Zitat von Igelfisch: Ist ja auch bequem für ihn. Er ist den alten S.c.h.e.i.ß los, der ihn an Dich und die Ehe erinnert und kann ein neues Leben anfangen...
Und an diesem Punkt hat weiland meine Mutter meinen Vater auf den Pott gesetzt, als der sich (da waren meine Geschwister und ich noch Kleinkinder) für eine andere (kinderlose) Frau trennen wollte.
Sie meinte, ok, mach, was Du für richtig hältst. Aber wenn Du glaubst, dass ich hier mit ein bisschen Unterhalt Deine Kinder großziehe und Du kommst dann jedes zweite Wochenende zum Zoobesuch, hast Du Dich geschnitten. Ich bin noch nicht so lange aus dem Beruf raus und rufe morgen gleich meinen alten Chef an. Ich werde nicht am Hungertuch nagen, sondern wieder arbeiten gehen und Dir ein bisschen Unterhalt überweisen. Und Du nimmst die Kinder mit zu Deiner Neuen und ich komme jedes zweite Wochenende vorbei, um zu schauen, ob es unseren Kindern gut geht.
Keine Ahnung, ob sie es letztlich durchgezogen hätte.
Aber sie hat mir (da war ich schon erwachsen) erzählt, dass mein Vater aschgrau im Gesicht wurde und nach ein paar Wochen ganz kleinlaut ankam, dass mit der anderen Schluss sei und er an der Ehe arbeiten möchte. Sie blieben bis zum Tod meiner Mutter verheiratet. Die Ehe war bestimmt kein Disneyfilm. Aber eine kostenfreie Gebärmaschine war meine Mutter nicht. Mein Vater hatte ab da einen Heidenrespekt vor ihr und hat ihren 40+ Jahre späteren Tod sehr betrauert. Ich denke, er hat in der Baby- und Kleinkindzeit schlicht den Respekt vor ihr verloren und sich für was besseres gehalten und sich eine sorgenfreie Zukunft als gut verdienender, getrennt lebender Familiendaddy vorgestellt.
Nur mal als "disruptiven" Vorschlag:
Man könnte mal ausrechnen, wieviel Kindesunterhalt Du als Mutter mit Deinem jetzigen Job bzw. einem Vollzeitjob leisten müsstest und dann beim nächsten "wie soll's jetzt weitergehen"-Orgagespräch mit dem Ex an passender Stelle einwerfen, dass Dein Anwalt auf Deinen Wunsch auch mal das Resindenzmodell zu seinen Gunsten ausgerechnet hätte und man auch das besprechen könne. Da kämen dann X Euro an ihn auf Dich zu und Du würdest die Kinder dann jedes zweite WE und jeden Mittwochnachmittag nehmen, wenn ihm das Recht ist.
Denn eins ist mal sicher: Mit einem 11 Monate alten Baby auf dem Arm und einem Vorschulkind an der Hand beim Chef nach einer passenden Teilzeitstelle zu fragen und sich dann die eigenen Chancen in der Damen-/Datingwelt auszurechnen, hat er sich gewiss nicht vorgestellt.
Die 50/50-Väter sind in den allerseltensten Fällen die, die auch den mentalmload übernehmen. Da werden von den Müttern immer Taschen gepackt und über Termine informiert. Als eine Bekannte von mir den Wochenendvater das zweite Mal in Folge informierte, dass das gemeinsame Kind an "seinem" Wochenende zu einem Geburtstag eingeladen ist und er dafür noch ein Geschenk besorgen muss, hat der Kindesvater die zweite Geburtstagseinladung für das Kind abgesagt, weil ihm "diese ständige Geschenkesucherei" nicht in den Kram passte. Und schließlich sei das ja "sein" Wochenende mit dem Kind. Da stören die Interessen des Kindes an Sozialleben mit Gleichaltrigen offenbar.
Ich kenne kein einziges 50/50 Paar, bei dem der Vater sich die Klassenarbeitstermine genauso notiert wie die Mutter und die App zur Schulessensbestellung auf dem Handy hat. Da lohnt es sich ab und zu mal den Spieß umzudrehen.