Zitat von Tautröpfchen: Es war reiner Selbstschutz. Meine Mutter ist stark narzisstisch, mein Geschwister emotional Instabil.
Danke, nun verstehe ich, worum es geht.
In einer so destruktiven Familie aufzuwachsen und dann auch noch das schwarze Schaf zu sein, ist natürlich eine große Bürde, und die Distanzierung ist das Beste, was man machen kann.
Ich will da jetzt auch nicht groß daherreden; aber wenn es Dir irgendwie möglich, dann versuche aus Deinem Leben konstrutiv das Beste zu machen. Es ist Dein Leben, auch wenn D unter denkbar schlechten Voraussetzungen herangewachsen ist. Aber wenn Du selber nun, wo Du erwachsen bist und die Dinge selber in der Hand hast, in die Konstruktivität kommst, also aus den unefreulichen Grundlagen etas Gutes machst, dann stehen Dir alle Tore offen,
Es mag sich zwar fast zynisch anhören, aber wenn man in einer solchen Familie das schwarze Schaf ist, ist das ja sogar ein positives Zeichen. Denn es heißt ja nichts anderes, als dass Du in Deinem Familienverband die "Andersartige" warst, und das kann in diesem Fall nur gut sein.
Worauf man achten muss, ist, sich nicht immer wieder mit dieser ganzen - Du verzeihst - sch. zu konfrontieren und damit zu hadern, sondern abseits davon seiner eigenen Wege zu gehen und sich auf die schönen Dinge des Lebens und seine eigenen Talente zu konzentrieren. Die Vergangenheit, wie immer sie war, ist die Welt in und hinter uns - aber was alles wir noch erleben ist die Zukunft, die Welt vor uns. Und die muss man zu seinem Besten gestalten zu versuchen. Und das hat man tatsächlich selber in der Hand, mögen die Analysten der Vergangenheit das auch nicht wahrhaben wollen, die ja wiederum die Vergangenheit durchwühlen und meinen, durch das Finden von Gründen etwas zu erreichen. (In Wahrheit bleibt man aber auf diese Weise erst wieder in die Vergangenheit hängen und von ihr beeinflusst, wenn nicht überwältigt.)
Meiner Erfahrung nach ist es das Beste, zu sehen und sich bewußt zu machen, dass auch diese Menschen (also in dem Fall die Familie) ja Opfer in ihrer eigenen Vergangenheit waren und nicht einfach bösartig aus sich selber heraus. Und die Kette der Vergangenheitsopfer muss man ganz bewusst durchbrechen und daraus aussteigen. Tablua rasa zu machen ist, wie weit es geht, das Beste, und sein eigenes geschenktes Leben bestmöglich zu gestalten. Das eigene Leben, dieses Wunder das Daseins, ist ein Schatz, der größte, den es gibt, und warum sollte man sich diesen Schatz mit Mist zumüllen?
Du trägst weder Verantwortung dafür, dass es in Deiner Familie so war, wie es war, Du kannst auch nichts mehr daran ändern - aber dazu Du hast auch keinerei Verpflichtung, Dir Dein Leben dadurch nehmen oder auch nur beeinträchtigen zu lassen.
Alle Gute dazu!