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Mein Leben hat sich total verändert

Clementine44

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Liebe Forums-Gemeinschaft. Da mir dieses Forum in einer totalen Lebenskrise sehr geholfen hat und ich mich auch immer sehr freute, wenn auch das Ende einer Geschichte zu lesen war, möchte ich heute meine Geschichte (samt Ende) mit euch teilen.

Ich war seit 10 Jahren mit dem Vater meiner Kinder (damals 7 und 9) zusammen in einem gemeinsamen Haus. beruflich voll eingeteilt, aber diejenige, die sowohl zu 95% die Kinder betreute, zu 100% den Haushalt. Er hatte sich eigentlich seit der Geburt unseres 2. Kindes mir gegenüber total mies verhalten - ich hätte durch die Geburt abgebaut, wäre "unattraktiv", er machte mich permanent runter. während ich durchaus attraktiv war, aber er ca. 30 kg zunahm, viel trank, sich gehen ließ. Ich ließ mich nicht runterziehen, sondern nahm ihn immer weniger ernst, die letzten Jahre kommunizierte ich dann kaum mehr mit ihm, aber mein Leben war der reinste Trott, mir graute vor den Wochenenden. Aber da ich einen verharrenden Charakter habe, habe ich einfach "funktioniert".
Klassisch, ich weiß, lernte ich per Zufall einen verheirateten Mann kennen, in der Arbeit. Er suchte die Nähe zu mir, ohne wirklich zur flirten, sprach nie schlecht über seine Ehefrau (er sprach gar nicht über sie), für mich war er der attraktivste und liebste Mensch in meinem bisherigen Leben. Wir verbrachten viel Zeit miteinander, und chatteten über Monate. Aber es ging nicht um S. und wir hatten die ersten 8 Monate auch keinen (auch keine Gelegenheit ). Ich fand ihn einfach umwerfend, und ich war in ihn verliebt. Ich fühlte, er war die Liebe meines Lebens. Neben meinen Kindern war er der soziale Lichtblick in meinem Alltag.

Dann kam der Tag (einige Monate nachdem das begann), als mein Mann mich zur Rede stellte. Er hatte die Chats irgendwie gelesen und beschimpfte mich. Ich stand nur reglos da (das ist 4 Jahre her, aber ich weiß es noch genau) und fragte ihn, ob ihn das wundere, so wie er sich mir gegenüber verhielt. Plötzlich begann er, mich anzuflehen, bei ihm zu bleiben, keine Ahnung, geliebt hat er mich sicher nicht mehr seit Jahren, aber das Haus, die Kinder, mein Einkommen. er hatte es bequem. Diese Begegnung mit dem anderen Mann hat mir vor Augen geführt, wie sehr ich eigentlich von meinem "Partner" getrennt gehörte. Es war wirklich das totale Aha-Erlebnis, obwohl zwischen dem anderen Mann und mir kein S. stattfand und für mich nie die Option offensichtlich war, dass dieser seine Frau verlässt. Er hat mir, ohne über meine Beziehung zu sprechen, die Augen geöffnet. Es dauerte ein wenig, um mich hinsichtlich einer neuen Bleibe zur orientieren. Ich versicherte meinem "Partner", dass wir wegen der Kinder eine gute Lösung finden, und ich zog mit den Kindern aus. Das war das beste, was ich je in meinem Leben entschieden habe. Finanziell war ich immer unabhängig, den Kindern ging es gut damit, weil sie offenbar (das sagen sie noch heute) mitbekommen haben, dass mein Expartner und ich nicht zusammen passten. Von da an genoss ich die Zeit daheim (im neuen Daheim) wieder, es ging mir richtig gut; mit der Ausnahme, dass ich den anderen Mann natürlich im Alltag vermisste; aber für mich war es klar, er ist verheiratet. Mit dem Kindsvater regelte ich den Umgang, das gemeinsame Haus wurde verkauft und jeder bekam einen Teil des Erlöses. Er hat mittlerweile eine neue Partnerin und ist glücklich; ich glaube die Trennung war das beste, was uns beiden passieren konnte.

