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Mein Alltag durch Corona , nicht so ernst gemeint

Tempi


Zitat von kuddel7591:
bescheidenes Bürscherl
Ich auch.

06.04.2020 17:12 • #61


kuddel7591

kuddel7591


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Zitat von Tempi:
Ich auch.



ich a Bürscherl....du auch? ...oder biste wie a Bürscherl

06.04.2020 20:48 • #62



Mein Alltag durch Corona , nicht so ernst gemeint

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Tempi


Alles drei. Schlafe gut, lieber Kurt.

06.04.2020 20:49 • #63


Tempi


Moin!
Das ist zwar nicht mein Alltag, aber ich fand das Video durchaus sehenswert und auch beeindruckend.


Wünsche einen stressfreien Tag!

09.04.2020 07:19 • #64


Scheol

Scheol


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Hier mal eine Liste was ab morgen im welchen Bundesland gilt.


https://www.focus.de/finanzen/recht/mas...24896.html

26.04.2020 18:35 • x 2 #65


Scheol

Scheol


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Zitat von Scheol:

Wie ist den euer Alltag so geworden



Ein Promi sagte letztens bei einer Sendung lachend das er seit 5 Tagen aus seiner Jogginghose nicht raus kommt.



Habt ihr Veränderungen festgestellt





Ein nicht so ernstgemeinter Tagesablauf





Tag 6 der Quarantäne.

Ich stehe aus meinen Bett auf. Schiebe mich an den zwei Europaletten Toilettenpapier vorbei , steige über die Pyramiedenartig aufgebauten Cola Kisten , um dann in den Flur zu treten.
Im Augenwinkel nehme ich eine Bewegung war , und schreie hysterisch , halten sie den Mindestabstand ein. Ich sehe das mein Spiegelbild mich genauso anschreit.

Nun bin ich wach.

Ich steige auf die Waage .

Bin zurzeit oft im Internet, und habe gelesen das es angeblich keine schweren Knochen gibt. Die hatte ich bis jetzt meiner Meinung nach aber immer.

Stelle fest , das wenn die Knochen tatsächlich bei jeden Menschen 3 kg wiegen sollen, das ich durch Corona innerhalb von 5 Tagen 22 kg zugenommen habe.
Diese Nebenwirkung wurde bis jetzt noch nirgendwo erwähnt. Habe ich vielleicht eine maßgebliche Entdeckung gemacht ? Ich notiere innerlich , EMail am Professor Drosten fertigen. Mit dem Vermerk sehr wichtig.

Ich geh in das Bad, schaue mich an.
Sonst höchsten drei Tage Bart , nun 5 Tage Bart.
Mein inneres Kind meldet sich .

Acht.

Ich frage mich , was acht ?

Mein inneres Kind sagt , acht Tage nicht rasiert.

Ich mache es wie die Supernenny , und schicke mein inneres Kind auf die stille Treppe.
Stefanie Stahl wäre stolz auf mich . Oder auch nicht ? Egal die muss sich ja auch nicht rasieren. Bilder machen sich breit . Oh Gott Steffi.

Überlege ob ich die zurzeit viel genannten Sozialhotline anrufen sollte , weil,mein inneres Kind mir immer widerspricht.

Ich putze mir die Zähne , schau schräg nach unten an die Wand. Denke mir wenn dort statt der Rolle Klopapier die blaue Mauritius hängen würde, wäre ganz schön blöd.
Weil sich mit der den Hinterm abwichen wäre echt schlecht. Stelle fest , das Klopapier doch wertvoller ist.
Stelle aber auch fest das diese besagte Rolle nun schon halb leer ist. Ein Schauer fährt mir über den Rücken. Panik macht sich leicht breit. Ich fühle ein leichten Druck im Magen. Kann aber auch sein das ich in den letzten fünf Tagen einfach Zuviel gegessen habe.

Ich gehe aus dem Bad , setze die Schutzmaske auf , gehe an meine Spiegelbild vorbei, nörgel etwas von Abstand. Zieh die Maske wieder nach 2 Meter herunter.

Steige über die Cola Kisten Pyramide. Und überlege ob ich vor dem Spiegel ein Schild mit Abstand 1,5 Meter anbringen muss. Deutsche Disziplin macht sich breit.

