Zitat von Nela-Mary:Du verdrehst da was. Viele gehen eben nicht zur Polizei, weil ihnen keiner glaubt. Dass einer Frau nicht geglaubt wird, ist seit Jahrhunderten so. Bzw dass es abgetan wird. Man soll sich nicht so anstellen. Man hat ihn provoziert. Etc.
Das kann ich nicht so stehen lassen, weil sich da grade bei der Polizei schon vieles verändert hat, bereits vor "Me too". So werden Opferbefragungen - wenn irgend möglich - von weiblichen Beamten durchgeführt (ist nicht immer möglich, nämlich dann, wenn es keine Polizistinnen vor Ort gibt). Ob einer Anzeige geglaubt und nachverfolgt wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft.
Das Problem ist halt, dass so ein Vorfall bewiesen werden muss. Es sind ja selten Zeugen dabei und so steht Aussage gegen Aussage, wenn keine eindeutigen Spuren vorhanden sind. Es gilt - in meinen Augen zum Glück - der Grundsatz "in dubio pro reo".
Denn ja: Einsätze und Anzeigen wegen häuslicher (auch 6ueller) Gewalt sind sehr, sehr häufig. Man mag es kaum glauben, aber für manche Menschen/mehrheitlich Frauen ist das Bestandteil ihres Beziehungslebens und wird bei Streit genutzt. Selbstverständlich werden diese Anzeigen am nächsten Tag zurück gezogen. Soviel zu Hinz und Kunz... Daneben gibt es durchaus Anzeigen, die sehr ernst genommen werden. Ob sie gesühnt werden - s. o. Es braucht das Vorhandensein von Beweisen; reine Glaubwürdigkeit reicht meistens nicht.
Nein heißt Nein. Natürlich. Da ich nicht alle Männer für grundsätzlich schw.nzgesteuert halte

, kommt es bei mir schon auf den Kontext an. Wenn ich mit jemanden, den ich kaum kenne, kuschel und knutsche und ihn dann einlade, bei mir im Bett weiter zu kuscheln ("aber mehr läuft nicht!"), wäre ich jetzt nicht besonders überrascht, wenn er trotzdem einen Versuch startet (oder ich, weil ich es mir anders überlegt hätte

Aber ich komme nicht in die Situation. Nur zum Schlafen liege ich sehr gerne alleine im Bett!).
Dann würde bei mir EIN Nein reichen, wenn ich nicht will. Kein zweites oder drittes. So wie man den Männern aus dem Eingangsthread vorwerfen kann, Grenzen überschritten zu haben, könnte man der TE vorwerfen, nicht konsequent gehandelt und die Jungs sofort aus dem Bettchen geschmissen zu haben.
Die hier geschilderte Situation ist für mich eine ganz andere als die Beispiele von Frauen im Minirock, die im Park überfallen werden. Und nicht vergessen werden sollte, dass auch Männer vor 6uellen Übergriffen (durch Frauen und Männer) nicht gefeit sind. Die zeigen das aus lauter Scham nur nicht an und werden erst recht nicht ernst genommen. Und sagen vielleicht nicht laut genug NEIN! Wer einmal auf einer Ü-30 Party war, an der auch der proseccobeschwingte Damen-Kegelclub aus Cloppenburg anwesend war, weiß, was ich meine.