Zitat von Urmel_: ch meine, wenn sie da von ihrem Mann berichtet, der versucht sie aufzufangen und sie zu entlasten, dazu noch vom letzten Urlaub berichtet, der ja nicht so mies gewesen zu sein scheint und sie anschließend mit "140 Wege, wie ich ohne Dich glücklicher" rauskommt, dann ist das schon schräg.
Ich denke, dass so ein Reha-Aufenthalt sicher vieles und vor Allem die Liebsten genauso vor eine erst einmal schwierige Probe stellt. Man ist erstmal "weg". Raus aus dem Alltag und lernt sich selbst neu kennen und versucht dann sich selbst neu einzuordnen. Das was vorher ok und normal für einen selbst war, wird eben genau DORT hinterfragt. Die Psychologinnen/Psychologen versuchen aus der Bio des Patienten herauszufiltern, was dem Menschen fehlt und wo man ansetzte kann. Das kann mitunter Jahre dauern. War z.B. bei mir so. Nach 5 Jahren meinte mein Psychologe: Ich habe Jahrelang nicht verstanden um was es bei ihnen geht... Ich habe die Interventionen genutzt um mich mit meinen Kolleg*innen auszutauschen um zu verstehen was bei ihnen der Kern des Problems ist. Ich will damit sagen, dass selbst solche Fachmenschen manchmal nicht genau verstehen, was das "eigentliche" Problem ist. Wie soll dann z.B. der Patient verstehen um was es im Kern geht. Und am Ende auch die Angehörigen. Eine Reha macht noch keine Heilung...
Urlaub an sich ist für viele Menschen auch erstmal ein raus aus dem Alltag und ein hin zu sich selbst. In dem Moment. Und wieder zuhause, beginnt der Alltag und das wieder im Problem sitzen.
Zitat von Urmel_: Ich finde einen anderen Mann toller als Dich und deswegen trenne ich mich.
Nicht nett, sehr provokant und so verletztend, dass man als Außenstehender (Ehemann) whs erstmal schlucken muss. Dachte man doch, dass es eher ein HIN zu sich selbst und eine Bejahung des Status Quo (denn der TE hatte ja "keine" Probleme). Und wenn die Frau/Mann dann plötzlich erstmal "weg" möchte, ist das nicht so leicht zu verkraften. Das meinte ich mit auf einem anderen Level.
Mmn. erstmal eine "normale" Reaktion, weil man nicht nur sich durch einen Reha-Aufenthalt erst einmal selbst und alles (auch was davor) gelaufen ist hinterfragt. Aber ins wirkliche Reflektieren ist man noch nicht gekommen. Deswegen orte ich das als sprunghafte Reaktion ein und nicht zukunftsträchtige Ansicht seiner wahren Zukunft. Wie oft sagt man selbst z.B. Dinge, die man 2 Wochen später bereut?! (Kein Mensch ist unfehlbar und sagt und tut immer das "Richtige"-Entwicklung eben).
Zitat von Urmel_: Kurz gesagt: da fehlt mir Realität im Leben der Dame. Und daher wäre es vielleicht gut, wenn der TE ihr Realität gibt.
Ja genau. Die Realität fehlt der Frau zur Zeit WIRKLICH. Zur Zeit lebt sie in einer Blase... Und deswegen erstmal abwarten wie es sich entwickelt und der wirkliche Alltag zurück kehrt. Das braucht auch noch Zeit. Und der TE kann für sich entscheiden, wie einschneidend diese Erfahrung, eine "neue" andere Frau zu erleben annimmt oder eben nicht. Aber auch da gilt es meines Erachtens nur den Zeitfaktor als Indikator. Sie muss sich selbst wieder in ihr Umfeld integrieren und im Nachgang das Geschehen, Erlebte verarbeiten und das ist höchster Stress. Für alle.
Zitat von Bahia84: Kommt Zeit kommt Rat.
Zitat von Urmel_: Ich muss dazu sagen, dass ich etwas ähnliches in meiner Familie erlebt habe. Gehirnwäsche und völlig BallaBalla und als sich der Staub gelegt hat, hat sie Frau erst erkannt, was sie da angerichtet hat.
Und das kann natürlich auch passieren. Ich kenne die Dame nicht und es "könnte" unter Umständen so ausgehen.
Zu wünschen wäre es eben, dass beide auch danach wieder zu sich finden!