Ich schau aus dem Balkonfenster. Bin irritiert was da großes liegt ? Hat ein T Rex heute Nacht sein Geschäft auf mein Balkon gemacht ? Kann nicht sein , weil ich wohne im ersten Stock.
Und falls ja , hoffe ich dass er sein eigene Klopapier mit gebracht hatte. Schnell schaue ich auf die zwei Europaletten, nein noch alles da.
Mein Schatz , widerfährt es mir leise ,. . ein Klopapier sie zu knechten .

Na kurzen überlegen , fällt mir ein das es vermutlich die 18 Netze Kartoffeln gewesen sein müssen , die nun innerhalb von ein paar Tagen das zeitliche gesegnet haben.

Ich beschließe das ich schon immer einen Komposthaufen auf dem Balkon haben wollte. Mitten in Berlin nahe Kudamm.
Zähle 4 Blumenkästen auf den Balkon , sollte gerade so reichen für den Kompost.

Ich nehme gelangweilt mein Tablet , lege meine Beine auf die gestern erstandene 8 kg Hefe, gehe ins Internet , meckere dort über Toilettenpapier Hamsterkäufer.

Lasse mich breit über die Menschen aus die jetzt noch draußen sind.

Lege das Tablet zur Seite und ziehen meine Schuhe und Jacke an , weil mir einfällt das ich unbedingt noch Toiletten Papier brauche. Weil die erste Rolle ja schon fast leer ist. Man weiß ja nie.

Ich gehe raus , immer wenn mir jemand entgegen kommt fang ich an zu husten. Die Menschen springen zur Seite. Hach ich komme mir so mächtig vor.

Im Supermarkt sind die Regale ziemlich leer. Gehe raus, vergesse aber nicht denjenigen , ein vorwurfsvollen Blick zuzuwerfen , und dabei den Kopf zu schütteln , der 3 Packungen Mehl im Einkaufswagen zustehen hat. Ich sehe die Unsicherheit bei ihm.

Ich gehe nachhause . Wasche mir umgehend sie Hände und überlege wie lange die 3 Liter Flaschen Flüssigseife reichen werden. Und wann es wieder Seife geben wird.

Ich setze mich in mein relax Sessel . Gehe wieder ins Internet um zu verbreiten das es Menschen jetzt gibt die drei mal Mehl kaufen. Das geht doch nicht in dieser Zeit jetzt.
Man fragt woher ich das wüsste und möchte eine Quellenangabe.
Uff fast hätte ich geschrieben das ich draußen war. Habe ich bei Facebook gelesen , kommentiere ich kurz.

Einige springen sofort an , und Zweifel die Echtheit bei Facebook an.

Ich werfe nur immer Halbsätze in die Diskussion , entscheide mich dann sogar nur für ein Wort , um der Diskussion ihre eigene Dynamik zugeben.

Läuft denke ich mir.

Ich schaue auf mein Paletten mit Toiletten Papier ,auf die Ikea Taschen voller Nudeln.

Merke das kacken nicht das einzigste im Leben sein kann. Aber was macht man nicht so alles in Quarantäne.

Ich komme mir vor wie Robinson Cruzo. Ich warte auf Freitag , nicht nur auf diesen.
Sonder auf den Freitag aller Freitage wenn sie Quarantäne vorbei sind wird.

Früher wenn es Montag war , ich mich morgends in die volle U Bahn stürzte , war es irgendwie schöner auf Freitag zu warten.

Wenn der Schaffner in sein Mikrofon leicht bestimmende brüllte , vor 600 Personen die auf den Bahnsteig warteten.

NICHT MIT DEM FAHRRAD IN DEN ERSTEN WAGGON.

Oder.

Die Wurstwarenfachverkäuferin in ihrer Berliner charmanten Art , wenn man nicht nach einer Sekunde , wenn man gefragt wurde antwortet ,

Wollense nur glotzen oder och wat Koffen.


Zeiten ändern sich. . . .


Ich schnappe mir ein Eimer , ziehe meine Gummihandschuhe an, gehe ins Bad und mache dort wie in den letzten 5 Tagen zum 3 mal Frühjahrsputz,. . am Tag.

