Zitat:ich war mal in der situation von Elke
und trotz Examen habe ich keinen Job bekommen
in einem Pflegeberuf
@fe16
Um die Jobfrage ging es mir gar nicht. Dass es nicht leicht ist, einen Job zu finden, ist klar.
Mir ging es eher um den in dem besagten Beitrag ansonsten noch verbreiteten Schwachsinn.
Davon unabhängig aber glaube ich, dass es viel mehr an den Nerven zerrt und zehrt, wenn man "aus Prinzip" die Stellung hält. Das kostet auf lange Sicht meiner Meinung nach viel mehr Energie, als sich eine Wohnung zu suchen, in der kein Mann Rechte hat und auch nicht kommen und gehen und wohnen und ausziehen kann, wie er will. Da würde ich lieber einmal eine schmerzhafte Entscheidung treffen und die größtmögliche Unabhängigkeit wählen, die m.E. darin besteht, Klarheit und Sicherheit über die finanziellen Rahmenedingungen zu haben und eine räumliche Trennung herzustellen.
Hinzu kommt, wenn man die freiwillige Bereitschaft eines Menschen in Anspruch nimmt, für das eigene wirtschaftliche Wohl aufzukommen, kann doch nicht als die Annahme, dass er sich das mal anders überlegen könnte, dazu führen, dass man das nicht verbindlich klärt und festzurrt. Also ist es ein Schleudersitz. Schleudersitze sind auch anstrengend, weil sie jederzeit hoch gehen können. Wenn der Mann Elke unterstüzt und bekennt, das auch bleiben zu wollen, würde ja eigentlich nichts dagegen sprechen, das auch zu ihrer Sicherheit zu fixieren.
Aber gut, Menschen haben ein unterschiedliches Sicherheitsbedürfnis. Ich würde mich immer dann sicherer fühlen und wüsste besser, wie ich damit umgehen soll, wenn ich konkrete und verbindliche Regelungen hätte. Wenn ich sicher sein könnte, dass es etwas gibt, worauf ich mich verlassen und berufen kann.
Falls sie das nicht ist und weiter Arbeiten für die Firma machen will, sollte Elke sich überlegen, ob es nicht schlauer wäre, sich von ihrem Mann anstellen zu lassen.
Sie müsste halt mal genau prüfen, wie ihr Rentenaspruch ist (der eigene sowie der auf Witwenrente, Geschiedenen-Witwen-Rente, falls es das noch gibt) und inwieweit sich da etwas verändern würde, wenn sie wieder rentenversicherungspflichtig arbeiten würde. Hinzu kommt, dass sie im Falle der Notwendigkeit, doch staatliche Leistungen in Anspruch nehmen zu müssen, immerhin eine Anstellung vorweisen kann, ohne sich womöglich der Mühle von Krankenkasse, Rentenversicherungsträger, Gutachtern etc. unterwerfen zu müssen, weil sie nicht arbeitsfähig ist. Es gibt eine Menge zu bedenken. In diesen Dingen sollte unbedingt Klarheit hergestellt werden - sofern diese nicht herrscht. Das bedeutet ja noch nicht, dass sofort Entscheidungen getroffen werdne müssen. Aber es bedarf einer Transparenz über die eigene Situation, damit man Entscheidungen treffen kann. Augen zu und durch ist eine Methode, die sich vielleicht für lange Zeit in Bezug auf die 6uelle Ausrichtung des Mannes bewährt hat. Aber das geht nun nicht mehr.