So, wie ging es nun weiter mit meinem Traummann? Er stürzte daheim (klassisch) in eine tiefe Krise, wollte eigentlich bei mir sein, aber auch er hatte Kinder und ahnte offenbar, dass diese das ultimative Druckmittel werden. Er begab sich in psychologische Betreuung, bekannte daheim Farbe. Seine Ehefrau wollte die langjährige Ehe retten, um jeden Preis. Von dem Zeitpunkt an, als die Psychologin zu beiden meinte, sie müssen sich entscheiden, mit Frist, habe auch ich mich zurückgezogen. Im Geschäft mied ich den Kontakt, die anstehende Entscheidung tat mir nämlich prophylaktisch weh. Dann "fiel die Entscheidung", er wollte mit mir sein. Als er daheim auszog, vorerst zu seinen Eltern, merkte ich, es sei nicht 100%ig. Ich zog mich wieder zurück. Wie vermutet, ging er nach 6 Wochen wieder heim - wir hatten auf meine Veranlassung hin keinen privaten Kontakt. Um nach 4 Wochen wieder auszuziehen. Ich bekam das alles nur am Rande mit, vermisste ihn wie die Hölle, ich liebte ihn, das wusste ich, aber ich wollte, dass er alleine entscheidet (ohne mich). Als er das 2.x von daheim auszog, nahm er sich eine Wohnung. Er war quasi "frei", vermisste seine Kinder total (sie wurden leider in den Trennungskrieg involviert, ihrerseits, er konnte sie nicht mehr kontaktieren) und er bewegte sich in keine Richtung mehr. Monatelang. Weder mit der Noch-Frau noch mit mir gab es großartig Kontakt. Ich wollte das nicht, weil ich wusste, wenn ich mich auf ihn einlasse (er war für mich die große Liebe) und er geht zurück würde mir das das Genick brechen. Ich wusste nur was er aktuell tut von einem gemeinsamen, neutralen Bekannten. Nach weiteren 5 Monaten war er plötzlich da. Sagte mir, er habe sich endgültig entschieden. Für uns. Und das war tatsächlich so. Die Noch-Frau zog dann noch alle Register, das bekam ich ab da hautnah mit, das Druckmittel waren die Kinder - da ich selbst Mutter bin, war ich und bin ich heute noch fassungslos. Und als sie merkte, er kommt nicht mehr zurück, spielte sie die Kinder endgültig gegen ihn aus. Jetzt, nach 3 gemeinsamen Jahren, kommt der Kontakt zu seinen Kindern langsam zurück. Er ist seit 2 Jahren geschieden. Seit 1 Jahr wohnt er bei mir. Er liebt seine Kinder so sehr und vermisst sie total.

Ich denke immer sehr viel über alles nach, und die Angelegenheit mit seinen Kindern belastet mich auch heute noch. Was ich nicht verstehe, ist das Besitzdenken: Der Mann gehört mir, und wenn er nicht mit mir sein will, dann darf er seine Kinder auch nicht haben. mein Partner hat nie über seine Exfrau schlecht geredet, aber er war offensichtlich auch fertig mit ihr, lange bevor er mich kennen lernte (die Frau war nie Thema, nur die Kinder). Sie hat ihm durch die Trennung so viel genommen (seine Kinder, die jetzt aber langsam zurückkommen).

Wichtig ist, dass bei Trennungen jeder selbst für sich entscheidet, was gut für ihn ist. Ich habe mich, ohne Erwartungen an den anderen Mann, von meinem Expartner getrennt, und das war sooo überfällig. Mein neuer Partner hat den Prozess selbst durchgemacht, teilweise durch eine Psychologin unterstützt, und für sich entschieden. Ich habe ihn dabei nicht unterstützt. Ich glaube, dass das wirklich entscheidend ist für eine neue Beziehung.

05.05.2019 18:59 • x 11 #1


Vegetari

Vegetari

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Patchwork Familie ist meist immer schwieriger als wenn man keine Altlasten hat .

Seine EXfrau ist total verletzt, weil sie sich wegen Dir wohl ausgetauscht fühlte. ..Dann noch dieses hin und her bei denen ,dass hinterlässt Narben.
Kennst Du selbst ,Wie es ist 1:1 ausgetascht zu werden? Es ist furchtbar und für viele traumatisch.

Dein EX Mann wurde nicht offensichtlich 1:1 ausgetascht, weil Du mit Deinem Freund da noch nicht zusammen warst .

Merke :
Eine Trennung geht immer "einfacher "wenn beide dem 100% IG zustimmen und 100 % entliebt voneinander sind.

