ysabell
Gast
@Sonne
Zitat:- ich habe von meinem Sohn mittlerweile gelernt, wo ich ganz ganz dringend eine Grenze setzen muss, weil sie einfach HALT/SICHERHEIT bedeutet, was ich in keiner Form tolerieren darf, auch wenn es früher für mich unvorstellbar erschien. Danach hatte er förmlich geschrieen. Immer dann, wenn sein Verhalten natürlich in Richtung körperlicher Aggression mir gegenüber ging, er sich vor mir aufbäumte, er unter der Gürtelline beleidigend wurde (und da hat er mit jedem Ghetto-Kid mitgehalten) und alles, was in die Richtung ging, dass es sogar bei mir Angst ausgelöst hat.
Im Nachgang war das Begrenzen (1 x sogar indem ich die Polizei angerufen habe, weil ich Angst vor ihm hatte in der Pubertät) in jedem FAll - IMMER richtig. Das kann ich wirklich so sagen. Er hat es mir in anschließenden Gesprächen immer bestätigt. Er brauchte ganz krasse Grenzen, weil ich sie in meinem frühen Muttersein (da war ich selbst so überfordert und hilflos, hatte noch keinen Kontakt mit meinem Selbst. ) nicht setzen konnte und weil sie die angemessene richtige Reaktion auf ganz krasses Verhalten seinerseits waren.
DANN war wichtig im Anschluss - meist war das deutlich zeitversetzt - noch einmal darüber zu sprechen - was überhaupt für ihn das auslösende Moment gewesen ist. Ich habe ihm fast immer zu verstehen gegeben, dass die dahinterliegende Kränkung verstehen kann und dass mir das leid tut, ich auch auf mein Verhalten versuchen werde, zu achten. Ich war oft erstaunt, was ihn letztlich so getriggert hatte. Meist waren das nonverbale Ausdrücke meinerseits. Mimisch, gestisch. in denen er sich nicht respektiert fühlte.
Aber ich habe ihm auch in diesen Gesprächen versucht peu a peu viel mehr von meinen Gefühlen und GEdanken mitzuteilen. Das ging anfangs nur schwer (wie bei einem sehr kleinen Kind) - wurde aber nach und nach mehr. Letzteres ist mir heute sehr sehr wichtig. Ich möchte auch, dass er weiß, wie es mir geht, was sich auch alles in mir abgespielt hat. Bei uns beiden war und ist das der richtige Weg.
Ich hatte damals ganz oft den Wunsch nach einem Mann an meiner Seite, der einfach diesen tobenden heranwachsenden jungen Mann nimmt und ganz ganz festhält, weil er einfach mittlerweile zu groß war und mir oft wirklich Angst machte am Anfang. Heute geht es schon manchmal in schwierigen Situationen, aber er ist auch nur noch selten derart verzweifelt.
Aber alles ist im Kontakt ganz zart und zerbrechlich. DAs wissen wir beide und versuchen aber auch beide damit entsprechend behutsam umzugehen. Wie mit einem kostbaren Band. Das widerum finde ich sehr schön mittlerweile.
was für eine wahnsinnige Herausforderung für Dich, liebe Sonne! Ich würde mir das gar nicht zutrauen, aber ich bin auch keine Mutter. Und man hat es ohnehin sehr schwer, wenn man ohne Mann und Familie im Rücken die Erziehung ganz alleine übernehmen muss. Ich denke, dass da einfach immer etwas fehlt, wenn man allein erzieht und dass man diese Lücken auch nicht alleine ganz füllen kann, so perfekt man es auch machen mag.
Ich finde, da sollte man als Mutter und auch als Kind nachsichtig mit sich, dem anderen sein. Ich selbst habe irgendwann geschnallt, dass meine Ma eben "nur" meine Ma ist und es einfach nicht leisten kann, mir auch noch Vater zu sein.
Es ist wahrscheinlich wahnsinnig schwer, das richtige Gleichgewicht zwischen Grenzensetzung und Verständnis zu finden.
Erlebe das manchmal bei Eltern, die meinen etwas verbockt zu haben. Ist die Nachsicht in Bezug auf das Thema x jetzt angebracht weil ich als Elternteil damals unzulänglich war; oder braucht das Kind jetzt einfach eine Grenze oder Klartext? Sehr sehr schwierig.
Ich kenne eine Mutter, die ihren Sohn als Kind auch aus beruflichen Gründen ziemlich im Stich ließ. Der junge Mann wurde schwer depressiv. Die Ma fühlt sich verantwortlich und hilft wo sie kann. Sie bazhlt ihm die Wohnung usw., er geht zur Therapie, aber es wird eher schlimmer, statt besser. Mittlerweile ist er Mitte 2O. und sitzt schwer depri in seiner Wohnung und tut nichts.
