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Kontaktabbruch von Familie - Gefühle

Sonnenschein85
Zitat von Tautröpfchen:
@Sonnenschein85 danke auch dir für deinen Beitrag. Naja, meine Mutter hat sich wieder bei mir gemeldet, nach meinem Kontaktabbruch. Also bleibt es ...

Leider heißt Familie nicht automatisch Geborgenheit und Liebe. Wenn du mehr darunter leidest während du Kontakt hast und es dir nicht gut tut ist es doch ok weiterhin keinen Koktakt zu suchen. Mach es dir schön mit deinem Sohn, genieße deine Freundschaften und gönne dir gutes für die Seele.

Vielleicht hilft dir der Austausch hier auch ein wenig.

x 2 #16


T
@merretich du sprichst mir aus der Seele! Es tut mir auch leid, dass du so eine Geschichte haben musst. Und ja, es ist genauso, wie du es beschreibst.
Ich habe auch schon überlegt, dass ich dieses Jahr mein Geld spare, um wegzufahren. Irgendwo hin, wo es kein Weihnachten gibt. Weiß noch nicht ob das klappt. So als Alleinerziehende ist es ja nicht so prall im Geldbeutel.
Und mit der Wahlfamilie hat es auch noch nicht geklappt. Weiß nicht ob ich darauf noch Hoffnung haben darf.
Und jetzt hat es auch noch angefangen zu schneien. Große dicke Flocken.

Ja und mein Sohn, der nabelt sich jetzt natürlich ab. Das soll er auch, er soll ja seinen Weg gehen und erwachsen werden. Ist halt eine schwierige Zeit des Übergangs.

x 2 #17


A


Kontaktabbruch von Familie - Gefühle

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Sonnenschein85
Zitat von Tautröpfchen:
@merretich du sprichst mir aus der Seele! Es tut mir auch leid, dass du so eine Geschichte haben musst. Und ja, es ist genauso, wie du es ...

Das ist eine gute Idee mal wegzufahren und sich eine gute Zeit zu machen.
Vielleicht auch mit einer lieben Freundin. 🙂

#18


M
Zitat von Tautröpfchen:
@mokka_23 Vielen Dank für deine Antwort und tut mir leid, dass es dir ähnlich geht😢🫂 Mir ist bewusst, dass ich diese Entscheidung aus freien Stücken getroffen habe. Und dass sie auch richtig ist. Als ich klein war, waren wir halt eine sehr große Familie und haben Weihnachten immer zusammen ...

Vermutlich hast Du extra Leute eingeladen, weil Du gespürt hast, dass Trauer kommen wird.
Aber irgendwann bricht es sich doch Bahn. Es ist doch berechtigt.
Alles andere wäre ja unnatürlich wenn man etwas Wichtiges loslassen muss.
Und geht auch wieder vorbei.
Bestimmt gibt es noch schöne und warme Weihnachten die nächsten Jahre.

x 2 #19


Sonnenschein85
Zitat von merretich:
Vermutlich hast Du extra Leute eingeladen, weil Du gespürt hast, dass Trauer kommen wird. Aber irgendwann bricht es sich doch Bahn. Es ist doch ...

Ja ganz bestimmt. Die Weihnachtszeit wühlt da meistens auch sehr auf. Im neuen Jahr werden die Gefühle vielleicht auch weniger präsent sein.

#20


M
Zitat von Sonnenschein85:
Ja ganz bestimmt. Die Weihnachtszeit wühlt da meistens auch sehr auf. Im neuen Jahr werden die Gefühle vielleicht auch weniger präsent sein.

Ja, oft geht es schief, wenn man sich unbedingt von unliebsamen Gefühlen ablenken will.
Ich hab das an meinem Geburtstag zB einfach akzeptiert. Ich kann da nicht wirklich feiern,
weil ich soviel lieber in eine Familie ohne strukturellen Missbrauch auf allen Ebenen
hineingeboren wäre, auch wenn ich mich aus vielem rausgearbeitet habe..

Inzwischen feiere ich nur noch nach (ist eh besser wenn er in der Woche liegt) und erlaube
mir an dem Tag selbst einfach die Traurigkeit, die halt einfach da ist ohne Druck ein heiteres
Gesicht für Gäste aufsetzen zu müssen. Vielleicht ändert sich das auch irgendwann.
Inzwischen akzeptiere ich es einfach.

x 3 #21


Sonnenschein85
Zitat von merretich:
Ja, oft geht es schief, wenn man sich unbedingt von unliebsamen Gefühlen ablenken will. Ich hab das an meinem Geburtstag zB einfach akzeptiert. Ich ...

Das stimmt. Vielleicht hilft dir ein wenig die Gefühle anzunehmen und dir gleichzeitig aber etwas gutes zu tun. Und auch wenn dein Sohn sich abnabelt euch kurze schöne Momente als kleine Familie einzuräumen.

