E-Claire
Mitglied
- Beiträge:
- 10668
- Danke erhalten:
- 27450
- Mitglied seit:
Für Deinen Fall, vielleicht eher umgedreht, wenn man aus einer Situation unbedingt ein Problem machen will, entsteht dann ein solches?
Um ehrlich zu sein, verstehe ich tatsächlich nicht ganz, warum Du so viel Zeit und Energie darauf verwenden möchtest, aus einer recht normalen Situation ein echtes Problem zu zaubern.
Du hast nen neuen Freund und der lernt grad Deinen Freundeskreis kennen und zwei von den bisherigen vier Treffen sind halt nicht so gut gelaufen. Dafür braucht es jetzt auch nicht den besonderen Werdegang Deines Freundes oder das etwas zu tiefe ins Glas schauen. Hätte ganz genauso auch ohne diese Komponenten ned so gut laufen können. Das passiert einfach manchmal, wenn jemand neues als neuer Partner auf nen bestehenden Freundeskreis trifft.
Eine wirklich enge Freundin hatte zehn Jahre lang einen Freund, der weder etwas mit mir noch ich mit ihm anfangen konnte. Nicht weil das ein nicht netter Mensch war oder ich so oder anders bin, sondern weil es eben auch Menschen gibt, die völlig inkompatibel sind. Wir hatten nicht die gleichen Interessen, verschiedene Ansichten und sind immer wieder schon an unseren Sätzen (Ausdrucksweisen) gescheitert. Und was ist passiert?
GAR NIX. Es war der Partner meiner Freundin, ich ihre Freundin. Wenn wir uns gesehen haben, haben nett Hallo gesagt und uns dann mit anderen gemeinsamen Freunden unterhalten. Alles kein Problem, weil sich niemand ne Platte drüber gemacht hat und weil es eben auch meiner Freundin nicht wichtig war. Die hatte ne schöne Beziehung und zu mir ne Freundschaft, die nun wirklich aus völlig anderen Dingen besteht als der Frage, ob ich mit ihrem Freund mehr als drei Sätze wechseln kann.
Schau mal, Du bist doch glücklich mit ihm. Und Du hast nen netten Freundeskreis. Warum nicht beides einfach genießen. Wenn Du Lust hast, Deinen Freund mitzunehmen, dann nimm ihn mit. Der ist erwachsen, der kommt schon klar auf die eine oder andere Art und Weise. Ansonsten machst Du halt auch immer mal wieder was mit Deinen Freunden alleine, wie man das halt so macht, wenn man nicht mehr 16 ist und alles ist schick.
Und mal ehrlich, wenn das mit Deinem neuen Freund jetzt das ganz große ist, dann seid ihr doch in 10 Jahren noch immer zusammen, spätestens dann haben sich Deine Freunde auch dran gewöhnt.
Ich verstehe nicht ganz, wieso Du jetzt und sofort etwas klären willst und zwar mit Worten (er-)klären, was so doch gar nicht lösbar ist. Denn egal wie viele Worte oder welche Du drauf verwendest, Worte führen nicht zu Sympathie. Nur weil ich mehr Informationen über jemanden habe, mag ich denjenigen doch nicht schneller.
Und daß Deine Freunde zu Dir ehrlich sein sollen, ist auch eine Anspruchshandlung, die ich nur bedingt verstehe. Warum willst Du die denn jetzt unbedingt zu einer Positionierung zwingen? Was sollte das denn bringen? Und vor allem wem sollte das etwas bringen?
Die haben den viermal gesehen, zweimal davon ist nicht gut gelaufen, jetzt sollen die Dir versichern, daß tja, was eigentlich?
Wenn ich Deine Freundin wäre, dann bekäme ich das Gefühl, daß Du meine Bestätigung suchst. Diese Dir zu geben, würde mir aber sehr schwer fallen, nicht nur weil mein Eindruck von dem Mann ja im Moment eben nur ein recht flüchtiger ist, sondern weil es doch Deine Beziehung ist. Du sollst Dich mit dem wohl fühlen, ist doch wirklich egal, ob ich das tue.
Ich sehe weder in dem Verhalten Deines Freundes ein allzu großes Problem, muß er halt die nächsten Male ein bissl weniger trinken, ist aber schon ganz vielen von uns passiert; noch sehe ich im Verhalten Deiner Freunde ein Problem, da diese ja in erster Linie erst einmal mit Dir befreundet sind.
Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum Du anstatt die neue Beziehung zu genießen und die alten Freundschaften zu feiern, unbedingt eine Auseinandersetzung provozieren möchtest für die es im Moment weder Anlaß noch wirklich guten Grund gibt, denn es würde ja keinesfalls besser.
Was glaubst Du bitte, wie verblüfft ich meine Freundin angeschaut hätte, wenn sie mir lang und breit erklärt hätte, ich müßte jetzt aber ihren Freund mögen und mit dem ganz unbedingt befreundet sein. Mal völlig davon abgesehen, daß Worte nun mal nix an Sympathie oder Antipathie ändern.
Geh es doch einfach mal ein bißchen entspannter an und genieße was Du hast.