Wenn das so weitergeht , habe ich in 3 Wochen statt matte Fliesen , Hochglanz Fliesen an der Wand.
Denke mir nur , kann auch Chick aussehen.

Ich lege mich ins Bett , schlafe ein. Werde wach da ich merke das mich was fremdes anfasst. Ich lächle , mir fällt aber ein das ich Robinson , in meiner Wohnung kein weiblichen Freitag habe.
Ich mache die Augen auf , und stelle fest das ich vergessen habe mein Gummihandschuh auszuziehen. Ok , das erklärt einiges.
Aber ich merke mir das , falls die Quarantäne über 2 Jahre gehen sollte.

Ich mache den TV an. Zappe durch die Kanäle . Nach gefühlte 787 mal umschalten gebe ich resigniert auf. Da Corona überall präsent ist.

Ich merke Übelkeit . Ein Symptom von Corona ?

Ich schiebe die 3 leeren Prinzenrollen Packungen und die leere Gummibärchen und Chipstüte zur Seite die ich beim umschalten in den letzten 40 Minuten leer gemacht habe.

Und schaue was ich an Medikamente da habe.

Entscheide mich aber dafür mir ein Kaffee einzugießen , die Milch ist sehr dickflüssig,
Ich notiere für die nächste Pandemie , keine 60 Liter frisch Milch kaufen . Sondern die haltbare.
Dahinter notiere ich , das ich auch keine Pilze in Dosen kaufen sollte , da ich diese gar nicht esse. Habe mich leider bei der zweiten Welle , wo der Supermarkt schon leer gehamster war , dazu verleiten lassen irgendwas mitzunehmen.


Die Dame die über mir wohnt , fängt an wieder Posaune , Horn oder was weiß ich zu spielen.

Eine innere Stimme sagt mir , warum Putz die nicht auch ihr Badezimmer.

Sie versucht seit 15 Jahren dieses Instrument zu spielen. Sie spielt seit Jahren konstant immer an der selben Stelle falsch.

Ich fang ernsthaft darüber nachzudenken an , ob sie vielleicht doch nicht falsch spielt , sondern das Notenblatt Schmutzflecken aufweist.

Ich notiere innerlich , Noten für alle Blasinstrumente besorgen , für das Lied , Freude schöner Götterfunken,. und der über mir zukommen lassen. ( Info: sie spielt immer bis zu Freude schö,. . dann immer zwei Töne zu hoch )

Ich finde bei mir rotes dickes Klebeband . Überlege kurz , stehe auf , öffne die Wohnungstür und Messe im Hausflur die 1,5 Meter ab.

Ich betrachte mein Werk und stelle fest das einige Kleber an der Wand gelandet sind, und das mein Hausflur nicht nach Corona Din Norm gebaut wurde.
Notiere , e Mail an Baubehörde, um ihnen diese Missstände mitzuteilen.

Langweile kommt auf. Ich stelle mich an die Wohnungstür , schaue durch den Spion.

Eine Tür klappert , Geräusche auf der Treppe . Meine Posauneblasende Nachbarin kommt herunter.

Ich reiße meine Wohnungstür auf , und blaffe sie an , ob sie nicht die Markierung zum Abstandhalten gesehen hat, Und ob sie extra gewartet hat bis ich hier raus komme.

Ich nuschel was von Infektionschutzgesetz , Strafe , und das ich so freundlich bin sie nun vorzulassen.
Schließe dabei die Tür , steige wieder über meine Paletten , die mich doch ab und an schon selbst nerven. Aber ich mich dann zur Disziplin rufe das ich der letzte überlebende sein werde.



Wenn etwas zum schmunzeln dabei war, dann hat sich das Schreiben gelohnt.


Wer möchte kann ja mal seine Veränderung aufschreiben

..



Tag 57 der Quarantäne

Ich werde wach , sehe aus dem Fenster.
Wieder blauer Himmel.

Seit 57 Tagen blauer Himmel.

Ich überlege ob Gott etwas mit der Quarantäne zu tun hat . Ob er uns das Wetter in dieser Zeit senden und sich dabei eins lacht das wir drinnen bleiben sollen.
War es doch falsch vor Jahren aus der Kirche auszutreten ?
Gott ist nicht wirklich schlecht ,
nur das Bodenpersonal lässt oft zu wünschen übrig.

