Liebe verliebtverliebt,
Zitat:Also meinst du, dass mein Schatzilein auch ein Narz ist? Inwiefern? Das würde mich interessieren. Ich lasse da ja ungern was auf ihn kommen. Außerdem weigere ich mich, irgendwas an schlechten Gedanken, Wut oder sowas wie eine Negativvorstellung aufkommen zu lassen, um besser mit der unerwiderten Liebe klarzukommen, weil ich die schönen Momente in guter Erinnerung behalten möchte. Welche Hindernisse? Ich kann ihm wirklich nichts vorwerfen. Worüber soll ich mich beschweren? Er ist nie übergriffig geworden. Welche Hindernisse meinst du?
um Go.ttes Willen!

Nein, ich wollte nicht sagen, dass Dein Schatzilein ein Narz ist. Missverständnis. Das war nur ein mögliches Beispiel von vielen. Das Hindernis kann alles mögliche sein. Man könnte auch versuchen, einen Alk,i vom Trinken abzuhalten oder jemanden für sich gewinnen wollen, der die Liebe nicht erwidert. Was das für ein Hindernis ist, ist egal.
Ich wollte nur sagen, dass es sehr vielen Menschen sehr viel leichter fällt, sehr viel in eine Liebe zu investieren, an sie zu glauben, für sie zu kämpfen usw., dass es aber oftmals wesentlich schwerer fällt, so viel Energie in sich selbst zu investieren, an sich zu glauben. . .
Verstehst Du jetzt, wie ich das meinte?
Zitat:Das passt voll auf die Zeit mit meinem Mann.
wenn Du magst, kannst Du ja mal versuchen, Dir alle Bezugspersonen um Dich herum wegzudenken. Deinen Mann, Deinen A usw. Also Dich selbst im Fokus sehen, ohne positive oder negative Einflüsse anderer.
Das kann ganz hilfreich dabei sein, sich selbst auf die Schliche zu kommen.
Wer bin ich eigentlich ohne die anderen?
Mir kam dieser Gedanke einmal, als ich unzufrieden mit meinen Leutchen um mich herum war. Mein inneres Denken sah in etwa so aus: ich bin traurig weil a mich nicht liebt, ich bin enttäuscht weil b mich nicht versteht, ich bin verletzt weil meine Eltern. . . Usw.
Also ein ständiger Bezug zu anderen. Mein Befinden war zu stark abhängig von anderen.
Daraus folgte eine innere Haltung, die mir gar ncht bewusst war. Ich meinte nicht zufrieden sein zu können, wenn die anderen mir nicht geben, was ich brauche. Mit all den Folgen für`s Befinden: Niedergeschlagenheit, Motivationslosigkeit, Enttäuschung.
Natürlich sind wir alle Beziehungswesen, brauchen andere Menschen. Dennoch kann es hilfreich sein, sich die anderen mal für einen Moment wegzudenken und sich zu fragen, was dann bleibt. Wie fühle ich mich, was will ich eigentlich komplett unabhängig von meinen Bezugspersonen? Was habe ich für Ziele? Was möchte ich nur für mich?
Man kann sich auch einfach mal vorstellen, alle Beziehungen, die man hat, seien perfekt und erfüllend. Alle verhalten sich so, dass ich komplett zufrieden bin, also emotional gesättigt wie ein Baby

Man braucht also nicht mehr bei anderen zu suchen, sich zu sehnen, kämpfen und hoffen. Alles ist schon da.
Was geschieht dann? Wie geht es weiter?
Bin ich dann zufrieden?
Meine eigene Antwort lautete erschreckenderweise: nein, ich bin nicht zufrieden, denn ich selbst fehle. Ich bin selbst dann nicht glücklich, wenn alle mich so lieben, wie ich es mir wünsche.
Und das liegt eben daran weil wir meiner Erfahrung nach nie einfach nur glücklich sind durch das, was wir von außen, von anderen bekommen.
Zitat:Wie seht ihr das, wenn Geschenke nicht angenommen werden? (Es handelt sich um Kleinigkeiten, wie selbstgemachte Marmelade, selbstgemachter Walnusslikör, ein kleiner Spiegel mit einer Tierzeichnung von mir auf dem Rahmen, ein polnisches Straßenschild).
das sind übrigens sehr schöne Geschenke. Den Spiegel würde ich gerne einmal sehen.
Um ehrlich zu sein würde ich denken, dass meinem Süßen nicht viel an den Geschenken liegt.
Ich würde sie ihm auf keinen Fall nachsenden.
Zitat:Es gehört einiges dazu, all das nicht persönlich zu nehmen und dadrüber zu stehen. Aber es fühlt sich ganz stark an, wenn es mir gelingt. Und in manchen Augenblicken gelingt mir das tatsächlich.
ich weiß ja nicht. . . Du verlangst Dir da schon viel ab. Von sich selbst verlangen, dass es einem nicht weh tut, wenn die Liebe nicht erwidert wird? Ist ja nur eine Annahme, wir wissen es ja nicht.
Aber ich empfände mich selbst nicht als stark, wenn ich die Brotkrumen von einem Mann annähme, der nicht so viel für mich empfindet, wie ich für ihn. Da drüber stehen? Ich glaube nicht, dass das gelingen kann, bzw. nur dann gelingen kann, wenn man den anderen als Liebsten loslässt.
Ich war auch mal sehr in einen Mann verliebt, der nicht in mich verliebt war. Das konnte ich nach einigen heftigen Tränchen durchaus akzeptieren. Aber es wäre mir unmöglich geweesen, in dieser Beziehung zu bleiben, zu versuchen stark zu sein, indem ich hinnehme, dass ich mehr empfinde, als er.
Aber das ist nur meine Meinung, Erfahrung. Ich will sie Dir nicht aufdrücken.