Waelderin
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mich bzw. uns quält seit längerem ein Thema. Ich komme nicht wirklich weiter und erhoffe mir hier ein paar hilfreiche Impulse.
Ich (41) bin mit meinem Partner zwölf Jahre zusammen, wir haben gemeinsam drei Kinder (ein Kindergartenkind, zwei Schulkinder).
Zu Beginn unserer Beziehung kam das Thema Treue natürlich auf. Mir ist das nicht wichtig und ich brauche das nicht, habe ich klar kommuniziert. Meinem Mann hingegen ist es wichtig und so haben wir uns auf ein monogames Beziehungsmodell geeinigt. War für mich damals ok, da dort auch Familiengründung im Vordergrund stand.
Die Kinder werden nun älter und ich spüre, dass ICH wieder mehr in Vordergrund rücke. Und ich spüre ein großes Bedürfnis nach fremder Haut und Abenteuer. Mein Mann und ich führen eine gute Beziehung, wir sind gut miteinander im Gespräch, haben einen wertschätzenden Umgang und auch unser Intimleben ist noch vorhanden
Ich habe schon länger der Wunsch, nach öffnen der Beziehung. Ich bin der Überzeugung, dass Liebe nichts mit Besitz(ansprüchen) und Festhalten zu tun hat. Für mich bedeutet Liebe loslassen und, dass ich mich für meinen Partner freuen kann. Ich hätte kein Problem, wenn er andere Frauen hätte, da ich weiß dass das mit uns einmalig ist. Ich nehme das als Bereicherung wahr und nicht als Bedrohung. Unser Intimleben ist gut, ich bin nicht auf der Suche nach mehr. Es ist nicht das klassische Thema mir fehlt was in der Beziehung, was ich mir im außen holen will. Ich bin einfach kein Mensch für Monogamie! Für mich die absolute Hororvorstellung bis ans Lebensende, nur noch den einen Partner sexuell zu haben.
Diesen Wunsch habe ich bereits vor 1 1/2 Jahren geäußert und er ist da leider anderer Ansicht. Er hat mit dem Gedanken massiv Probleme und kann meine Haltung dazu überhaupt nicht verstehen.
Ich bin ein sehr gewissensvoller Mensch und mir sind meine Werte wichtig und ich möchte diese auch Leben. Ein Wert davon ist Ehrlichkeit. Und genau das verursacht bei mir enorme innere Konflikte.
In den letzten 1 1/2 Jahren hatte ich drei Männerkontakte, mit denen ich geschrieben habe. Es ist nichts gelaufen, dennoch wusste mein Mann nichts davon. In meiner Wertevorstellung eigentlich nicht ok. Ich habe so vielleicht versucht, dieses Bedürfnis zu stillen. Aber es ist nicht ok, das weiß ich. Mein letzter Kontakt hat mir nun die Möglichkeit offeriert Sex mit ihm zu haben. Wahrscheinlich hätte ich schon mehrer Chancen gehabt, aber ich wirke nach außen recht unnahbar, was wahrscheinlich auch meine Schutzmauer ist. Tja und nun bin ich im völligen Dilemma.
Ich habe in der vergangene Zeit bereits mehrfach das Gespräch gesucht mit meinem Mann. Letzter Stand ist nun, dass ich einfach machen soll und wir sehen dann danach was ist. Und danach kann alles sein . Trennung, Akzeptanz, jahrelange Vorwürfe, Schmerz .
Ich weiß, er macht das nur mir zuliebe und ich weiß, dass er daran kaputt gehen kann/wird.
Ich fühle eine riesen Last auf meinen Schultern.
Zum einen eine Schuld, dass ich diese Bedürfnisse habe. Ohne wäre es soviel leichter.
Die Schuld, dass meine Bedürfnisse evtl. wichtiger sind, als meine Familie.
Die Schuld meinen Mann leiden zu sehen.
Die Verantwortung, ob ich dem Bedürfnis nachgebe und die Tragweite der Konsequenzen nicht absehen kann.
Die Verpflichtung mir selbst gegenüber, mich und meine Bedürfnisse wahrzunehmen und zu leben.
Die Angst mich zu verleugnen.
Mein Moralkompass und mein Wertesystem, dass ich ehrlich zu meinem Partner, aber auch zu mir bin.
Ich habe einfach nur den Wunsch eine ehrlich und offene Beziehung zu führen. Aber das scheint in der Konstellation nicht möglich. Eine Trennung möchte ich nicht, da wir ansonsten eine tolle Beziehung führen.
Manchmal denke ich alles wäre leichter, ich hätte nie was gesagt und es einfach ausgelebt. Da steht mir aber mein Gewissen im Weg.
Außerdem denke ich oft, wenn man Partner die Tragweite dessen wissen würde, was mich umtreibt wäre er besser ohne mich dran. Ich hab häufig Kopfkino mit anderen Männern. Ich schaue unheimlich gerne andere Menschen (Frauen wie Männer) an und erfreue mich an deren Schönheit. Vielleicht bin ich einfach kein gutes Beziehungsmaterial.
Ihr seht mich treibt unheimlich viel um und lässt mich nachts nicht schlafen. Ich bin erschöpft und es muss bald eine Entscheidung her.
Soll ich mit dem anderen Mann in die Kiste? Wenn ja, soll ich es sagen? Kann ich dann überhaupt noch in den Spiegel schauen? Oder soll ich fünf Jahre durchhalten, keine Ahnung wie, dann sind die Kinder nicht mehr so klein, falls es zu einer Trennung kommt?