Zitat von 6rama9:Mein primärer Kritikpunkt ist die meiner Meinung nach wenig vorhandene Bereitschaft, sich mit den eigenen gemachten Fehlern und Verletzungen anderer Menschen für das eigene Wohlergehen auseinander zu setzen. Ich denke die wirklich entscheidende Frage sollte sein: Warum habe ich mich 6 Jahre auf diesen Menschen eingelassen und dazu beigetragen sowohl mich als auch eine Familie nahe an den Abgrund zu ziehen.
Was ist bei mir (!) falsch gelaufen?
Das ist richtig.
Und mit diesen Fragen wird sie sich auseinandersetzen müssen, wenn sie jemals innerlich da raus finden will.
Das wird sie tun. In ihrem eigenen Interesse. Und damit hat sie auch schon begonnen. Lies mal richtig nach.
Dennoch hat es wenig Sinn, in ihrem jetzigen Zustand in dieser Form die Moralkeule zu schwingen.
Niemand reflektiert sich selbst, wenn man ihn nur genügend beschimpft. Im Gegenteil. Das bewirkt (bei so ziemlich jedem Menschen) eher noch mehr Abwehr.
Das ist ein normaler Selbstschutzmechanismus. Den wirst auch du haben.
Jeglicher Anstoß zur Selbstreflexion muss behutsam und einfühlsam erfolgen. Und dann, wenn der Betroffene signalisiert, dass er soweit ist.
Deshalb überlässt man so etwas am Besten überwiegend Profis. Die können beurteilen, wieviel jemand verkraftet und wann.
Sie ist bereits in therapeutischer Behandlung. Und jeder Therapeut, der sein Handwerk auch nur annähernd versteht, wird genau darauf hinarbeiten: Dass sie ihre Eigenanteile erkennt. Erkennt, wieso sie so etwas mitgemacht hat.
Aber nicht aus moralischen Gründen, sondern weil alles andere ihr auf Dauer nichts nützt.
Nebenbei: Auch ihr Am sollte dies tun. Daran, eine Familie zu zerstören, hat er nämlich den größten Anteil. Schließlich ist es
seine Familie.
Er wird es aber nicht tun. Und zwar deshalb nicht, weil der Leidensdruck bei ihm nicht groß genug ist.
Leidensdruck ist nämlich die Hauptmotivation, aus der heraus Menschen ihr Verhalten überdenken und ändern.
Er wird stattdessen nach aller Erfahrung so weitermachen mit seinen Lügen und seinem Betrug und weiterhin überall um sich rum Porzellan zerschlagen.
Bis auch ihm mal etwas kräftig auf die Füße kracht.
Insofern ist das Leid von Schlumpf tatsächlich der erste und wichtigste Schritt, künftig wirklich etwas ändern zu können.
Und da sollte man - aus den genannten Gründen - nicht noch draufhauen.