Sehr interessante Diskussion. Ich musste feststellen, dass ich in dieser Hinsicht wohl auch zu den "Romantikern" gehören soll, obwohl ich mich selber durchaus als realistisch und fair sehe

Mir würde es nicht mal in den Sinn kommen, in so einem Fall meinem Partner "Miete" zu zahlen oder von ihm eine solche zu erwarten. Die Teilung der Nebenkosten finde ich in Ordnung und richtig.
Allerdings wäre es für mich ziemlich befremdlich, wenn mein Partner von mir erwarten würde, ihm zusätzlich noch irgendeine Art von Kaltmiete dafür zu bezahlen, dass ich in seinem Wohneigentum mitlebe.

Schließlich wurde ich ja nicht gefragt, ob ich in
so einer Wohnung, in
diesem Stadtteil, mit
dieser Ausstattung usw. überhaupt wohnen will. Wenn ich Miete zahle, dann kann ich mir das viel besser aussuchen, wo und wie ich im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten wohnen will. Ferner hätte ich als Mieter in irgendeiner beliebigen Wohnung viel mehr Rechte als wenn ich "Mieterin" bei meinem Partner wäre. Und auch wenn ich theoretisch die gleichen Rechte haben sollte, die Umsetzung gestaltet sich viel problematischer. Meinen Vermieter könnte ich verklagen, bei meinem Partner müsste ich es mir besser überlegen. Im Falle einer Trennung müsste ich um meiner selbst Willen möglichst schnell ausziehen und könnte vom Kündigungsschutz sowieso keinen Gebrauch machen - es sei denn ich könnte gut damit leben, irgendwann nachts der Next im Flur zu begegnen...
Das, was jemand für
sein Eigentum bezahlt (hat) oder nicht, ist
seine Sache. Ich "investiere" nicht in irgendetwas, wovon ich keine Rendite bekommen kann - erst recht nicht in fremde Wohnungen unter dem Deckmantelchen der "Partnerschaft". Schließlich steht ja in diesem Fall für mich die Beziehung im Vordergrund und nicht das Geschäft. Solch ein Ansinnen seitens meines Partners würde mich unweigerlich zum Überdenken der Partnerschaft veranlassen. Meine Erfahrungen und Beobachtungen zeigen außerdem, dass insbesondere verliebte Männer, die eine Zukunft mit der Frau an ihrer Seite anstreben, gar nicht erst auf solche Ideen kommen. Ganz im Gegenteil - diese sind darum bemüht, ihrer Auserwählten "zu beweisen", dass sie "ihrer würdig" sind, und wollen sie glücklich machen. Sie sind froh, mit dieser zusammen zu leben, und es tut ihnen nicht in der Seele weh, wenn ihre Partnerin einige Hundert Euro im Monat von der Kaltmiete spart, zumal sie selbst ja dadurch keinerlei Mehrkosten haben.
Last but not least - in so einem Fall, dass die Wohnung vollständig dem einen Partner gehört und der andere ihm aber neben den Nebenkosten auch noch "Kaltmiete" für das Wohnrecht zahlt, droht die Augenhöhe und das Gleichgewicht in der Beziehung zu kippen. Der eine hat Vermögen, der andere ist "nur" der "Mieter", zahlt Ersterem dafür, dass er "mitwohnen darf". Da ist der Betrug zum Ausgleich der Augenhöhe, von welcher Seite auch immer, dann auch nicht mehr weit.