Ich kann das total verstehen, dass die betrogenen EPs sich fragen, warum ein ungebundener Mensch oft lange als AP in der zweiten Reihe bleibt und einem Menschen glaubt, von dem man ja weiß, dass er zum Lügen und Betrügen fähig ist.
Auch verstehe ich, dass sich APs, die auf eine Beziehung gehofft haben fragen, warum ein betrogene EP beim Betrüger bleibt und an der Beziehung festhält.
Und ich verstehe, warum beide Seiten sich fragen, warum ein betrügender Mensch so viel Leid verursacht und anscheinend so wenig darüber nachdenkt, was da kaputt geht.
Aber.... Irgendwann sollte man diese Fragen abstellen. Für sich selbst. Weil es keine Antworten gibt, die reichen, die Schmerz lindern.
Weil mich diese Fragen Null weiter bringen und Null hilfreich sind für mich und die Situation, in der ich bin.
Ich kann andere Menschen nicht ändern, nicht zwingen, über sich nachzudenken.
Ich kann nur mich ändern, Konsequenzen ziehen und mein Handeln daran anpassen.
Und jeder, der den Fokus nicht bei sich hat im Dreieck, der tut sich selbst was Gutes, wenn er das erkennt und da hinguckt, warum der Fokus bei der anderen Seite ist.
Aus Angst? Aus Schutz? Verdrängung? Zu schmerzhaft?
Wichtige Fragen sind dann als AP zum Beispiel:
Was hat der AP in mir ausgelöst?
Warum war ich dafür so empfänglich?
Warum habe ich den Worten geglaubt, obwohl keine Taten folgten?
Warum habe ich meine Bedürfnisse hinter die des anderen gestellt?
War es eine Beziehung auf Augenhöhe?
War es eine Beziehung mit Vertrauen, Ehrlichkeit und Authentizität von beiden Seiten?
Welche Baustellen in mir haben dazu geführt, dass ich so lange in diesem Gefüge geblieben bin?
Ich als betrogene EP habe mir auch Fragen gestellt, andere, aber trotzdem festgestellt, dass ich nur so zu Antworten komme. Denn diese Fragen kann ich beantworten, die der anderen Beteiligten nicht.
Und diese Antworten werden dann auch unwichtiger!
