Zitat von Franziska99:Ich finde es generell ja immer schwierig von der Liebe des Lebens zu sprechen.
Ich finde es zwar nicht schwierig, aber durchaus bedeutend davon zu sprechen. Du hast ja diesen Ausspruch verwendet, als Wunsch, dass du seine Liebe des Lebens sein möchtest. Deswegen fragte ich ja nach, wie du diesen Begriff interpretierst.
In meinen romantischen, vielleicht ja etwas naiven Vorstellungen, sehe ich bei einer "großen Liebe " ein sehr faltiges altes Paar auf einer Bank sitzen von der Herbstsonne beschienen. Beide kennen sich, ihre Stärken und ihre Schwächen sehr gut. Jeder kann vieles aufzählen, was er am Anderen auch nervig findet, aber ihre große Liebe zeigt sich gerade darin, dass sie diesen Weg gemeinsam im Alltag gegangen sind und den anderen so wie er ist, trotz seiner Unperfektheit, einfach nicht missen will.
Verliebtheit ist für mich Hormonrausch, sicherlich auch Biochemisch nachzuweisen. Aber eine große Liebe kann für mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattfinden. Erst wenn die Hormonwirkungen, die mich alles an meiner Partnerin haben rosig sehen lassen, nachlassen, erst wenn mir bewusst wird, dass auch Sie nicht immer nach Rosen duftet, die Aufregung der Eroberung unserer Körper nachgelassen hat, und ich sie so liebe wie sie ist und nicht wie ich sie sehen will, dann ist es für mich meine große Liebe.
Verliebtheit = Spaßbad
Liebe = der Ozean
So genug geschmalzt.
Die Motive deines AM klingen für aus meiner Sicht eher nach der praktischen Möglichkeit, dass ihm eine Frau bei Bedarf sexuell immer zur Verfügung steht. Vielleicht geht es ja nicht nur um den eigentlichen Akt, sondern auch um das Gefühl "wenn ich eine fest liierte Frau mit Kindern, die altersmäßig mit beiden Beinen auf den Boden stehen sollte, haben kann, dann kann ich alle haben". Das kann Männer, die nicht ein gutes Selbstwertgefühl haben, durchaus pushen.
Dazu würde auch passen, dass er dich in eurem Haus haben konnte. Das ist natürlich für das männliche Alphatiergehabe der absolute Jackpot, mehr kann er sich nicht in dieser Denk-Welt einem anderen Mann, in diesem Fall deinem Mann (den er dazu nicht kennen muss), überlegen fühlen.
Die letzten beiden Absätze sind natürlich wilde Spekulationen von mir, und ich kann selbstverständlich vollkommen falsch liegen.
Und wenn ich schon mal dabei bin zu spekulieren, willst du, um im Bild zu bleiben, den Ozean oder das Spaßbad?
Falls ersteres zutrifft, könnte aus meiner bescheidenden Sicht die Gefahr bestehen, dass du das Wellenbecken mit Meeresrauschen verwechselst und so nie diese ruhige, nicht glücklich aber zufrieden machende Wirkung des Ozeans verspüren kannst.