Zitat von BenzinImBlut:Es gibt hier so viele Fragen und Vorwürfe das ich nicht auf alles eingehen kann. Außerdem werde ich hier nicht mein ganzes Privatleben offen legen.
Das verlangt auch niemand, aber wenn Du Hilfe willst, dann ist es auch wichtig, sich mal den unangenehmen Fragen zu stellen und gerade für die Nutzer/Innen hier ist es nunmal so, dass nur das bewertet werden kann, was Du schreibst bzw. Preis gibst. Letztlich wenn Du die Antworten alle kennst und gar keinen Bock auf Ratschläge hast, warum bist Du dann hier? Dann mach Dein Ding und fertig.
Zitat:Zum Thema Auszeit für ein Wochenende oder eine Woche, daraus wird nichts. Ich stehe 24/7 unter Kommando, meine Frau wird mir was Husten... . Ich habe sicherlich meine gewissen Freiheiten, aber um ein Wochenende abzuhauen, soweit reicht die Freiheit dann doch nicht.
Und wenn Du das dann so schreibst, dann ist vllt. das schon das Problem. Du willst Freiheit, sie lässt Dich (angeblich) nicht und damit fühlst Du Dich "im goldenen Käfig"? Das wäre natürlich ziemlicher Blödsinn, weil Du in keinem Käfig sitzt, denn der entsteht nur in Deinem Kopf. Und ich wette, dass sie Dir die 2 Tage auch mal gewähren würde, wenn Du das im Gegenzug auch mal für sie machen würdest.
Zitat:Außerdem sollte ich ja meiner Verantwortung als Vater nachkommen, was soll meine Frau nur 2 Tage ohne mich machen...?
Soll das Sarkasmus sein?
Zitat:Ich kann nur so viel sagen, das mein Vater starker Alk. war und ich bei meiner Mutter unter dem Pantoffel stand. Also bin ich mit 16 von zu Hause abgehauen und hab mir mein eigenes Leben aufgebaut. Ich habe meiner Frau auch viel zu verdanken, auch ein Grund warum ich ihr treu geblieben bin.
Ich dachte Du wolltest Dein Privatleben nicht... ach, nevermind... also: Klingt ja schonmal - als Ferndiagnose - nach Bindungsproblemen. Ein Alk als Vater ist halt IMMER eine gestörte Beziehung, ergo hast Du irgendwann mal erlernt, wie Du damit umzugehen hast, aber vermutlich nicht, dass es da ja auch "heile, gesunde Beziehungen" gibt... wie auch, wenn Du noch bei Deiner Mutter "unterm Pantoffel" stehst/standest. Zwei Elternteile zu haben, die offenbar nicht wirklich wissen, was sie mit Dir anfangen sollten, sorgen bei vielen ab einem gewissen Alter für Fluchtverhalten.
Zitat:Meine Vergangenheit habe ich schon aufgearbeitet, bevor mir wieder jemand mit einer Therapie kommt. Die Sehnsucht ist dennoch geblieben.
Wahrscheinlich weil ich ein Stück weit vom Regen in die Traufe gekommen bin.Ein vorzeitiges ausbrechen aus der Beziehung war bisher keine Option für mich, da ich ein sehr häuslicher und familiärer Typ bin, aber eben trotzdem diesen Freiheitsdrang habe. Klingt widersprüchlich, ist aber so, hab ich mir nicht ausgesucht. Das man sich Gefühle nicht aussuchen kann, hatten wir bereits besprochen. Dennoch wird sich auch hier wieder ein Kritiker finden.
So unwahrscheinlich ist das hier jetzt nicht und widersprüchlich ist es auch nicht. Du hast vorher ungesunde Beziehungsstrukturen erlernt, dadurch werden Deine Antennen feiner für alle Sorten von Emotionen und die Sehnsucht nach einer richtigen, fairen, ehrlichen Beziehung größer. Gleichzeitig wird Dein Drang erhöht, sich von Deiner Familie zu distanzieren, weil Du ebenfalls erlernt hast, dass diese Dich auf Dauer kaputt macht und konsumiert --> also ausbrechen.
Und ja, natürlich kamst Du vom Regen in die Traufe, denn mit 16 ausziehen und mit 17 in ner langen Beziehung sein, ist jetzt nicht wirklich ne lange Zeit alleine... und ob Du direkt mit 16 die Therapie angegangen bist, wage ich mal zu bezweifeln. Du hast vielleicht Systeme in der Therapie erkannt, aber überwunden hast Du diese nicht (und das Problem ist, dass Du das vermutlich auch nie vollends wirst). Die Wahrscheinlichkeit nach einem (oder mehreren) Trauma ist da nicht gerade gering. Traumata, die tiefer sitzen, wird man meist ein Leben lang nicht los, man lernt halt nur mit denen umzugehen und sich Methoden anzuschaffen, die einen stabilisieren und ein normales Leben führen zu können.
Zitat:Irgend jemand hat mir vorgeworfen, ich mache es mir zu einfach mit dem Kind, weil es ja zum laufen anfängt... usw.
Diese Argumentation habe ich nur gebracht, weil man mir vorher vorgeworfen hat, ich würde vor der schweren Zeit des Windel wechselns und des Nachts wach bleibens weglaufen... Was hier manche Leute für ein Schwachsinn schreiben... .
Na ja, ne Frau mit Kind sitzen zu lassen, weil man "irgendwie Sehnsucht im Blut hat", ist jetzt halt auch keine sonderlich starke noch männliche Facette, newa? Das klingt halt alles nach einem Melancholiker, der mit einem Glas Cognac am Strand sitzt und in die Ferne starrt. Da denken sich dann viele: "Also entweder Du bist ne Klischee-Figur aus der Werbung, oder Du hast n Schuss weg..."
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du Dein Kind nicht tagtäglich aufwachsen sehen willst? Aber vielleicht wird es Dir hin und wieder mal zu viel - und ja, auch diese Emotionen sind verständlich. Da fehlt Dir (eventuell?) ein bisschen der 1950er-Jahre-Attitüde "Nicht jammer, durchbeißen".
Zitat:Im Grunde genommen haben wir uns vom eigentlichen Thema soweit entfernt wie die Erde zur Sonne.
Nein. Und Du solltest solche Entfernungen als Moped-Fahrer eigentlich einschätzen können.
Zitat:Vernünftige Ratschläge sind genügend gekommen, dafür nochmals danke. Auf subjektive Meinungen über meine Person sche*ß ich.
Man könnte es auch so auslegen: Würdest Du wirklich drauf sche*ßen, würdest Du gar nicht darauf eingehen. Aber ok...