Ich überleg ob Gott Verschwörungtheoretiker oder Praktiker ist.

Ich stehe auf , schaue auf den Balkon und sehe auf mein Blumenhaufen.
Ich hatte versucht den Kompost der Kartoffel in die Blumenkästen zu drücken, habe aber dann kein Platz mehr für die Blumen im Kasten gehabt.

Letztendlich lief es darauf hinaus das ich die Blumenkästen auf den Kompost gekippt habe.

Habe nun in der Quarantäne ein neues Wort erfunden Balkonblumenkastenkompstbeet. Wir vermutlich nicht das Wort des Jahres.

Hatte vor 16 Tagen den Duden angeschrieben um das Wort im Duden aufzunehmen.

Habe bis heute keine Antwort erhalten , sie tagen sicherlich noch weil der Vorschlag so gut war. Oder die sind auch alle in Quarantäne. Werde Vorschlag , das die Home Office machen können.

Ich geh auf die Waage , sehe mein Gewicht , ....... reden wir nicht drüber.

Corona muss was mit Kalorien zu tun haben. Definitiv.

Nach dem Gewicht von heute , bin ich nun Knochen los , und habe nun nochmals tatsächlich 4 kg zugenommen.

Mein Mund hat mehr Hunger als mein Magen , hatte ich schon ziemlich früh bemerkt.

Ich stelle mich auf die Markierung auf der Erde vor den Spiegel.

Die Markierung ist wichtig, um genau dort zustehe . Weil , ich hatte nach 12 Tagen keine Lust mehr das ich mit beim vorbeilaufen ständig einen Mundschutz aufziehe.

Habe auf den Spiegel ein Mundschutz geklebt , damit mein Spiegelbild Quarantänegerecht angezogen ist.

Ich betrachte meine Figur . V Figur vor 57 Tagen .
Nun immer noch ein V aber auf dem Kopf gedreht . Eher wie eine Tanne stelle ich fest.


Kalorien sind die kleinen Dinger , die in der Nacht deine Hose enger nähen.
Stand im Internet bei Facebook , aber........ ohne quellen Angaben .
Einige würden nun weinend zusammen brechen beim lesen.

Aber der, der das geschrieben hat , wird es ja wohl wissen. War ein Typ der eine weite Jogginghosen an hatte.

Verweise innerlich auf Wikipedia.

Ich denke mir , das ich heute Wäschewaschen könnte.

Schaue in den Wäschekorb.

Nichts .

Ich bin verwundert.

Gut , ich habe wohl etwas wenig Wäsche gewechselt in den letzen Tagen ,

Ich schau nochmal in den Korb ,

ok , .........Wochen, ......stelle ich fest.

Ich ziehe mein Shirt aus . Stelle es kurz auf die Erde . Offene die Waschmaschine , und Knicke das Shirt unter dem Fleck vom Pizzakäse und Ketchup Flecken.

Ich überlege wie der und vor allem wann der darauf gekommen ist.

22 Tage stelle ich nüchtern fest.

Die Jogginghose , knicke ich an der Abbruchkante, und lege diese mit viel Nachdruck und knacken und knirschen ,in die Maschine.

Kochwäsche wäre glaube ich nötig.

Ein Schauer kommt auf , aber nicht wegen dem waschverhalten, sondern dem Umstand das ich 22 Tage keine Pizza gegessen habe.

Ja Prioritäten ändern sich im Notsituation.

Auch das waschverhalten, sagt eine innere Stimme.

Durch das ständige hin und her laufen in der Wohnung , haben sich zwischen den Europaletten kleine Trampelpfade gebildet.

Zum Kühlschrank ,

in das Badezimmer ,

zum Spion an der Wohnungstür.

Ich geh duschen und muss nun meine Berechnung des Haarwaschmittelsverbrauches neu berechnen, da die Bundesregierung , Friseuren das Haarschneiden verboten haben.

Der Mindestanstand der bei Friseuren während der Arbeit eingehalten werden sollte , betrug , genau 1,5 Meter. Edward mit den Scherenhänden wäre vermutlich der einzigste Friseur gewesen der das hätte einhalten können.

