Lathgertha
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Dass Gegenstände erst im Keller landen und später ganz verschwinden, spricht dafür, dass sie nicht einfach zufällig weg sind, sondern dass da offenbar ein schrittweiser Prozess dahintersteckt. Gleichzeitig passt seine Reaktion mit Tränen und Rückzug nicht so richtig zu jemandem, der einfach nur lügt. Das wirkt eher wie Scham oder ein innerer Druck, über den er nicht sprechen kann oder will…
In der Praxis sieht man manchmal ein Verhalten, bei dem Menschen anfangen, Dinge aus ihrer Umgebung zu entfernen, weil sie sie plötzlich als störend oder zu viel empfinden. Das kann mit Stress, Überforderung oder auch mit zwanghaften Tendenzen zusammenhängen. Für Außenstehende wirkt das dann oft völlig unlogisch, für die Person selbst fühlt es sich aber wie eine Art innerer Drang an.
Dass die Sachen erst im Keller landen und später ganz weg sind, würde dazu passen. Viele Menschen können Dinge nicht sofort entsorgen und lagern sie erst irgendwo zwischen.
Auffällig finde ich auch, dass es eher alltägliche Dinge sind wie Deko, Kleidung, Spielzeug oder Haushaltsgegenstände und nichts Wertvolles. Das spricht weniger für Diebstahl oder etwas in der Richtung.
Wenn das Verhalten tatsächlich von ihm ausgeht, würde ich persönlich nicht versuchen, ihn zu überführen. Das führt meistens nur dazu, dass jemand noch mehr blockiert. Sinnvoller wäre ein ruhiges Gespräch, in dem du sagst, dass euch die Situation verunsichert und ihr verstehen möchtet, was dahinter steckt. Ohne Vorwürfe oder Unterstellung. Manchmal hilft es auch, wenn eine neutrale Person von außen draufschaut, zum Beispiel in einer Beratung oder Therapie.
Das Verhalten ist auf jeden Fall ungewöhnlich, aber es muss nicht heißen, dass er das aus Bosheit macht. Oft steckt eher ein innerer Konflikt oder Stress dahinter.