Zitat von Kleinerose15:Natürlich gibt es auch sowas aber wenn es überhaupt nicht mehr geht und eine Paartherapie auch nichts bringt dann sollte man ehrlich zu sich selbst sein und so eine Beziehung beenden. Und das ohne Betrug.
Ich denke das Ende einer Beziehung oder die schwerwiegenden probleme die dazu führen ist wie ein Krebsgeschwür. Man merkt, das etwas nicht stimmt kann es aber nicht fest machen. man wird gereizter, fängt an Dinge auf die Goldwaage zu legen...
Und wenn man merkt, dass es Krebs ist ist es meistens zu spät. Ja klar man macht eine Paartherapie (habe ich 6 Monate gemacht) und trotzdem ist zu viel passiert und es endete in einem warmen Wechsel nach 12 Jahren.
Ehrlichkeit ist ein wichtiges Gut, vermutlich das wichtigste überhaupt in eienr Beziehung. Aber sei mal ehrlich zu dir selbst. Bist du immer ehrlich zu den Anderen?
Ich wurde neulich von einer jungen Frau gegen einen Anderen ausgetauscht, das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen und sie hat nichtmal was falsch gemacht. Anfangs habe ich es als Betrug gefühlt obwohl es keiner war, vor allem aber nahm ich es ihr übel, dass sie nicht ehrlich war.
Als meine Frau seinerzeit von ihrer Freundin erfuhr, was ich beinahe getan hätte, redeten wir Stunden darüber. Ich zeigte ihr den ganzen Mailverkehr und das es dabei im Gunde nur über uns ging, weil ich wissen wollte was los war. Und eins führte zum Anderen.
Viele menschen haben Angst diese Konflikte auszutragen, sie laufen lieber weg, verschweigen die Gefühle...und dann kommt es raus.
Ich war jahrelang feige und habe meiner Frau verschwiegen, dass ich in der Ehe total unglücklich bin. Ich wollte sie nicht enttäuschen und hatte Angst, dass sie nciht stark genug ist um eine Trennung zu überstehen. Zudem wusste ich selbst nicht was ich wollte (da war keine andere Frau im Spiel). So eine Selbstzerfleischung kann man immer leicht von außen wegreden nach dem Motto "dann hättest du dich trennen müssen".
Es ist nicht so einfach, schon gar nicht wenn man mitten drin steckt.
Fremdgehen ist sch.... ich glaube da gibt es keine 2 Meinungen, aber es hat auch Gründe, die man nicht ignorieren kann/darf. Und man muss lernen den anderen zu verzeihen zumindest, die Wut und den Hass abbauen. Denn Wut und Hass führen nur zu verbitterung und das zu einem unglücklichen Leben und zwar für den Betrogenen.
Ich musste mir auch über so einiges klar werden, auch wieviel Wut ich haben möchte. Ich kam zu dem Schluß das mich Wut und Hass nur beim Wiederaufbau behindern. Ich verschwende wertvolle Ressourcen damit meiner Frau ewig böse zu sein, weil sie nach 12 Jahren mich aus der Wohnung "warf" und ihren neuen Lover ins Ehebett mitgenommen hat, wärend die Kinder im Nachbarzimmer sind.
Soll ich nach 14 Monaten immer noch sie mit Hass ansehen, vielleicht meine Kinder indirekt negativ beeinflussen? ich muss mit dieser Frau noch locker 20 Jahre auskommen - Ehe hin Ehe her. Wenn man nicht lernt diese negativen Gefühle zu verarbeiten, schadet das nur einem selbst.
Aber es gehört viel kraft dazu, das zu durchstehen. Und ich gehe seit nunmehr 13 Monaten zu unserer Paartherapeuthin und habe dort Einzelgespräche. Und die brauche ich immer noch. Nicht wegen dem betrug aber dem Rattenschwanz, den eine Scheidung so mitsichbringt.
Ich bin froh, dass ich nicht mehr sauer auf meine Frau bin, sie nicht als Schl.... oder Hu... bezeichne sondern sie als meine Ehefrau, bald ExFrau ansehe und ich mich sogar ein wenig freue, dass sie mit Partner Nummer drei jetzt eventuell glücklich wird.
Jeder hat es verdient glücklich zu sein. Ich habe dieses Recht und sie auch. Wir haben beide Fehler gemacht und müssen beide damit zurecht kommen - jeder auf seine Art.
Ich habe mich für diese Art entschieden - keine Wut, kein Hass sondern Verständnis.
Du musst selbst wissen wie du mit diesen Situationen umgehst. Hier werden nur Meinungen ausgetauscht.