Tja nun wurde entschieden das Friseure zu machen müssen. Schade für Edward, denke ich mir . Wäre wohl seine Chance gewesen , den Markt ordentlich aufzuräumen. Aber wir sitzen alle in einem Boot.

Leider sitz meine Posaune spielende , über mir Nachbarin , im selbem Boot wie ich.

Meine Frisur ist sehr kurz ,ein Haar wächst im Schnitt 1 bis 1,5 cm pro Monat.

Pro Zentimeter Haarlänge multipliziert sich der Haarwaschmittel Verbrauch.

Ich möchte nicht dran denken.

Notiere innerlich ,
frage später in das Forum stellen ,
Antwort ist abzuwarten ,
um dann als Antwort von mir , nur zu schreiben , Quelle ?

Ich passe mich an.

Im Badezimmer , habe ich an den Spiegel , über den Waschtisch , ein Mundschutz auf meine gespiegelt Mund, Höhe meines Gesichtes geklebt, so wie ich es im Flur praktiziert habe.

Um auch hier nicht wieder wie in den vergangene Tagen , Diskussionen durch mein Spiegelbild Betreff des InfektionSchutzgesetzes führen zu müssen.

Ich war irgendwann in der Minderheit , da sich der innere Kritiker , sowie das innere Kind von der Treppe lautstark meldeten.

Bei der demokratisch geführten Abstimmung wurde ich von allen überstimmt.
Ob das Grundgesetzt in der Zeit gerade verletzt wird , lasse ich noch prüfen.

Aber wenn ich ehrlich bin, ist es nun praktischer, mit dem aufgeklebten Mundschutz auf dem Spiegel , da man sich mit aufgesetztem Mundschutz schwerer rasieren kann.

Das innere Kind hat sich durchgesetzt mit dem Rasier verhalten. Aber ,
der Rasier Brand ist sehr stark geworden.

Ob es nun am Elektrorasierer , oder Nassrasierer liegt habe ich in den letzen Tagen noch nicht festgestellt. Merke aber das das rasieren am Morgen besser vertragen wird mit dem Nassrasierer , als wie das rasieren um 12 Uhr und 18 Uhr mit dem Elektrorasierer. Rasieren ist wichtig in dieser Zeit.
Weil ? Na weil man Zeit vertreibt.

Ich schlürfe wieder durch den Flur , Grüße mein muffeliges Spiegelbild. muffelige weil wenn ich es nicht Grüße , macht er es nicht zu erst.

Anziehsachen raus suchen.

Ich ziehe mich an. Und stoße dabei fast gegen meine selbstgebauten Mitbewohner aus Klorollen. Er ist ein guter Bewohner. Er ist sehr ruhig und bescheiden.

Okay okay , es müsste heißen Toilettenrollenfrau. Ich habe aus Toilettenrollen und den Draht aus Kleiderbügel eine halbwegs stabile Frau gebaut. Besonders gefällt mir die Körbchengrösse WC Rolle.

Google hat bis jetzt noch nicht hergegeben welche Körbchengrösse das nun genau ist. Da die Rollen dicke , bei 3 blättrigen anders ist als wie bei 5 blättrigen.

Eine Suche bei Tinder war auch erfolglos.

Ich stelle fest das ich meine Beiträge für den Fitness Verein immer noch bezahle.

Ich bin zwar bis vor 126 Tagen auch nicht hingegangen , aber nun kann ich sagen ich würde ja wollen , aber Corona ,........ ich merke den Zwiespalt in mir . Das Pro und Kontra.

Ich öffne die Tür. Mein Nachbar wollte eine Sekunde nach mir aus seiner Tür.
Ich tue so als ob ich es nicht bemerkt habe , und mache besonders langsam.

Hach , sage ich laut zu mir , aber eigentlich zu ihm. Klopfe auf meine Jackentasche , als Zeichen das ich was vergessen habe.
Gehe wieder in die Wohnung und warte an der Tür im Flur , so das der Nachbar mich nicht sehen kann.
Immer wenn er ein Anzeichen macht , seine Tür aufzuziehen , halte ihr nur mein Fuß ausgestreckt aus meiner Tür, als ob ich gerade ,.....

Er geh zurück , bleibt hinter der Tür stehen.

Das machen WIR eine ganze Weile , bis er keine Lust mehr hat und freiwillig in seiner Wohnung bleibt.