Solange der /die andere noch Gefühle hat ,kann nicht 100% reibungslos auch mit Kindern getrennt werden. ...so ist es meist

05.05.2019 19:15 • x 3 #2


KBR

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Schön, eine Geschichte mit gutem Ende zu lesen. Mit seinen Kindern wird es das auch noch!

05.05.2019 19:59 • x 2 #3


paulabrause

Ich finde das Ende auch schön. Die Manipulation der Kinder wird sich später gegen seine Exfrau auswirken. Da hat sie sich selbst keinen Gefallen mit getan und den Kindern sowieso nicht. Es wird sich hoffentlich noch ändern für deinen Freund.

05.05.2019 20:50 • x 1 #4


Clementine44


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Vegetari, du hast völlig Recht, es ist sehr schwierig für den verlassenen Partner. Es gibt in diesem Forum allerdings so viele reflektierte, verlassene Frauen und Männer, die auch darüber nachdenken, was sie zum Ende der Beziehung beigetragen haben. Eine zielgerichtete Wut, ein Spiel über die Kinder... tja, was soll ich sagen, ich fand es einfach nicht richtig. Es passierte damals so viel was die gemeinsamen Kinder betrifft, das möchte ich gar nicht erzählen, es ist auch Geschichte und leider nicht mehr abänderbar. Auch ich wurde gestalkt und auf das übelste diffamiert. So viele User betonen, wie wichtig es ist, gemeinsam Eltern zu bleiben. Man kann nur hoffen, dass die Kinder wieder einen guten Weg zum Papa finden. Danke für die tröstlichen Worte, KBR und paulabrause!

06.05.2019 13:35 • x 3 #5


Vegetari

Vegetari

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Zitat von Clementine44:
Vegetari, du hast völlig Recht, es ist sehr schwierig für den verlassenen Partner.


Danke.

Ja und manche Verlassene sind so traumatisiert, da kann man vielleicht nachvollziehen, das sie nicht innerhalb einer bestimmten Frist die Kontrolle über ihr Leben bekommen.
Stell Dir vor Du warst sehr lange mit Deinem Partner zusammen, hast Kinder mit ihm ,trotz mancher tiefgreifender Probleme hast Du auf die Zeit vertraut,dass ihr die Probleme eines Tages lösen könnt und dann aufmal distanziert er sich von Dir und trennt sich von Dir und hat schon gleich eine Neue.
10-20 Jahre sollen dann aufmal aufgelöst werden, die Familie wird aufgelöst (kann auch für die Kinder traumatisch sein) ,Du verlierst dein Haus, Deine Heimat, gemeinsame
Freunde, Du musst umziehen, neue Schule für die Kinder suchen, die Kinder werden von Freunden weg gerissen.

Aber darum machen sich über diese Tragweite wohl nur wenige Verlasser und neue /er Partner/innen Gedanken. ..

Manche Verlassene fallen in eine Depression oder sind wegen Trennung jahrelang in Therapie.

20 Jahre Bindung kann man m. E. nicht vergleichen mit kurzfristiger Verliebtheit. So wie er sich damals verliebt hat in die Ex ,hat er sich zwar anders aber auch tief genug verliebt in die NeXT. ....bei beiden kam es zur Verliebtheit

06.05.2019 13:48 • x 1 #6


Clementine44


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Ich stimme dir zu, es muss furchtbar sein, verlassen zu werden. Ich habe in meiner früheren Beziehung auch ganz schlimme Erfahrungen gemacht, auch ein (wahrscheinlich) nicht fremdgehender Partner kann sehr verletzen. Im Fall meines jetzigen Partners hat sich ihre Umgebung nicht geändert, da er auf sein Vermögen verzichtet hat. Ihr gehört somit alles und finanziell geht es ihr im Gegensatz zu ihm bestens. War es wirklich Liebe ihrerseits, wenn sie sich so rächt? Oder eventuell Besitzdenken? Ich kann es nicht beurteilen. Nur hoffen, dass sich alles für alle einrenkt.

06.05.2019 14:19 • #7


Frosch_geküsst

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Zitat von Vegetari:
Aber darum machen sich über diese Tragweite wohl nur wenige Verlasser und neue /er Partner/innen Gedanken. Manche Verlassene fallen in eine Depression oder sind wegen Trennung jahrelang in Therapie...

