Tauriel
Mitglied
- Beiträge:
- 107
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 260
- Mitglied seit:
ich hoffe, dass ich euch meine Geschichte erzählen darf und hier etwas Unterstützung/ Denkanstöße finde, um damit umzugehen.
Ich habe vor etwas über einem Monat herausgefunden, dass mein Mann 2 Jahre lang eine Affäre mit einer gemeinsamen Freundin hatte. (Zusammen sind wir jetzt 10 Jahre, verheiratet davon 5 Jahre). Vorweg: wir werden uns nicht trennen, sondern möchten es weiterhin miteinander versuchen. Ich bitte daher um konstruktive Kommentare und kein Gehetze gegen mich oder ihn.
Aber ich sollte wohl etwas weiter ausholen: besagte Freundin war ursprünglich meine Freundin, irgendwann unternahmen wir aber viel zu dritt durch gemeinsame Interessen. Vor 4 Jahren begannen die beiden im Lockdown gemeinsam Sport zu machen, um sich zu motivieren und nicht alleine trainieren zu müssen. Ich wurde damals häufig eifersüchtig, da schon recht enger Kontakt bestand (ich stehe später auf als er, sie beide schalteten morgens oft Videotelefonie ein, um gemeinsam mit Dehnungen etc. in den Tag zu starten und nach der Arbeit meistens für mind. 2 Stunden zum Sport, außerdem schrieben sie natürlich täglich per WA) und mein Mann am Tag oft mehr Zeit mit ihr verbrachte als mit mir. Es war kein riesiges Problem, aber doch war ich ab und zu mal schlecht gelaunt deshalb, vor allem wenn der Kontakt noch ausgeweitet werden sollte (die beiden abends zusammen noch einen Film schauen wollten nach dem Sport, gemeinsam Eis essen waren o.Ä.). Wir unternahmen aber auch weiterhin sehr viel zu dritt.
Ich wurde ein Jahr später schwanger mit Zwillingen, was mein Gewicht sehr nach oben trieb (ich war leider auch vorher schon übergewichtig, die besagte Freundin jedoch sehr schlank und trainiert, was natürlich auch die Eifersucht förderte).
Die Kinder kamen zur Welt und wir waren heillos überfordert mit der Situation und ehrlich gesagt beide sehr sehr unglücklich. Für unsere Partnerschaft war keine Zeit mehr, die Babys nahmen allen Raum ein, jegliche Kapazität und Energie wurde nur dafür aufgebracht. Dies war uns beiden bewusst, aber wir waren doch ein gutes Team als Eltern und ich hoffte einfach, dass nach der Babyzeit alles leichter werden würde und wir uns wieder auf uns als Paar konzentrieren könnten.
2 Jahre nach dem gemeinsamen Sportstart offenbarte mein Mann mir, dass er Gefühle für unsere Freundin entwickelt hätte und gerne auch mit ihr zusammen wäre. Parallel zu unserer Ehe. Sie weiß aber noch gar nichts davon (ich vermutete jedoch zu dem Zeitpunkt sowieso schon, dass sie Gefühle für ihn hatte. Sie war seit ihrer Scheidung auch schon viele viele Jahre alleine und sehr einsam, hatte keine Freunde außer uns). Ich sagte ihm, dass dies für mich niemals in Frage käme und verlangte einen Kontaktabbruch. Er sagte, dass er dies nicht könnte und ich meinte daraufhin, dass er dann seine Entscheidung bereits getroffen hätte und es vorbei sei. Er lenkte dann doch ein und stimmte dem Kontaktabbruch zu. Ich war jedoch so dumm und nahm die Forderung dann zurück. Zum einen aus Mitleid der Freundin gegenüber, zum anderen aus Angst, dass sie von seinen Gefühlen erfahren würde und ihm dann ein Geständnis machen würde. Ich hatte Angst, dass ich damit eine frische Verliebtheit entfachen würde, gegen die beide nicht mehr ankämen.
Ich muss dazu betonen: Meinem Mann ging es damals psychisch wirklich sehr sehr schlecht, was ich auch wusste. Wir redeten in der Folge sehr viel und er sagte kurz nach dem Gespräch, dass er glaube er habe gar keine wirklichen Gefühle für sie, sondern vieles was ihm in unserer Ehe und unserem Alltag fehlte, habe er dadurch zu ersetzen versucht. Er begann eine Therapie, die zwar leider keine Wunder bewirkte, aber ihm doch etwas half. Nur der 6, den wir in der Schwangerschaft eingestellt hatten, der blieb weiterhin aus. Ein einziges Mal machten wir es, jedoch blieb es dabei. Nun, ich dachte naiverweise weiterhin, dass wir einfach etwas durchhalten müssten, bis es mit den Kindern leichter wird und wir uns wieder mehr auf uns konzentrieren können.
Wir unternahmen weiterhin viel mit der Freundin, jedoch war dies natürlich aufgrund der Kinder stark eingeschränkt auf z.B. Spaziergänge oder dass sie uns zu Hause besuchte, man gemeinsam aß und noch beisammen saß, wenn die Kinder schliefen.
Sport machte mein Mann weiterhin, aber im Studio und alleine. Nach seiner Aussage war unsere Freundin ab und zu auch mal dabei, aber das war's auch. Gemeinsame Unternehmungen zu zweit ließ ich natürlich nicht zu, das wäre mir nach dem Vorfall zu weit gegangen. Genauso achtete ich darauf, dass die beiden bei uns zu Hause nicht alleine waren während sie zu Besuch war.
Das alles ist nun genau 2 Jahre her. Fortsetzung folgt.