Gut das ich meine Gesichtsmaske aufhabe, da man mein diabolisches Lächeln dadurch nicht sehen kann.

Ich laufe die Straße entlang , die Leute halten weit Abstand , da es so in den Medien verbreitet wurde. Schade das mit dem Husten wenn mir jemand zu nahe kam , fand ich für mein Ego besser.

Aber es gibt immer noch Möglichkeiten in diesen Zeiten .

Genau , das Zauberwort heißt Supermarkt. Der Shopping Tempel dieser Zeit. Der Schaufensterbummel der Abwechslung bringt vom TV-GERÄT.

Ich brauche zwar nichts , gehe doch dort hin , um soziale Distanz zu üben.

Wuun haaa haaaa entfährt mir ein Lachen, was mir sogar etwas Angst macht.


Ich stelle mich in die Warteschlange. Es ist seit Wochen so angeordnet worden.
Früher liefen alle kreuz und quer in das Geschäft , rempelten und drängelten.
Husteten und niesten ein in den Nacken. Aber wenigstens Körperkontakt denke ich mir.

Es gibt nun wieder eine hygienische Nettikete. Man soll in die Armbeuge niesen . Vorrangig aber in seine eigene , was einige anfangs wohl nicht taten.
Deshalb die ständigen Hinweise.

Ich werde eingelassen. Muss mir einen Einkaufswagen nehmen, um den Abstand zu anderen Menschen zu halten.

In den Supermärkten haben sie es für die Kunden einfachshalber mit Markierungen alle 2 Meter auf der Erde gekennzeichnet. Sie haben aber nicht mit mir und meiner objektiven Wesentsveränderung während Corona gerechnet. Subjektiv merke ich noch nicht viel. Also ich find mich ja gar nicht so schlimm. Aber dumme Leute leiden ja bekanntlich auch nicht unter ihrer Einfachheit.

Da ich viel Zeit habe , bliebe ich oft stehen, und sehe das die Leute hinter mir unruhig werden. Ich sehe sie im Augenwinkel. Immer wenn jemand ansetzt vorbei zu gehen , beuge ich mich nach vorn , und mache somit den Gang enger. Erschrocken bleibt der versuchts überholende stehen. Kein sozialen Kontakt und mit mir schon gar nicht.


Hach wenn sehe ich den da. Keine Posaune blasende über mir Nachbarin , zum Glück ohne Posaune.

Ich ziehe meine Gesichtsmaske höher , setze meine Mütze wieder auf und ziehe diese runter bis tief in die Stirn.

Sie läuft vor mir im Gang , sie erkennt mich nicht. Sie will stehen bleiben, sieht im Augenwinkel das ich schon zu dicht bin , und entscheidet sich nun doch weiter zugehen. Sie läuft schneller , ich hinter her .

Ich drücke auf mein Handy , die Musik vom weißen Hai erklingt.



Sie will etwas einpacken , werde aber in dem Moment schneller , sie läuft wie in einem Psychothriller weiter.


Ich rufe Hygieneabstand einhalten. Das macht sie wenigstens , weil an die Mittagsruhe hielt sie sie sich die letzten Jahre nicht.

Nun zahle ich es ihr Heim, die letzten 20 Jahre , Freude schööö..... denke ich mir.

Tja schwarzer Humor ist wie Klopapier ,........ hat nicht jeder.

Ich werde abgelenkt , sehe eine Person mit 10 Packungen Toilettenpapier .

Brülle sofort das nur jeder eins nehmen darf , lt. Toilettenpapierverordunggesetzbeschränkungvorschrift, und das das wohl ein Unding ist , das noch nach den Wochen.

Die Person schaut mich nüchtern an. ......Und fertig ?

Ich , ähhh ja .

Gut ,
dann möchte ich nun weiter die Regale befüllen weil ich arbeite hier.

Na ja , bestimmt eine Weste des Supermarktes aus dem Internet bestellt zur Tarnung.

Hinter mir wird es dunkel. Ich fragen mich wer im Supermarkt gerade das Licht aus gemacht hat.

Die Frau mit der Weste aus dem Internet , murmelt , ......schon gut Andrej.

