Zitat von Pinie:@blackeyed
Bei deiner Affärengeschichte geht es im Grunde schon hart in Richtung "Heiratsschwindler".
Nun gut, irgendwann wusstest du über seinen Wankelmut Bescheid, wusstest, er hat gelogen bezüglich Ehe, doch ganz ehrlich, er war bei dir, er war getrennt, alle wussten es, Immobilienbesichtigungen.
Ganz am Schluss ahntest du, da läuft wieder was hintenrum. Aber damit kann kein Mensch rechnen, weil Menschen, die dergestalt vorgehen nun wirklich eher selten sind. Glücklicherweise.
Lass Milde walten.
@pinie:
Ja, das Wort "Kategorie Heiratsschwindler" fiel auch von Seiten meiner Therapeutin.
Er hat mich zwar nicht um Geld gebracht, aber er hat mich emotional "konsumiert". Im Nachhinein betrachtet.
Er war sehr fixiert auf mich. Ständig auf der Suche nach meiner Nähe, zärtliche Gesten, Fürsorglichkeit, Aufmerksamkeiten, permanente liebevolle Nachrichten. Vor Freunden, vor den Kindern, vor den Familien. Damals dachte ich: Kein Mann hat mich jemals so auf Händen getragen, sich so dermaßen den Ar. für mich aufgerissen. Ich glaub ich träum das alles. Bis zum Schluss.
Trotz dieser Nähe: leidenschaftlicher Sex.
Mir wurde diese Nähe manchmal too much. Ich bin kein Symbiose-Beziehungsmensch.
Manchmal musste ich ihn förmlich zwingen, dass er alleine ohne mich mit seinen Freunden loszieht.
Im Abschiedsgespräch meinte er, ja, ich habe ihm immer alle Freiheit gelassen, die er allerdings nicht nehmen konnte oder wollte.
Wenn ich mich auch sonst mal zurückzog oder ihm nicht die totale Aufmerksamkeit schenkte, wurde er unrund. Nervös. Getrieben, hektisch, zappelig so wie früher, als ich ihn kennenlernte.
Als ich ihn kennenlernte, hatte er abgekaute Nägel bis aufs Fleisch.
Als wir zusammenlebten hörte er auf damit. Er wirkte zufriedener, mehr "angekommen". Ich hab das als gutes Zeichen gewertet.
2012 war er bereits einmal weg von Frau und den damals sehr kleinen Kindern. (1 und 3 Jahre alt.)
Nennen wir sie Anna. Anna war eine toughe, wilde, gut aussehende, lebenslustige Frau, alleinerziehend, 10 Jahre älter als er, Feuer im Ar..
Optisch und von der Art her eine ältere Version von mir. Spooky, dachte ich.
Das komplette Gegenteil seiner Frau.
In einer weinseligen Nacht gestand er mir, er hat sie geliebt. Und sie wohl ihn. Oh ja.
Ich konnte es wo nachlesen. Das Internet vergisst nicht.
Er sei zurück zur EF aufgrund des Druckes der Familien. Die Kinder so klein. Seine Frau komplett abhängig von ihm.
Ein anderes Mal meinte er, sie hätte ihn manipuliert. Hexe. Vorallem mit Se*x geködert. Und er so naiv. Und er hätte es bis heute nicht überwunden, dass sie so schnell einen anderen Mann hatte, nachdem ER zig Ultimaten (endgültiges Bekennen, Nägel mit Köpfen, kein Herumgeeiere) überschritt.
Zurück zur EF. Dann Jahre auf Dating-Börsen verbracht, weiter gesucht und gefunden. Kurzaffären, ONS, Seitensprünge. (die es übrigens schon vor der Hochzeit gab).
2014 Verdacht auf Gonorrhoe. Symptome laut Arzt eindeutig, Abstrich laut IHM (tjaja) negativ.
Der Mann verwendet ungern Kond..
