Hallo ihr lieben, nun möchte ich mich wieder melden. Hatte noch ganz schön mit mir zu tun die letzten Tage und auch noch etwas Trouble mit meinem Kind. Daher konnte ich mich nicht wieder mit dem sehr schmerzhaften Thema hier auseinandersetzen.
Ihr habt noch viele wahre Worte hier geschrieben. Auf ein paar möchte ich noch eingehen.
Zitat von Plague: Das ist die beste Ausgangsbasis, um für den Rest des Lebens verbittert zu bleiben, weil ich das, was mir fehlte, nie bekommen werde. Ein typisches "unfinished business" im Sinne von Les Greenberg.
Wenn das tatsächlich so wäre, dann wäre jede Art von Psychotherapie, bei der es darum geht, neue Bindungserfahrungen im geschützten Raum und auch in der weiten Welt zu machen, sinnlos. Allerdings ist es tatsächlich so, dass Bindungsstile nicht in Stein gemeißelt sind. Jemand mit unsicher-ambivalentem Bindungsstil kann im Laufe des Lebens einen sicheren Bindungsstil entwickeln, wenn er entsprechend positive und nicht bedingte Bindungserfahrungen machen kann.
Also, ich denke nicht, dass es verbittert, wenn man seine Gefühle von Wut und Trauer zulässt. Finde ich besser, als sie zu verschließen. Das tut auf Dauer auch nicht gut, glaube ich.
Zitat von GreenTara: Nun, die TE, um die es hier geht, hat es wohl leider nicht so gut weggesteckt. Auch wenn sie weiß, dass es richtig war
Naja, wenn man noch keine eigene richtige Familie gründen konnte und die anderen noch fröhlich beieinander sitzen, nagt das doch mal an einem. Leider zu viel Zeit allein, dadurch auch zu viel Zeit zum nachdenken
Was mich eben auch ärgert ist, dass durch die ganze sch., die ich erlebt habe, es mir schwer fällt, gute Beziehungen aufzubauen. das mich der Mist immer noch negativ begleitet. Das ist halt mies. Ertragen hatte ich eigentlich schon genug, wäre schön, wenn es mir mal besser gehen würde. Aber aus der Rolle des schwarzen Schafes kommt man schwer raus. Als wäre es eingebrannt. Da könnte ich genug Geschichten erzählen, wo ich versucht habe an meiner Situation etwas zu ändern und es sind Dinge passiert, die ich nicht in der Hand hatte, die mich aber sabotiert haben. Ich will es mal mit einer systemischen Aufstellung versuchen. An manche Dinge kommt man selbst nicht so leicht ran, um diese „aufzulösen“.
Zitat von Sonnenschein85: Aber ich finde es gut liebe Te, wie du dich nun auch um dich selbst kümmern möchtest und dein Leben in die Hand nimmst
Das mach ich schon seit vielen vielen Jahren. Hab als Alleinerziehende mein Abi nachgeholt und dann bis zum Masterabschluss studiert. Ohne Unterstützung. Arbeite mich aus meiner niedrigen sozialen Schicht raus. Beruflich läuft es. Mit meinem Sohn habe ich es auch geschafft ein gutes Verhältnis zu haben. Aber er hat natürlich auch seinen Rucksack und das macht es in der Pubertät nicht einfacher. Privat läuft es leider noch nicht so, wie es mir gut tun würde. Daran arbeite ich nun schon seit 15 Jahren. Hab nicht mehr viel Hoffnung, das es auch da gut wird bzw. es sich noch gut ändert. Ich soll wahrscheinlich keine gute Partnerschaft haben.
Zitat von whynot60: sich nicht immer wieder mit dieser ganzen - Du verzeihst - sch. zu konfrontieren und damit zu hadern, sondern abseits davon seiner eigenen Wege zu gehen und sich auf die schönen Dinge des Lebens und seine eigenen Talente zu konzentrieren.
Ich verzeihe denen das nicht. Von solchen Gedanken habe ich mich verabschiedet. Ich mein, es gab auch Gewalt und verschiedene Arten von Misshandlungen. Und manches wird heute noch weitergetragen in der Familie. Wie soll man Menschen verzeihen, die sich nicht terfragen oder entschuldigen. Klar, meine Mutter und meine Schwester zum Beispiel hatten es auch nicht immer einfach. Aber deswegen hab ich so gut wie kein Mitleid mit denen. Warum auch. Nach mir fragt doch auch keiner.
Zitat von merretich: hinzu kommt halt oft, dass wer aus solchen Familien kommt, sich oft unbewusst dann später
Partner sucht, die eine ähnliche Dynamik mitbringen (schrieb die TE nicht, in der letzten Beziehung
wäre sie gerne vom Balkon gesprungen?!).
da muss ich was klarstellen. Als ich die Gedanken hatte, hatte ich Kontakt mit meiner Herkunftsfamilie. Zu der Zeit ging es mir dadurch immer schlechter.
in meiner letzten Partnerschaft hatte ich solche Gedanken zum Glück nicht. War aber auch wieder an einem Narzisten geraten. Nicht ganz so schlimm wie ein vorheriger Partner, aber leider zeigte er dann doch irgendwann sein wahres Gesicht.
und irgendwie scheine ich solche Menschen anzuziehen. Ohne dass ich jetzt eine „Brille“ trage und mir sie gezielt raussuche. Lerne ich durch Zufall fünf Menschen kennen, kann ich davon ausgehen, dass vier davon Narzisten sind. Da steckt irgendwie noch so im System drin. hatte auch viele Freunde mit solchen Zügen. Habe da im letzten Jahr ziemlich ausgemistet. Dadurch habe ich natürlich Platz für neue Freundschaften. Aber leider fehlen mir halt auch dadurch Menschen, mit denen ich Zeit verbringen kann.
ich danke euch für den Austausch hier! Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen. Ich wünsche euch auch noch ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!