Zitat von Zauberei3: Ich frage euch nochmal- weil ich es nicht weiß- wie kann ich mich schützen und wie heilen?
Da kann ich leider nur wenig hilfreiches beisteuern.
Denn ich Dummnuss habe die ganzen zwei Jahre um die Ehe und die Nähe, die wir vorher hatten, und eine gute Lösung für unser Kind gekämpft. Ich habe ihm jegliche Szenarien angeboten. Und damit geglaubt, dass wenn ich jede Variante unterstütze, er dann auch zugreifen und sein Leben nach seinen Wünschen umgestalten würde. Hat er bis heute nicht.
Meine Lehre aus meinen Erfahrungen: Was immer mein Mann mir vorwarf, traf zu 100% auf ihn zu. Z.B. "Du weißt ja eh nicht, was Du willst." Oder "Du bist ja völlig überfordert." Oder "Du bist zu dickköpfig und stur."
Der einzige Schutz war für mich, die Trennung zu erzwingen (ich musste ihn am Ende richtig beschimpfen, beschämen und seine Sachen vor die Tür werfen, damit er endlich ging.).
Danach war ich als Privatzahler sofort bei einer Psychologin, um abchecken zu lassen, dass nicht ich die Verrückte bin. Mein Ex hatte da schon wochenlang (nämlich die Zeit, die ich die Trennung ausgesprochen hatte und er sich weigerte, zu gehen) verbreitet, dass ich eine Borderlinerin sei und er nur zum Schutz des Kindes noch bei mir bliebe. Die, die mich nicht kennen, haben ihm geglaubt. Zeitgleich saß er aber weinend im Wohnzimmer und behauptete, er wolle die Trennung nicht. Da half, von einer neutralen Person bestätigt zu bekommen, dass außer einer großen Verwirrung und Antriebslosigkeit durch eine mittlere Belastungsdepression (Burn-Out) bei mir keinerlei Anzeichen für eine Persönlichkeitsstörung seien. Ich habe aber alle Test-Fragebogen ausgefüllt, um mir endlich wieder selbst und meiner Wahrnehmung vertrauen zu können.
Heilung gab's nur durch Zeit. Er hat über das Kind ja immer wieder reingefunkt und mich verunsichert. Hat behauptet, dass Freitag ausgemacht war, obwohl ich schwarz auf weiß hatte, dass Samstag geplant war.
Da half nur, alles, alles, alles zu trennen. Jeglichen Versorger anzurufen und sicher zu stellen, dass nur man selbst die Verträge noch ändern kann. Vor allem absolute und großzügige finanzielle Unabhängigkeit. Allein die Scheidung hat er vier Jahre verzögern können und sich selbst vor allem Behörden und sogar vor meinem Arbeitgeber als traumatisiertes Opfer einer Borderlinerin ausgegeben, mich bei der Scheidung "bluten" lassen usw.
Wenn ein Mann erstmal seine Frau als Grund für sein persönliches Unwohlsein ausgemacht hat, rückt er auch nicht davon ab. Unser Kind ist davon natürlich auch betroffen.
Papa kann sich heute XYZ nicht leisten oder hat keine Zeit für ABC, weil Mama damals...
Das muss bei Dir gar nicht so knüppeldick kommen.
Vielleicht ist Dein Mann ja erleichtert, wenn Du dem Spuk mal ein Ende setzt und er dann vor den Kindern nicht "der Böse" ist.
Vielleicht gehst Du ja mal zu einer Psychotherapeutin. Bei mir haben die Privatstunden damals 90 Euro gekostet und wir haben etwa 7 gebraucht, um alle möglichen Verdachtsdiagnosen durchzutesten, damit ich sicher sein könnte, dass ich meinen eigenen Augen trauen kann und ein Mann, der vor mir und der ganzen Welt weinend das Ende der Ehe bedauert und angeblich Angst um sein Kind hat, tatsächlich seit Jahren mich bewusst und gewollt aushöhlt und sämtliche Eherettungsversuche nur zum Schein mitgegangen ist bzw. selbst vorgeschlagen hat.
Mit dieser Erkenntnis und diesem Gefühl muss man erstmal zurecht kommen.
Daher verstehe ich gut, wenn Du nicht sehen willst, was Du siehst. Und tausend "plausiblere" Begründungen für "die Phänomene" suchst.
Wenn Du kannst geh zu einer Psychotherapeutin, erklär Deine Lage und dass Du den Wunsch hast, abklären zu lassen, ob Deine Wahrnehmung gestört ist oder Du eine Persönlichkeitsstörung oder psychische Erkrankung hast. Das wird Dich stärken und Dir den weiteren Weg vorgeben. Du bist dann nicht allein.