udi74
Gast
ich verfolge diese Seite mit den unterschiedlichen Bereichen seit geraumer Zeit und habe mich nach langer Zeit entschlossen, mal hier einen Beitrag zu verfassen und bin gespannt, wie so die Resonanz ist:
Meine Fragestellung zu Beginn ist: Sind Männer und Frauen zwischen 35 - 50 eine verlorene Generation? Wie ich darauf komme:
Wie auch ich (geschieden nach fast 13 Jahre Ehe, verlassen worden von meiner Frau für einen anderen Mann, drei (Stief-)Kinder aufgezogen, welche ich liebe und auch Kontakt habe, Verlust von Ehe, Haus, Familie etc. Dazu Verlust an Vertrauen, Mut, Selbstzufriedenheit - all die "Begleitumstände", was so gescheiterte Beziehungen mit sich bringen, also nichts neues).
Was mir auffällt ist, dass besonders viele Menschen, egal ob Mann oder Frau, zwischen 35 und 50 dieses Drama durchmachen, in diesem Alter bei Beziehungen die meisten Scheidungen auftreten und diese "Generation", wenn ich es mal so nennen darf, besonders "anfällig" für so etwas ist. Oft wird dann ja hier auf den oder die Partner/in geschimpft, aber vielleicht ist das Problem ja auch anders geartet: Vielleicht sind wir (ich zähle mich zu dieser Generation) eine "verlorene" Generation. Eine ,die nicht beziehungsfähig ist oder scheint, der es, warum auch immer, nicht gelingen will, eine Partnerschaft aufzubauen, die hält.
Es gibt ja in jeder Beziehung sicherlich mal Streit und Konflikte, nur: Warum gehen dann diese Beziehungen kaputt? Und noch seltsamer: Warum finden diese Menschen keine/n neuen Partner/in?
Sind es die überzogenen Ansprüche auf beiden Geschlechterseiten? Wenn ich hier lese, wonach so manche/r Single beim Gegenüber achtet, wird mir fast Angst und Bange, da hat ein normaler Mensch wie ich ja kaum eine Chance, eine neue Liebe zu finden.
Auch nach der mittlerweile erledigten Scheidung habe ich bis heute keine neue Frau kennengelernt, zumeist waren jene, welche ich eventuell interessant fand, vergeben oder hatten bzw. haben an mir kein Interesse. Okay, ist nicht weiter schlimm, entgegen der allseits verbreiteten Meinung (Mann umwirbt, Frau sucht aus) drehe ich hier den Spieß um. Nach der langen, aber auch gescheiterten Ehe weiß ich, was ich will und was definitiv nicht - da mache ich jetzt auch keinen Kompromiss mehr. Mit fast Mitte 40 läuft auch bei Männern die biologische Uhr, nur "tickt" diese anders als bei Frauen. Wir werden nicht schöner und was Familienplanung betrifft, bin ich dafür nicht mehr empfänglich, habe das hinter mir. Ich will weder als Versorger, noch als Ersatzvater dienen. Eine Frau, wie ich sie mir vorstelle, wird es wahrscheinlich kaum bis gar nicht geben. Meine Ansprüche beziehen sich besonders auf die Interessen und Hobbies einer Frau, ihre Vorstellungen, wie eine harmonische Beziehung funktioniert, wie man mit Konflikten umgeht, wie das Umfeld der Frau gestaltet ist, wo ich in ihrem Herzen Platz finde usw.
Und nein, ich schaue nicht auf Konfektionsgröße, Augen, Ar.., und andere Körperteile. Die Frau meines Herzens muss mich faszinieren, ansprechen und nicht mit optischen Reizen, eventuell vorhandenen Vermögen oder anderen weltlichen Werten protzen. Meine Ex verließ mich für einen vermögenden, pflegebedürftigen älteren Mann. Ob sie glücklich wird, vermag ich nicht zu beurteilen, ich wünsche ihr für die Zukunft trotzdem alles Gute, denn in der Ehe war ja nicht alles schlecht.
Aber ich habe festgestellt, dass ich wohl große Probleme habe, eine neue Frau zu finden bzw. kennenzulernen. Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber Angst vor einer erneuten Enttäuschung. Das Flirten habe ich glaube ich verlernt. Intimität ist für mich zum Fremdwort geworden und wenn ich glückliche Paare sehe, fühle ich mich als Fremdkörper.
Da es augenscheinlich vielen Frauen und Männern zwischen 35 und 50 so zu gehen scheint, frage ich mich, ob wir eine Art verlorene Generation sind und was wir alle (!) letztlich mal tun können, um das zu ändern. Ältere Menschen machen es uns vor, viele der 60 - 80-jährigen Menschen sind teilweise mehrere Jahrzehnte glücklich liiert - was macht unsere Generation falsch?
Ich habe auch meinen Teil daran, dass meine Ehe kaputt ging. Es waren aber nicht die Klassiker wie eine andere Frau, ein unerfüllter Kinderwunsch, Lustmangel oder so. Ich war nach der Trennung in psychologischer Betreuung und habe einiges gelernt. Andere müssen ja nicht pauschal beziehungsunfähig sein, ich frage mich nur, ob es vielleicht ein Problem von Männern und Frauen in unserer Altersstruktur ist, weil so viele hier in den Foren sind und sich viele Probleme und Geschichten gleichen, als ob es nach außen betrachtet tatsächlich ein Generationenproblem sei. Wollte nur mal andere Meinungen hören, niemanden persönlich diffamieren. Ich gehe das ganze recht locker an, nur meine Vorstellungen sind halt, was eine Partnerschaft betreffen, klar definiert.