Scheol
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Zitat von Golem:Strafanzeige werde ich mal prüfen. Ich möchte gern meine Erfahrung von heute teilen. Es war die Geburtstagsparty meiner Tochter. Bei der Hochzeit gestern muss sie wohl gut gefeiert haben. Sie kam zu spät zum Abholen, hatte einen Kater und wirkte abwesend. Der Geburtstag fand bei den Schwiegereltern statt, dort war ...
Heute beim Geburtstag vermisste ich bei ihr den Bezug zu unseren Kindern.
Unbehandelte oder falsch behandelte Traumaschäden verschwinden jedoch nicht von selbst. Sie bleiben grundsätzlich bestehen, auch wenn sich die Symptome verändern oder teilweise kompensiert werden können.
Ein weiterer, die Problematik verstärkender Faktor resultiert aus den ungünstigen Lebenssituationen, die für die Betroffenen durch ihre psychischen Probleme entstehen. Da das Verhalten der Betroffenen häufig ablehnende Reaktionen anderer Menschen auslöst, sind die sozialen Beziehungen (z. B. die Beziehungen mit ihren eigenen Kindern) und das Berufsleben nicht selten beeinträchtigt, was ihre psychischen Probleme wie in einem Teufelskreis verstärken und zu nachhaltigen sozialen und beruflichen Problemen führen kann.
War gar nicht dran an denen. Nicht mal Freude, das sie sie mal außer der Reihe sieht, da es mein Wochenende ist.
Ich wollte mit ihr ganz normal sprechen wegen nächster Woche. Planung der Ferienabholzeiten. Sie meinte nur genervt, ich komme Montag.
Dann war nix mehr machbar. Als wäre sie gar nicht richtig da. Klar wohl auch Müde. Aber so?
Veränderungen in Aufmerksamkeit und Bewusstsein
Komplex Traumatisierte berichten häufig von Bewusstseinsphänomenen wie dissoziativen Episoden, in denen sich ihr bewusstes Erleben von der Außenwelt zurückzieht, ausgeprägten Erinnerungslücken oder sogenanntem Derealisations- bzw. Depersonalisationserleben, während dem die Umwelt distanziert und wie unwirklich erscheint oder das Gefühl besteht, "wie neben sich" zu stehen.
(* Bei der dissoziativen Störung der Empfindungen treten häufig Symptome wie Taubheitsgefühle, Verlust des Riech- oder Geschmackssinnes, manchmal sogar Schwerhörigkeit, Taubheit oder Erblindung auf. Dissoziative Krampfanfälle sehen auf den ersten Blick wie ein epileptischer Anfall aus.
**Die Depersonalisation, ist die Entfremdung vom Selbst.
Die Derealisation die Entfremdung der Umwelt gegenüber. Auch bei dieser kommt es zu einem Gefühl der Unwirklichkeit, die Umgebung wird als fremd und verzerrt wahrgenommen.
*** Intrusive Gedanken, sind Unangenehme oder traumatische Erlebnisse können ungewollt wieder ins Gedächtnis springen, wenn man durch bestimmte Hinweise an sie erinnert wird.)
Echt Wahnsinn ein ganz anderer Mensch als am Montag als sie meine Nähe suchte (war eher die Frau die ich kenne). Oder Mittwoch, als sie sich entschuldigte und es wieder mit mir versuchen wollte.
Man glaubt es nicht, wenn man diese Unterschiede nicht sieht. Heute wechselte ihre Stimmung auch recht schnell. Aber überwiegend genervt und je später es wurde, desto genervter.
Ich habe schon an meiner Wahrnehmung gezweifelt. Aber Hammer.
Wie soll so jemand sich Vollzeit um die Kinder kümmern. In ihrem Brief vom Anwalt stand noch sie will mehr machen, auch am Mittwoch sagte sie, dass sie hier und flexibler unterstützen will, da ich viel zu tun hätte und sie ja immer krank geschrieben ist.
Wirklich ein anderer Mensch. Gehört wohl zu ihrer Krankheit.
Zur komplexen PTBS
Zur Info:
Ein weiterer Grund, warum die komplexe PTBS oft spät erkannt wird ist eine hohe Überschneidung mit anderen psychischen Erkrankungen wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung, der nicht-komplexen PTBS, den dissoziativen Störungen, Depressionen, Angst- bzw. Panikstörungen sowie Sucht- und Zwangserkrankungen.
Oft werden deshalb zunächst andere Diagnosen gestellt.
Dass ein Zusammenhang mit einer Traumatisierung besteht, wird nicht selten erst später erkannt.
Die richtige Einschätzung ist jedoch die Voraussetzung dafür, dass komplex traumatisierte Menschen die Behandlung erhalten, die sie benötigen – zumeist eine spezifische und qualifizierte Traumatherapie.