Der Post wird wahrscheinlich einigen nicht gefallen, aber das muss jetzt raus.
Himmel, ich will das Leid schwer getroffener Personen wirklich nicht runter spielen. Aber es passieren im Leben nun mal Schicksalschläge, Paare trennen sich, Jobverluste, Schicksalsschläge in Form von schwerer Krankheit oder oder. Das Leben ist SO! Es ist nicht leicht und es stürzt Menschen in tiefen Kummer, aber früher haben Menschen ganz andere Dinge er- und überlebt (Krieg, Hunger usw.) und sind nicht gleich ein Fall für den Psychologen geworden. Ja, je nachdem was passiert ist so ein Betrug mit Sicherheit die Hölle, (auch AF erleben eben diese übrigens nicht selten). Aber es rechtfertigt für mich 0 und gar nicht um sich zu schlagen und die eigenen Kinder da mit rein zu ziehen. Das ist auch nicht wenig egoistisch und nicht selten am Ende ein Bumerang. Das hat wenig mit Kummer zu tun und ist meist Rache ohne nachzudenken.
Die Frau wollte nicht betrogen werden, ist passiert. Sich aber umzudrehen und blind "zurück zu schlagen", wohlgemerkt ganz klar auch auf Kosten der eigenen Kinder (!), für mich gibt es da keine klare Erklärung für! (Ich kenne übrigens selbst so eine Geschichte aus dem Freundeskreis, Ende vom Lied, die Mutter wurde für das volljährige Kind zum "Monster" und Papa ist der späte Held und liebender Großvater. Einfach nur, weil das Kind nach und nach erkannt hat, was Mutter da eigentlich veranstaltet hatte)
Warum schwingt in deinen Beiträgen nur immer so unglaublich viel Opferrolle mit und das noch seit Jahren Vegatari?
Am Anfang bevor das Denken einsetzt, wenn da nur Schmerz ist, okay, aber jetzt noch .... neee...

Ich übersetze übrigens mal was du da immer wieder schreibst. Ehen haben gefälligst ein Leben lang zu halten, weil man sonst ernsthaft die Gesundheit seines Partners riskiert. Einmal geschlossen ist die Ehe, sollte sie nicht funktionieren, eine Falle. Denn trennt man sich riskiert man aus seiner Parterin ein psychisches Wrack zu machen, zumindest wenn ein anderer Mensch ins Leben getreten ist... Könnte man sich das verzeihen? Wahrscheinlich nicht, also wird ausgessen bis zum Sankt Nimmerleinstag, egal, Hauptsache Pflicht und Schuldigkeit wurden gewahrt. *brrrr

@clementine: Ich finde es gut, dass du deinem jetzigen Partner den Raum gegeben hast abzuschließen und eine nachhaltige Entscheidung zu treffen und drücke die Daumen, dass sich alles weiter zum Besten entwickelt!

07.05.2019 18:08 • x 7 #8


Clementine44


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Liebe Frosch_geküsst, vielen Dank für deine Antwort. Ich bin übrigens derselben Meinung. Verlassen werden muss höllisch weh tun. Dennoch hat es für mich niemals das Verhalten der Exfrau gerechtfertigt... niemals! Die Kinder hatten angeblich eine sehr enge Bindung zu ihrem Papa (das sagt er, aber ich weiß es zudem aus neutralen Quellen). Jetzt nehmen sie nach dem ganzen Theater, das ich zuerst über andere, dann hautnah erlebt habe die Rolle der verlassenen Mutter ein, Papa ist ein böser Dämon... unglaublich. Ihnen wurde quasi die (2.-)wichtigste Person genommen. Psychische Auswirkungen gibt es bereits. Und wieder ist er alleine schuld. Ein Trauerspiel. Menschen sind keine Leibeigenen, nach diesem Motto habe ich mein Umfeld immer behandelt. Ich hoffe sooo sehr, dass das Blatt sich einmal wendet. Aus meiner Sicht war das Handeln der Mutter ein Wahnsinn. Und danke, uns geht es mit Ausnahme seiner Kinder wirklich gut, es passt perfekt! Auch nach 3 Jahren.