Übrigens beziehe das bitte nicht auf Dich. Ich will damit nur veranschaulichen, wie unglaublich schwer es sein kann, die richtige Entscheidung zu treffen, sofern es überhaupt ein richtig gibt.
Eine andere Freundin hat eine Tochter, die besonders gerne und raffiniert lügt. Der Dad ist da genau so. Sie sagt sich nun, dass die Kleine sich das vom Dad abgeschaut hat und nichts dafür kann, was ja auch stimmt. Halt übernommen. Die Reflexion setzt ja erst später ein. Aber deswegen alles tolerieren? Ich an deren Stelle wüsste wohl weder ein, noch aus.
Sag mal, hat Dein Sohn sich denn je auch dafür entschuldigt, dass er Dir Angst machte? Wahrscheinlich hast Du es nie erwartet, oder?
Zitat:Ich kann diesen Mann ziemlich gut verstehen und ähnlich habe ich mich früher ganz oft gefühlt. Du weißt ja, dass es für mich auch heute in vielen Situationen noch echt schwer ist, aber was ich wirklich verstanden habe, ist
- dass es erstens für den Mann unfassbar wohltuend sein wird, wenn Du überhaupt hin und wieder so anteilnehmend zuhörst, ohne so kurze kluge Ratschläge zu geben, die einfach der gesamten Situation nicht gerecht werden können. Niemals in meinen Augen.
danke schön. Ist aber schwierig weil er gar nicht viel redet und dann ratlos verstummt. Ein introvertierter Mann. Er erzählt eher stockend und schaut dann traurig.
Ich weiß gerade nicht, ob Tempi oder verliebtverliebt es schrieb, oder beide
Vielleicht traut er seinem Sohn auch zu wenig zu. So junge Menschen haben ja meistens eine wahnsinnge Energie. Und haben sie nichts, in das sie diese hinein stecken, dann können sie eben auch durchdrehen.
Zitat:So in etwa wirken die jungen schönen Mädels um die Tochter meiner Freundin auf mich. Mich berührt das sehr.
Zitat:Weißt Du, was Dich daran besonders berührt, liebe Ysa?
es ist wohl diese verträumte und unbelastete Art der jungen Mädchen. Klar haben auch sie schon ihre Sorgen, ihren Liebeskummer usw. Das erlebe ich ja auch real bei den jungen Leuten. Aber dennoch haben sie noch sooo viele Träume, vor allem von der Liebe, und viele denken wohl, dass eines Tages alles gut wird
Naja und dann berührt mich einfach diese Gemeinsamkeit der Mädchen. Wenn Mädchen oder auch Frauen so zusammen sind, hat das einfach etwas unglaublich schönes. Das geht so mit Männern nicht. Ich habe es neulich gerade erlebt und fand es so heimelig. Eine lackiert sich die Nägel und träumt von ihrem Schwarm, die andere schmust im Bett mit der Katze, eine kocht usw. Einfach schön und warm. Kann meine Empfindungen gar nicht beschreiben.
Wieso fragst Du? Was hast Du empfunden oder gedacht?
Zitat:Witzig! So wie Eingeborene, die eine Uhr untersuchen. Oder wie meine Freundin, die erstmal die Saiten meiner Gitarre ordendlich festgezogen hatte
Hey! Ich möchte ja wohl sehr bitten!
Mein Freund schaute mich auch zweifelnd von der Seite an und zog den Computer schützend vor mir weg



Die marschiert sozusagen in ganz bestimmten, außerordentlichen Momenten plötzlich los mit einigen Stoßtrupps und ist dann auch nicht mehr zu stoppen. Anders kann ich es leider nicht erklären, sonst versinke ich selber gleich im Erdboden
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, weil ich draußen Wildschweine hörte. Die wollte ich unbedingt mal sehen. Aber die haben so feine Nasen, denn kaum war ich draußen, waren sie mucksmäuschenstill (Wir haben hier so um die 30 Wildschweine nebenan auf dem Feld, vielleicht noch viel mehr). Schade, wollte sie mal sehen. Ich mag sie eigentlich. Aber es werden immer mehr, und an manchen Tagen gibt es Großjagden. Die Jäger schaffen aber kaum, die Tiere in Schach zu halten, weil sie durch die milden Winter und durch das große Nahrungsangebot (Mais!, in welchem sie sich übrigens auch sehr gut verstecken können) beste Voraussetzungen haben. Wahrscheinlich haben sie mich sofort wahrgenommen, als ich nur einen Zeh aus der Tür hatte und sind ins Tagesversteck geflüchtet.
Ach, ich weiß es nicht. Es sind so Typen, die eine gewisse Arroganz an den Tag legen, die Macher sind, die mich reizten. Alles andere empfand ich als laaangweilig. Wie es jetzt aussieht, weiß ich nicht. Lebe ja aufgrund eines Totalschadens