#22


M
Es braucht ungeheuren Mut und Durchhaltevermögen, die Leere und die Lücke und die Unsicherheit auszuhalten, wenn man ein (ungesundes) System verlässt, aber noch kein neues gefunden oder gebaut hat.

x 3 #23


GreenTara
Auch ich hatte den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, die übrige Verwandtschaft hatte sie schon verärgert und weggestoßen. Man kann es akzeptieren und seinen Frieden damit machen, aber es ändert ja nichts an der fehlenden Rückendeckung.
Dieses Jahr war ich auch allein, aber ich habe mich nicht einsam gefühlt. Ich habe allen Menschen gedacht, die mir zu essen gegeben(!), mich unterstützt, gefördert und gesehen haben. Die mir geholfen haben, mich aus meiner Starre herauszuholen, mein Selbstwertgefühl zu entwickeln und an meine eigenen Fähigkeiten zu glauben. Ich habe allen diesen Menschen gedankt, und Gott, dass er mir diese Engel und das Licht geschickt hat.
Es war ein wirklich heiliger Abend für mich.

x 3 #24


T
Zitat von merretich:
Vermutlich hast Du extra Leute eingeladen, weil Du gespürt hast, dass Trauer kommen wird.
Aber irgendwann bricht es sich doch Bahn. Es ist doch berechtigt.
Alles andere wäre ja unnatürlich wenn man etwas Wichtiges loslassen muss.
Und geht auch wieder vorbei.
Bestimmt gibt es noch schöne und warme Weihnachten die nächsten Jahre.

Ja, ich wollte Weihnachten gestalten. Die die ich eingeladen hatte, hätten auch allein gefeiert. Daher dachte ich, es passt gut. Aber es kam dann halt doch anders. Ich versuche es nun einfach nicht mehr, nicht allein zu sein. Es funktioniert ja eh nicht.

Zitat von Sonnenschein85:
Vielleicht auch mit einer lieben Freundin

Das wird eher nichts werden. Haben alle Familie. Ich mach das wenn dann für mich alleine. Hab auch keinen Bock mehr zu versuchen es nicht zu sein


Zitat von Sonnenschein85:
Im neuen Jahr werden die Gefühle vielleicht auch weniger präsent sein.

Das hoffe ich auch. Da spielt die Zeit für einen


Zitat von merretich:
erlaube
mir an dem Tag selbst einfach die Traurigkeit, die halt einfach da ist ohne Druck ein heiteres
Gesicht für Gäste aufsetzen zu müssen. Vielleicht ändert sich das auch irgendwann.
Inzwischen akzeptiere ich es einfach.

Und genau das will und kann ich mir nicht erlauben. Nicht so lange mein Sohn noch bei mir lebt. Er soll wenigstens schöne Weihnachten haben. Und das habe ich glaube ich, immer geschafft. Auch wenn das unheimlich Kraft kostet.

Zitat von merretich:
Es braucht ungeheuren Mut und Durchhaltevermögen, die Leere und die Lücke und die Unsicherheit auszuhalten, wenn man ein (ungesundes) System verlässt, aber noch kein neues gefunden oder gebaut hat.

Ich hatte aber euch eigentlich keine andere Wahl oder ich wäre irgendwann vom Balkon gesprungen. Diese Gedanken waren für mich mein Stoppzeichen. Natürlich tauscht man nicht gegen was Schönes. Aber wenigstens ist ein ziemlich schlechter Einfluss weg. Rückendeckung hatte ich eh nie, im Gegenteil. Ob sich die Lücke durch ne Wahlfamilie schließt….keine Ahnung. Sind jetzt schon einige Jahre. Mit meiner letzten Beziehung hatte ich auch wieder ins Klo gegriffen. Im Moment habe ich keine Hoffnung mehr. Seh mich schon als alte Frau alleine. Aber dann weiß ich, was ich mache….. aushalten will ich das zumindest nicht ewig….

#25


Sonnenschein85
Zitat von Tautröpfchen:
Ja, ich wollte Weihnachten gestalten. Die die ich eingeladen hatte, hätten auch allein gefeiert. Daher dachte ich, es passt gut. Aber es kam dann ...

Gute Idee. Allein kann auch sehr schön sein. Ich war auch einmal alleine im Urlaub als ich jünger war. Und das war sehr schön und entspannt. Mach dir eine schöne Zeit nur für dich 💚

#26


GreenTara
@Tautröpfchen
Was ist, wenn du dich von vorneherein darauf einstellst, alleine zu feiern? Vielleicht gibt dem das nicht so das Gefühl, abgewiesen worden zu sein?

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Plague
Zitat von Tautröpfchen:
ich bedaure eine Sehnsucht, die nie gestillt werden kann.

Auf dem Trip war ich auch längere Zeit, bis ich begriffen habe, dass diese Bedürfnisse auch außerhalb der eigenen Familie gestillt werden können.

Es wird besser, wenn du dich von der ständig enttäuschen Erwartung an die Familie trennst.
Kleiner Buchtipp dazu: Sandra Konrad: Nicht ohne meine Eltern.

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GreenTara
@Plague
Wenn du passende Menschen gefunden hast, ist das schön für dich. Aber die Familie, die von Kindheit an deiner Anker war, oder halt nicht, macht schon einen Unterschied.

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Plague
Zitat von GreenTara:
Aber die Familie, die von Kindheit an deiner Anker war, oder halt nicht, macht schon einen Unterschied.

Wenn ich eins in über 50 Jahren gelernt habe, dann das hier:
Positive Bindungserfahrung ist keine Frage von Blutsverwandtschaft.
Das verklärte Bild der heilen Familie ist ein von narzisstischer Weltordnung gepflegter Mythos mit dem Ziel von Macht, Kontrolle und Versorgung.

Vielleicht eine Ironie des Schicksals, dass ich erstmal buchstäblich ans andere Ende der Welt fliegen musste, um diese Erfahrung zu machen.

BTW: Meine sog. engste Familie war niemals irgendein Anker.

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A


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