Seine "Lebensbeichten" kamen Stück für Stück in unserer Beziehung von ihm. Nichts soll zwischen uns stehen, er vertraut mir wie niemandem zuvor. Keiner weiss all jenes. Aber ich.
Damals und kurz vor Schluss meinte er: Zu seiner Frau konnte er nie "Ich liebe Dich" sagen. Nur "ich hab Dich gern, ich hab dich lieb".
Bei mir geht das und er kann mir dabei in die Augen blicken, ohne dass es sich falsch oder komisch anfühlt.
Generell hatte er es bei anderen nicht so mit "Blickkontakt" halten können. In die Augen sehen bei Gesprächen.
Ich fragte mich erst als Schluss war, wie er das mit dem Tripper damals seiner Frau verklickert hat. Antibiotikum ins Essen? Ich traus ihm zu. Wieso hab ich den Gedanken damals nicht gehabt.
2015 kam dann, nennen wir sie Sandra. Sie ist die Exfreundin eines guten Bekannten von ihm - sie kamen sich bei einem Konzert näher. Es wurde eine 6 Monatige Affäre daraus. Alle seine Freunde wussten Bescheid. Bis auf die EF. Er hatte sie "schon sehr gern". Und er nannte sie "seine damalige Freundin". Aber Sandra war auch ein Biest. Unabhängig, beruflich erfolgreich, viele Hobbys. Sandra hatte zum Schluss keine Zeit mehr für ihn und überhaupt meinte sie, für sie ist das nichts Besonderes. Manchmal nimmt sie eben Männer mit und hat Spass. Das hat ihn damals tief getroffen.
Und dabei begann alles so toll. Sandra wohnte in der Nähe seines Hauses.
Er fuhr vor der Arbeit, nach der Arbeit und zwischendurch zu ihr.
Ja, sie liessen es krachen. Anfangs war der Sex toll. Aber mit der Zeit ließ sie sich immer mehr bedienen. Gefiel ihm dann nicht so. Er ist manchmal gern der "Devote". Das funktionierte mit seiner Frau schon nie. Weil sie ja schon generell so apathisch, lethargisch und passiv von Natur aus ist - und der Sex eine Katastrophe. Es gäbe nichts schlimmeres, als eine Frau beim Sex, die sich kaum dabei bewegt, nach 2 min ist alles vorbei und sein Trick noch einen hochzubekommen war: er stellte sich regelmässig eine andere Frau vor dabei. Dann gings.
Irgendwann wollte er das auch nicht mehr. Also Sex mit seiner Frau. Er findet sie nicht anziehend, begehrt sie nicht und schon lange nicht mehr attraktiv.
Und er fragt sich nach all den anderen Frauen und vorallem wegen mir: Ob er das jemals fand.
Und in der Tat, ohne jetzt in die selbe Kerbe schlagen zu wollen: Seine Frau sieht mit ihren 40 Jahren 10 Jahre älter aus, verhärmt, eine graue Maus mit harten Gesichtszügen und eine Freundin meinte mal, sie sieht aus, als ob Alk. ihr tägliches Abendessen wäre.
Heute frage ich mich: Ja. Warum wohl?
Du hast mich mal nach der Geschichte gefragt, liebe Pinie.

Hier ist sie nun.
Weshalb er zurückging, was er sagte.
Er hätte sich die Scheidung nicht gut genug überlegt, das Geld, die Forderungen, Unterhalt an die Frau (sie hat bis vor paar Monaten nie gearbeitet), an die Kinder, sein geliebtes Haus = sein Lebenswerk, er verkrafte es nicht die Kinder nicht mehr jeden Tag ins Bett bringen zu können, er kennt seine Frau seit 20 Jahren, es war nicht alles schlecht - mittlerweile könne er sie wieder ganz gut leiden, er hat schon einmal versagt, was wenn er mit mir auch scheitert - dann ist er ganz allein und hat alles verloren, er kann nicht, er schafft es nicht und er weiss nicht, ob er es jemals schafft.
Tja. So war das.