Roselin95
Gast
nachdem ich den Schock des Aufwachens halbwegs aushalten kann, möcht ich mal versuchen zu erklären was gestern eigentlich passiert ist.
Erstmal zu mir und meinem Freund...Exfreund...
Wir sind zwei sehr intensive Charaktere und sind schon seit wir im August zusammengekommen sind immer mal wieder aneinander geraten. Teilweise haben wir uns auch wirklich gefetzt aber das hat uns trotzdem immer irgendwie weiter gebracht und dafür gesorgt dass wir einander besser verstanden haben.
Nun ist es leider so dass ich schon sehr lange immer wieder Depressionen habe. Dass ich sehr viele Baustellen und Probleme habe, an denen ich mit meiner Therapeutin zwar arbeite und mich wirklich anstrenge, aber ich komm leider einfach nicht voran, es ist wie ein Teufelkreis.
(Dazu gehört zum Beispiel dass ich garkeine Freunde mehr hab, obwohl ich mich immer bemühe neue Leute kennen zu lernen.
Dass ich mich selbst furchtbar hässlich finde. Meine eigenen Leistungen nicht anerkennen kann und mich abwerte.)
Ihr könnt euch vorstellen dass es daher echt schwierig mit mir sein kann in einer Beziehung.
Ich brauche so viel Bestätigung, viel Halt und verstehe oft Dinge falsch.
F. hingegen ist ein sehr starker Mann, wahnsinnig intelligent, sozial und pflichtbewusst.
Er ist Lehrer und investiert unfassbar viel Willen und Kraft in seine Arbeit. Kaum etwas liegt ihm so am Herzen wie das Wohl seiner Schüler.
Er kam immer ganz gut zurecht mit mir und meinen "Eigenheiten". Er hat sich auch bewusst für mich entschieden, er wusste von Anfang an um meinen psychischen Zustand.
Er hat die Fähigkeit wirklich zu verstehen was in meinem Kopf vor geht und mich dann anzuschubsen wenn ich es brauche, statt mich zu verhätscheln.
Aber auch zu sehen wenn ich einfach Trost brauche.
Jetzt war es leider so, dass es durch den Lockdown zwischen uns schlimmer geworden ist.
Wir hatten beide nur noch unseren Alltag, man hatte keine Möglichkeiten mehr sich einen Ausgleich zu schaffen und sich mal nur auf das "wir" zu besinnen. Keine Ausflüge, Unternehmungen und so weiter.
Gleichzeitig kamen mit dem Lockdown die Schulschließungen, was für ihn unfassbar viel Stress und Arbeit bedeutet hat. Dazu seine Sorge um seine Schüler und das ständige abrufbarsein müssen um ihnen helfen zu können wenn sie Probleme hatten.
Gleichzeitig hatte ich viel Stress weil ich kürzlich umgezogen bin (in seine Nähe....) und es da einige Probleme gab.
Das Alles hat dazu geführt dass er immer kühler wurde und angespannter und nicht mehr abschalten konnte, dass er keinen Ausgleich mehr fand und praktisch garnicht mehr lachen oder entspannen konnte.
Und ich auch angespannter wurde und liebesbedürftiger und leider auch nicht verstanden hab warum er so einen Wandel vollzieht. Weil mir mein lachender, ausgeglichener Freund gefehlt hat und ich nicht wusste was ich tun sollte um diesen wieder hervorzukitzeln. Auch weil F. niemand ist der seine Gefühle groß nach außen trägt und immer versucht selbst alles zu schaffen und zu regeln.
Ich strengte mich mehr an in der Therapie und bemühte mich ihn nicht mehr so mit meinen Sorgen vollzureden, ihm fröhlicher gegenüber zu treten, zumindest kleine Sachen zu erschaffen in denen wir etwas losgelöster sein konnten und zusammen schöne Momente hatten.
Aber ich merkte keine wirkliche Verbesserung.
Ich bekam mega Angst um unsere Beziehung weil ich merkte dass wir auseinander driften.
Also redete ich viel auf ihn ein, versuchte ihm zu vermitteln was mir fehlte und warum ich mir solche Sorgen machte.
Damit habe ich ohne es zu wollen noch mehr Druck auf ihn ausgeübt.
Ich dachte es liegt an meiner Art und der Kommunikation zwischen uns. Gleichzeitig war ich so frustriert weil ich meine Bedürfnisse nicht mehr erfüllte, ich mich aber so für ihn bemühte! Ich begann mich ungeliebt und nicht mehr wertgeschätzt zu fühlen....
Und er wurde immer kühler und überlasteter, da sich die Situation in den Schulen ja immer mehr zuspitze.
Ich möchte Dich auch 'mal virtuell drücken und Dir so etwas Trost spenden!
