammerns vernommen. Eher im Gegenteil.
3. Es ist mir unbegreiflich, wie man es als Paar nicht so geregelt bekommt, dass beide mit der Situation happy sind. Gerade wenn ich Familie habe, möchte ich das beste für meine Frau und für mich. Happy Wife, happy Life - und das eben für das Kind, meine Frau und schlussendlich auch für mich. Vielleicht auch alles nur disneygefärbte Theorie in meinem Kopf. Aber ich kann es mir nicht vorstellen, dass man als Familie das nicht so hinbekommt.
Zitat von Plentysweet:
Oh. Jetzt machst Du aber n Fass auf. Es ist mitnichten so, daß alle Mütter aus Bequemlichkeitsgründen daheim bleiben. Sondern es kommt nicht selten vor, daß Arbeitszeiten mit den Betreuungsangeboten der Kita nicht übereinstimmen. In der Kita, in der ich arbeite, gibt es z.B. kein Ganztagsbetreuungsangebot. Da müssen Vollzeit arbeitende Elternteile mit Hilfe von Netzwerk (Oma, Opa, Nachbar, Tante, Tagesmutter u.ä.) gut aufgestellt sein, um den Betreuungsengpaß auszugleichen. Und so etwas haben aber nicht alle.
Den Frust darüber an anderen auszulassen, geht natürlich nicht.
Warum binden diese Frauen dann den Mann nicht stärker ein? Ich finde, gerade HIER beginnt es doch mit der Gleichstellung, denn das Kind lernt ja auch, wie die Eltern miteinander umgehen und wie die "Rollenverteilung" geschnitzt ist. Wie gesagt, geht nicht in meinen Kopf. Es ist doch auch mein Kind und ich möchte doch auch Zeit mit meinem Sproß verbringen und nicht nur "Geldranschaffer" sein. Sehe ich das zu theoretisch?