Zitat von Cleo_1234:Ich kannte ihn zehn Jahre als ausgeglichenen, fröhlichen und hilfsbereiten Menschen. In der Therapie mutierte er wie auch andere therapierte Freunde und Freundinnen zum rücksichtslosen Egomanen mit emotionalen Karussellfahrten, die auf dem Rücken seiner Umwelt ausgetragen wurden. Anfangs wollte ich verstehen, was los ist, was die Therapeutin mit ihm macht. Da fielen Sätze wie "Du bist perfekt, so wie Du bist", "wenn andere Dich nicht akzeptieren, dann ist das ihre Schuld nicht Deine", "lass Deinen Emotionen freien Lauf". Schade nur, dass in solchen Therapien nicht Freunde & Familie integriert werden. Wenn jeder so agieren und mutieren würde, hätten wir Milliarden von perfekten Menschen, die ihren Emotionen freien Lauf liessen, statt sich auf andere einzulassen und sich sozial zu verhalten. Stattdessen werden neue Patienten gezüchtet. Nämlich die, die von den "Therapierten" in den Wahnsinn getrieben werden.
hallo cleo
ich bin zwar nicht manfredus und auch keine therapeutin, möchte dir dennoch etwas dazu schreiben.
niemand, der von natur aus fröhlich und ausgeglichen ist wird in einer therapie zum "umweltschädigenden monster". warum sollte ein fröhlicher ausgeglichener mensch auch einer therapie bedürfen ? es hat ja einen grund weshalb er eine therapie macht, aus spass ist wohl kaum jemand bereit sich einer therapie zu unterziehen.
während einer therapie können aber masken fallen und der verletzte, verstörte, innere kern kommt zum vorschein. der patient wird ermutigt sich so zu zeigen wie er sich gerade fühlt und ihm wird auch die erlaubnis dafür geben das er so fühlen darf, es ist sogar wichtig, denn gefühle haben immer ihre berechtigung und so kann blockierten emotionen und gefühlen raum gegeben gegeben werden damit sie frei werden können.
die kunst liegt dann darin zu lernen, mit diesen vorher verdrängten emotionen umgehen zu lernen, sie anders zu kanalisieren lernen, denn es wird im regelfall auch bewusst gemacht, dass diese gefühle eigene sind und der andere oder die situation nur ein auslöser.
es braucht seine zeit um zu lernen angemessen mit den gefühlen umzugehen und ich selbst finde es in auch ganz wichtig seine gefühle zeigen zu dürfen und sie in angemessener form auszudrücken denn andersrum kann genau das krank machen.
Zitat:Stattdessen werden neue Patienten gezüchtet. Nämlich die, die von den "Therapierten" in den Wahnsinn getrieben werden.
klar sind einige von ihnen für die aussenwelt unbequemer weil sie nicht mehr alles schlucken und hinnehmen und nach aussen nett und freundlich tun obwohl ihnen innerlich gar nicht so ist, sondern anfangen sich zu schützen oder zu wehren und jetzt auf einmal auch nein sagen lernen.
manche können noch nicht so recht mit ihren neu aufgetauchten gefühlen umgehen und verhalten sich entsprechend bis sie ihre mitte gefunden haben.
wer glaubt von therapierten in den wahnsinn getrieben zu werden, der übergibt ihnen die macht über sich, gesund hört sich das für mich nicht an.
und von patientenzucht wie du es beschreibst habe ich auch noch nichts gehört, in der klinik in der ich mal arbeitete kam mir das nicht so vor, vielleicht ist das ja neu
