Zitat: @Ortrere
Zitat:Gewissensbisse
...das habe ich mal aus dem Kontext gerissen. Warum? Gewissensbisse kommen eher bei Menschen auf, die bereits über die mit der Affären zusammenhängendem Tatsachen nachgedacht haben...wenn ggf. auch nur ansatzweise. Das wäre ja schon mal ein riesiger Fortschritt.
Ans "Nachdenken" zu kommen - das machen viele. In welche Bereiche dieses Nachdenken führt - da bin ich mir sicher, dass das NICHT in alle Bereiche eine Affäre betreffend führt....sonst sähen viele Beiträge anders aus.
Wo sind Zusammenhänge - zwischen Nachdenken und Gewissensbissen? Wer Gewissensbisse hat - liegt da etwa ein Denken vor, sich an etwas beteiligt zu haben, was nicht koscher war, bzw. ein Denken, dass das eigene Handeln (innerhalb der Affäre) Anderen Menschen geschadet hat?
Die meisten "denken nach"....das ist auch gut so! Wo das Nachdenken allerdings m. M. n. vielfach stoppt, wenn es um das nicht vorhandene Unrechtsbewusstsein geht - daran "beteiligen" sich nun mal Betrüger/innen, wie auch AF/AM - und zwar gleichermaßen. Und im Nachgang einer Affäre IST es so wichtig, sich dem zu stellen, auch wenn das sau schwer ist. Es reißt einem auch keiner den Kopf ab - im Gegenteil. Einen Fehler gemacht zu haben, dazu zu stehen, sich dafür zu verantworten - das ist das Menschlichste, was es gibt.
Zum Nachdenken gehört m. M. n. auch, den ehemaligen AP nicht in der Luft zerreißen zu wollen - egal was der jeweilige AP in der Affäre selbst ausgefressen hat. Ja...es gibt einige schoflige Frauen wie Männer, die sich daneben benommen haben - auf Seiten der Betrüger/innen, wie auch auf Seiten der AF/AM. Allerdings - wenn die jeweiligen Affären vorbei sind, kann aus genau DEM eine Chance entstehen, dass einem so etwas NIE wieder passieren wird. Allerdings - wer diese Vorgänge nicht irgendwann abhakt, wird große Probleme bekommen, wenn es im späteren Leben darum geht, erneut jemanden kennenzulernen. Altlasten sind DANN der größte Klotz am Bein. Altlasten nachzuhängen - das ist der Supergau. Diese Altlasten lassen sich zwar nicht ausradieren....sie "schleifen" allerdings das Empfinden/die Sensorik, auf neu gewonnene Erkenntnisse aufzubauen.
Nach "meiner" Affäre ging es mir darum, erneut jemanden kennenzulernen. Diese Frau - geschieden, weil sie eine Affäre hatte - schien anfangs DIE Frau zu sein. Den AM hatte sich gleichzeitig mit der Scheidung AUCH verlassen. Es zeigte sich mit der Zeit, dass DIESE Frau immer wieder in ihr "vorheriges Leben" mit dem EM und dem AM zurück fiel. Ihr EX-EM hatte wieder geheiratet.... dessen "neue" EF war ihr nicht "geheuer"...(Warum nur?). Etwa Eifersucht? Keine Ahnung. Die 3 erwachsenen Kinder....alle waren eher der Mama zugewandt, als dem jetzt wieder verheirateten Vater, obwohl die Mutter die gesamte Familie gesprengt hatte. Direkt nach dem Bekenntnis, dass die Mutter den Vater der Kinder betrogen hatte, haben die 3 Kinder ihre Mutter abgestoßen....das liest sich wie eine Soap-Story...ich weiß.
Ich bekam das alles mit....wurde ich doch 2 den erwachsenen Kindern und deren Nachwuchs vorgestellt, wurden den besten Freundinnen vorgestellt. Da erfuhr auch auch, dass die Frau seit der Scheidung immer bemüht war, eine neue Beziehung einzugehen - so auch mit mir so vorgesehen. Dass diese Frau seit der Scheidung 8 oder 9 Männer kennengelernt hatte, um eine Beziehung aufzubauen....ich war dann der 9. oder 10.... und diese "Versuche" alle scheiterten, weil sich die Frau jedes Mal "enttäuscht und verletzt" fühlte - ich habe nie erfahren, warum - wurden diese "Versuche" wieder beendet. Ob immer die Frau "beendet" hat, weiß ich nicht. Dass IMMER die Männer "Schuld" daran gewesen sein sollen, halte ich für eine Schutzbehauptung.
DIE Frau lebte in ihren Altlasten...obwohl sie stets bemüht war, eine Beziehung anzustreben. Sie machte ständig Avancen....und die zu erwidern, gestaltete sich schwierig. Da sie aus dem Altlasten-Geschehen nicht hinaus kam - ständiges Reden darüber, dass sie "nie wieder verletzt und enttäuscht" werden wolle - habe ich diese Verbindung beendet. NIEMAND will verletzt und enttäuscht werden - aber das ständig zu propagieren, geht gar nicht.
Wer aus gemachten Erfahrungen keine Erkenntnisse zieht, bleibt in seinen eigenen Sumpf hängen. Und wem es nicht gelingt, den Altlasten Positives abzugewinnen, muss sich nicht wundern, wenn einen diese Altlasten immer wieder einholen. Denn... wie soll Vertrauen in sich selbst entstehen, wenn die Gedanken stets im "Vorgestern" verbleiben?! Es gibt keinen "Persilschein", der vor irgendwas feit... und wer es nicht wagt, Neues anzustreben, obwohl es zuvor riesige Probleme gab, wird sein Leben der Voreingenommenheit, der Vorverurteilung "übergeben"....und lässt gleichzeitig die Unbekümmertheit für etwas Neues gleich im Keim ersticken!