Ich drehe mich um , schaue auf eine Schriftzug. Schaue im 45 Gradwinkel nach links, und bewege mein Kopf langsam über den Nullpunkt im 45 Gradwinkel nach rechts
Seeeeee ccccuuuuuu rrrriiiiii tttttyyyyy lese ich gedanklich.

Lege mein kopf in den Nacken , und erkenne den Grossen Bruder von Vitali und Wladimir Klitschko wieder.


1987 geboren was. ......Frage ich.

Da (= ja , frei übersetz nach Langenscheid ) sagt er verwundert.

Mudda ( = berlinerisch für Mutter ) kommt wohl aus Prypjat.

Da da , ( ja ja , immer noch frei übersetz nach Langenscheid), sagt er erstaunt.

( Prypjat = Nachbarstadt von Tschernobyl, Anmerkung der Redaktion und somit ist auch den Bildungsauftrag dieser Geschichte erfüllt )

Andrej ist verwundert , so sichtlich das er mich in Ruhe lässt.

Mist wo ist meine Bläs.serin . Also die Posaune . Also die Posaune blasende über mir flüchtende Nachbarin.

Ich gehe noch etwas Lebensmittelregalbummel machen. Was macht man nicht alles aus langweile macht.

Ich nehme Kapern und Erdnussbutter , was ich beides nicht essen, um diese dann willkürlich in ein unbeobachtet Einkaufswagen zu legen.


Hinter mir höre ich mehrere Menschen meckern ,

was ist das in mein Wagen ,

wer hat das in meinen Wagen gelegt.

Der innere Kinski macht sich breit.

Kann ich ihn unter Kontrolle halten ?




Zwei Frauen fangen sich an zu streiten . Ich beobachte das Treiben.

Sie eine ist etwas wortgewandter , ich komme ihr noch zu Unterstützung
heul doch

Beide schauen mich verdattert an, was mischen sie sich den ein.

Prinzessin, brennt dir den Faden vom Tampon oder was ist dein Problem. Sage ich knapp.

Ich gehe zur Kasse . Stelle mich dort an.

Ein Mann möchte sich vorbei drängeln.

Ich verweise auf die Kontaktausgangssperrenverbotsbeschränkungsgesetztverodnungsverfügung, und notiere innerlich 3256 für das imaginäre Scrabelspiel was nur in meinem Kopf statt finden.

In meinem Kopf finden seit der Quarantäne viele Dinge statt, sagen meine Nachbar und Freude am Telefon.

Letzten sagte ein ehemaliger guter Freund , das ich anscheint eine Störung entwickelt habe. Er legte auf als ich ihm sagte , das die leisen Stimmen wieder mit mir reden , und das diese ihn Nicht mögen würden.

Nun ja sein Problem . Den WIR kommen ja mit mir klar.


Ein Virus sie zu Knechten ,

sie alle zu finden

In die Wohnung zu treiben

Und ewig zu binden.


Klingt es beim warten an der Kasse, in meinem Kopf.


Ein Mann will sich nun mit Anzug vordrängeln.

Ich frage den Anzugträger knapp , warum so eilig mein Herr. Was machen sie beruflich.

Ich bin Anwalt sagte er von oben herab.

Ich rufe knapp nicht systemrelevant die Schlange stimmt meinen schlacht Gesang ein.

Nicht Systemrelevant

Nicht systemrelevant

Nicht systemrelevant


Das neue Feindbild ist geboren. Die nicht systemrelevanten Berufe , und ja da war noch was , das Virus Corona.

Halt Abstand oder ich infiziere dich du Risiko! Sage ich dem sichtlich geknickten Anzug Träger.

Manchmal frage ich mich , wer nun ärmer dran ist. Das Virus oder die nun neuen nicht systemrelevanten Berufe.

Wenn ich auf der Straße spazieren gehe , ähhh rein aus dem Grund Biologischeverbrauchsgüter zu kaufen. Und Bettler gehäuft sehe , die nun nicht mehr in der Masse der Großstadt untergehen , ob das eventuell ein Mensch mit systemunrelevanten Beruf war. Wie Richter , Bundesliga Profi, Steuerberater , Steuerprüfer oder sonst unrelevante Berufsgruppen.


Auf dem Rückweg nachhause , möchte ich Freude verbreiten. Ich mache Klingelstreiche. Um die Leute zu beschäftigen.