07.05.2019 19:32 • x 1 #9


Frosch_geküsst

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Ich möchte übrigens noch zum Thema Therapien ergänzen (bevor sich Leser unberechtigt auf den Schlips getreten fühlen), dass ich damit nicht sagen will, dass ich Therapien an sich nicht an gewissen Stellen berechtigt finde oder auch Eheberatungen. Auch kenne ich mit Sicherheit ebenso viele Storys von Affärenpartnern, die nach Beendigung eines ewigen Hin- und Hers eine Therapie angefangen habe um sich als Person wieder zu stärken.

Es geht mir nur lediglich um die Darstellung Verlassene seien automatisch auf ewig das psychisch "verstörte" Wrack und Verursacher ist zwangsläufig der der verlässt/betrügt. Sehr häufig kommen doch Faktoren hinzu die auch in der eigenen Persönlichkeit oder Geschichte liegen, die Menschen daran hindern eine Trennung irgendwann "normal" zu verarbeiten und langfristig auch zu überwinden.

Erpressung hat weder in bestehenden Beziehungen noch nach Trennung etwas zwischen Menschen zu suchen und schon gar nicht, wenn Kinder instrumentalisiert werden.

07.05.2019 22:00 • x 3 #10


Wölkchen82

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Liebe Clementine,
vielen Dank für Deinen Bericht! Man liest, dass weder Du noch Dein Partner Euch die Entscheidung wirklich einfach gemacht haben. Ich finde es gut, dass Du ihm den Raum gegeben hast, frei zu entscheiden, auch wenn die Zeit vermutlich richtig hart für Dich war. Ich wünsch Euch alles Gute!

08.05.2019 08:36 • x 1 #11


Clementine44


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Danke für euer positives Feedback, Zauberkugel und Wölkchen82. Ja, für mich war es ganz wichtig, dass jeder für sich selbst diese lebensverändernde Entscheidung trifft. Die Zeit war nicht einfach, mich hat es jedenfalls für einige Zeit an meine emotionalen Grenzen gebracht (die damalige Nochfrau war natürlich auch an ihren emotionalen Grenzen, so wie er - so ein Verlauf ist eben für alle ein Extremum). Dieses Clichee, dass es dem sich liebenden Paar bestens geht, weil es auf Wolke 7 schwebt, hat bei mir/uns jedenfalls nicht zugetroffen in diesem unklaren Zustand. An dem Tag als er dann endgültig da war, habe ich mich wieder fallen lassen können, es war und ist einfach wunderschön mit ihm. Jemanden unter Druck setzen sich zu trennen funktioniert langfristig nicht. Man ladet viel Schuld auf sich, mit der man leben muss, vor allem wenn der andere Partner Kinder hat mit denen solche Dinge passiert sind.

08.05.2019 11:21 • #12


Vegetari

Vegetari

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Zitat von Frosch_geküsst:
Ich übersetze übrigens mal was du da immer wieder schreibst.


Wenn Du schon übersetzt, dann übersetzt Du für Dich und Deine subjektive Wahrnehmung. Ich habe Dich weder aufgefordert, mich zu "übersetzen ",noch ist einiges was Du da über mich annimmst völliger Stuss.
Ich bin keinesfalls für die Verteidigung der Opferrolle! Wenn Du mich genauer lesen würdest ,schreibe ich oft von der jeweiligen Verantwortung der Partner . Ich bin nicht für eine Ehe für immer und ewig für jeden! Ich habe oft geschrieben, Trennungen haben Gründe! Manchmal kann eine Trennung richtig und sinnvoll sein .

Bei Langzeitbeziehungen ist es schon m. E. oft heftiger als bei kurzen Beziehungen ,geschweige denn Affären. Denn da geht es oft um jahrzehntelange Bindung und wenn Kinder involviert sind ,ist es oft schmerzlicher. ..und das kann ein Trauma auslösen,was nicht selten schlimmer erlebt wird als Krieg ,Jobverlust ....was Du da geschrieben hast.
Warum ?
Weil der Mensch Bindung zum Leben braucht ,zuerst ist es die Mutter ,später als Erwachsener ist es der/die Partnerin. ..LiebesKummer kann so heftig sein, dass manche in eine Depression kommen oder sogar suizidgefährdet sind.

