Ich möchte mal zurück zu Trixi´s ursprünglicher Threadsaussage kommen. Ohne Schuld-und Unschuldszuweisungen.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ging es darum, was aus Langzeitaffären im besten Sinne werden kann. Also wenn alle Beteiligten damit gut klarkommen...
Für mich war das schlimmste an der Affäre meines Mannes die Unehrlichkeit. Über die Frau hab ich mich gar nicht sooo aufgeregt, wie über das bewusste Lügen meines Mannes. Nachdem das geklärt war, konnte ich damit recht gut umgehn und ich hatte eigentlich auch nichts gegen die Affäre an sich. Ich bin da komisch, ich weiss. Eben sehr rational denkend: Wenn er die Frau irgendwie "liebt", wird sich das durch ein Verbot nicht in Luft auflösen... Sondern er würde mir nur wieder etwas vormachen. Warum er die Affäre begonnen hatte, darüber haben wir ausführlich geredet. Ich wollte mich solange ich ihn noch liebe nicht von ihm trennen - und er machte auch ihr gleich klar, dass das für ihn keine Option ist. Soweit so schräg, so gut. Die Fronten waren klar- ich war mit ihr recht gut befreundet, es lief... Er war bei ihren Freunden zum Grillen dabei , und sie bei Freunden von uns bei einem Sommerfest. Weil ich eh keine Lust hatte und ich fand , dass seine Freunde ruhig wissen dürfen, was er so treibt... Die meisten Freunde distanzierten sich aber deutlich und wollten nicht mit ihr konfrontiert werden (sie fanden das total befremdlich) - für meine Schwiegereltern ist sie bis heute ein rotes Tuch, aber man kann ja auch nicht einfach davon ausgehn, dass da jeder damit klarkommt! Wir sind auch als mal gemeinsam Eis essen, zum Kaffee an den See...
Nur dann kam das, was vielleicht wieder irgendwie typisch ist! Da "er" nichts mehr heimlich musste, hatte "er" nun nicht immer Lust zu ihr zu gehn. Er hatte immer öfters das Gefühl, dass es ihn zerreisst, da er immer dort war wo er dann lieber nicht wäre. Ich schickte ihn auch oft übers Wochenende hin, denn die "sturmfreie Bude" ohne Mann und auch ohne Hund fand ich dann auch als mal lustig... Einfach rumzugammeln, TV gucken, ohne Gassigehn etc.. Schliesslich wollte er sie ja- dann soll er sich gefälligst auch um sie kümmern. Das störte ihn immer mehr, er hatte das Gefühl, ich wär froh wenn er weg wäre. Was nicht so ganz richtig war- aber ich genoss es zum Teil , und der andere Teil fand es hämisch grinsend nur gerecht ihn wegzuschicken . Ich löste mich also innerlich immer mehr von ihm- was ihn total verunsicherte. Er fühlte sich zerissen, unwohl, gestresst (Zeit für sich selbst hatte er mit 2 Frauen ja gar nicht mehr

) So kam was kommen musste: Sie setzte dann für ein gemeinsamer Sommer -Urlaub ein Ultimatum, in einem Zeitraum indem er mit mir noch in Holland sein wollte. Das war das Ende dieser Affäre, denn es gab ihm den Grund zum Ausstieg, ohne sie direkt durch sein "Schlussmachen" verletzten zu müssen. Feigheit halt...
Das war letzten Sommer. Danach war Funkstille bis diesen Sommer - wenn ich sie traf, machte sie deutlich dass sie uns nun hasst (und mich vor allem, weil einer muss ja Schuld sein

). Nun hat sie aber anscheinend beschlossen, dass ein 1/2 Stündiger morgendlicher gemeinsamer Hundespaziergang mit meinem Mann immer noch besser ist als gar nichts - sie ist also wieder aufgetaucht. Er erzählt mir nun allerdings alles.. Für ihn ists mittlerweile entspannter an seinem Oldtimer zu basteln, als sich nochmal so etwas anzutun

Er hat sie noch gern, sie ist ihm durch die gemeinsame Zeit schon irgendwie emotional wichtig- das ist für mich auch okay, denn alles andere wäre für mich verlogen. Er weiss dass er mit ihr Zeit verbringen könnte, aber dazu hat keinen Nerv. Und das einzige was ich erwarte bzw. voraussetze, ist Ehrlichkeit.
Ein "Absolutdenken" habe ich nicht (mehr), ich könnt mir durchaus gewisse Alternativen vorstellen... Wenn ich dabei nicht angelogen werde! "Sie" findet allerdings, sie hätte ja als "Zweitfrau" gar keine offizielle Chance, denn für Familie und den meisten Freunden wäre sie ja nur "die Schl...pe" (Ihr Denken! Ihre Aussage. Nicht meine.) Was ich wiederum als lustig empfinde, denn wenn ich schon unbedingt einen Mann haben möchte, der offiziell vergeben ist - dann muss ich über soetwas drüberstehn. Sie findet dass ICH "schuld" bin, an ihrem jetztigen emotionalen Zustand, weil ich mich nicht von ihm trenne. Obwohl er mich doch betrogen hat. Er würde doch sofort zu ihr kommen, wenn ich das tun würde was ich tun sollte: mich trennen. Dann wäre er frei- für sie... In ihren Augen klammere ich also ungerechtfertigt. Was ich lustig finde.
Ja so ist das Denken in Affärengeschichten. Selbst wenn sie unkonventionell sind! Und schuld ist zum Schluss immer die (Ehe)-Frau. Damit kann ich aber gut leben...