Zuhause angekommen , schließe ich hinter mir die Tür , Lege den Mundschutz ab und hänge diese auf, wasche mir die Hände ,...und stelle fest , die Welt hat sich verändert , und es wird vermutlich nicht mehr die selbe sein.

Ich vermutlich auch nicht ..... ob positiv oder negativ , das wird man sehen.

Alles wird gut werden...

12.05.2020 13:18 • x 6 #66


Scheol

Scheol


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10772

Herakles

Herakles


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Zitat von Scheol:
Tag 57 der Quarantäne


Sehr schöner Text @Scheol

Gestern 21:52 • #68


Scheol

Scheol


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10772
Zitat von Herakles:
Sehr schöner Text @Scheol



Dachte damals es muntert etwas die Situation auf.

Habe schon überlegt ob ich mal weiter schreibe


Gestern 22:09 • x 3 #69


Hana-Ogi55

Hana-Ogi55


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1844
Zitat von Herakles:
Sehr schöner Text @Scheol


Ist der echt von Dir? Ich hab gerade mich wieder aufgerappelt von der Couch, von der ich vor lachen gekullert bin ...

Die ganze Zeit dachte ich, jetzt kommt gleich, das ist ein Auszug von Wladimir Kaminer ... aus seinem Corona-Buch.

Gestern 22:21 • x 2 #70


Hana-Ogi55

Hana-Ogi55


908
1
1844
Zitat von Scheol:
Dachte damals es muntert etwas die Situation auf. Habe schon überlegt ob ich mal weiter schreibe


Auf jeden Fall ...

Mach das!

Gestern 22:21 • x 3 #71


Herakles

Herakles


29
73
Zitat von Scheol:
Habe schon überlegt ob ich mal weiter schreibe


Aufjeden Fall. Ich werde es lesen

Gestern 22:23 • x 2 #72


Scheol

Scheol


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Zitat von Hana-Ogi55:
Ist der echt von Dir? Ich hab gerade mich wieder aufgerappelt von der Couch, von der ich vor lachen gekullert bin ... Die ganze Zeit dachte ich, jetzt kommt gleich, das ist ein Auszug von Wladimir Kaminer ... aus seinem Corona-Buch.



Nein die beiden Corona Tage habe ich selbst geschrieben.

Hatte immer die Leute beobachtet und Veränderung bemerkt.

Der zweite Text hat etwas gedauert.

Und mal schauen wie man jetzt noch etwas eine Schippe rauf packen kann.

Finde wichtig das man sich oder andere etwas wieder erkennt aber auch lachen muss dabei.

Gestern 22:31 • x 3 #73


Abendrot


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4471
@Scheol

Bitte schreib weiter .

Gestern 22:50 • x 3 #74


Hana-Ogi55

Hana-Ogi55


908
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1844
Zitat von Scheol:
Nein die beiden Corona Tage habe ich selbst geschrieben. Hatte immer die Leute beobachtet und Veränderung bemerkt. Der zweite Text hat etwas gedauert. Und mal schauen wie man jetzt noch etwas eine Schippe rauf packen kann. Finde wichtig das man sich oder andere etwas wieder erkennt aber ...


Das haste bei mir locker geschafft. Gut, ich bin nicht das Maß der Dinge ... aber sonst wäre ich da nicht hängengeblieben, das lief gleich so vor meinem geistigen Auge ab, mit den Klamotten ... mit den Nachbarn, mit den Begegnungen im Supermarkt ... herrlich, das Anranzen wegen dem Toilettenpapier im 10er Pack.

Inzwischen sind das - neben den anderen Gassi-Gehern - auch so meine letzten sozialen Kontakte ... so ein Gefühl von früher, als man noch bummeln und kieken konnte, auch ohne was zu kaufen. Heute würde man, aber geht nich ...

Ich hab letztens auch so gedacht, die meisten Kontakte, die ich so in der letzten Zeit hatte, waren mit den Paketboten. Eigentlich kaufe ich lieber vor Ort ein, aber wir wissen ja alle ... heutzutage musste Dir ja selbst das Suppengrün per Fleurop liefern lassen ... mitunter jedenfalls.

Gestern 22:55 • x 3 #75



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