Bei Krieg ist es anders, ich finde das kann man nicht vergleichen! Es gibt Schlimmes (Z.B Krieg ) was von aussen auf uns wirkt oder ein allgemeines gesellschaftliches Thema wäre ,aber bei Trennung vom Partner können die Auswirkungen /Leiden sogar in manchen Fällen schlimmer aussehen.
Ich erwähne das ,weil man bei Verlassenen, die z.B. betrogen wurden und dann noch von Next ersetzt wurden immer auch das Gesamtpaket beachten sollte.
"Und nun hab Dich mal nicht so, sei froh das Du ihn los bist ,das Leben geht weiter " also ganz so einfach wie sich manche Next oder Affärenpartner in sich das vorstellen mögen ,ist es nicht!

09.05.2019 19:59 • #13


Frosch_geküsst

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Zitat von Vegetari:
Bei Krieg ist es anders, ich finde das kann man nicht vergleichen! Es gibt Schlimmes (Z.B Krieg ) was von aussen auf uns wirkt oder ein allgemeines gesellschaftliches Thema wäre

Zum Glück habe ich es auch nicht erleben müssen, aber zu behaupten, Menschen die Tage hungrig und verstört im Kreuzfeuer in Schützengräben gesessen und ihre Freunde haben elendig sterben sehen seien lediglich von "einem allgemeinen gesellschaftlichen Thema" betroffen, da gehört schon was zu. Hast du mal die Friedhöfe vom ersten Weltkrieg z.B. in Verdun gesehen? Ich habe dort mit meinen Eltern vor vielen Jahrem Ausschau gehalten nach dem Namen deines Urgroßvaters, von dem seine Frau nie wieder eine Nachricht erhielt (mit kleinem Kind). Oder: Meine Großmutter im 2. Weltkrieg mit 2 kleinen Kindern geflohen vor Bomben tagelang in Zügen unterwegs in eine fremde Stadt. ohne Arbeit, mein Großvater zuerst vermisst und dann bis nach dem Krieg in Gefangenschaft, tja, wenn das für dich keine menschliche Tragödie ist, dann kann ich mir nur vorstellen, dass dir vor lauter "Beziehungskreisel" einfach nur das Einfühlungsvermögen abhanden gekommen ist. MIR graut bei dieser Vorstellung sowas je erleben zu müssen und ich bin froh und dankbar in einer Zeit zu leben, in der sowas nicht vorkommt und Menschen "lediglich" vor Computern sitzen um sich diskutierend auszutauschen, satt und warm, viele mit Seelenschmerzen, aber selten dauerhaft existenzbedroht. In der heutigen Zeit können Menschen es sich m.E. leisten um sich selbst und ihre seelischen Bedürfnisse zu kreiseln, weil sämtliche Grundbedürfnisse (Nahrung, Wärme, Schlafstatt) in den meisten Fällen doch erfüllt sind.
Ist jetzt weit weg gedriftet vom eigentlichen Themen, aber ich bin echt fassungslos ob deiner lapidaren Worte. Würde ich an deiner Stelle nochmal richtig drüber nachdenken und solche Situationen auch seelisch auf mich wirken lassen!
Zitat von Vegetari:
Und nun hab Dich mal nicht so, sei froh das Du ihn los bist ,das Leben geht weiter " also ganz so einfach wie sich manche Next oder Affärenpartner in sich das vorstellen mögen ,ist es nicht!
Habe ich so weder geschrieben noch gemeint. Schmerz ist in solchen Fällen überall, auch bei den Affärenpartner, ob du es wahrhaben willst oder nicht!

Zitat von Vegetari:
Ich habe Dich weder aufgefordert, mich zu "übersetzen ",noch ist einiges was Du da über mich annimmst völliger Stuss.

Nein, du hast mich nicht aufgefordert, da dies aber ein Diskussionsforum ist darf ich durchaus schreiben wie ich deine Worte interpretiere. Und, dass du mir zustimmst, dass ich keinen Stuss schreibe, das freut mich.


Zitat von Vegetari:
Weil der Mensch Bindung zum Leben braucht ,zuerst ist es die Mutter ,später als Erwachsener ist es der/die Partnerin.

Wo hast du denn diese Weisheit her? Macht das jetzt automatisch Singles zu an der Seele kranken Wesen? Wenn dem so ist übrigens, dann sollte du anfangen Warmwechsler gut zu finden, denn das bewahrt sie vor seelischer Zerstörung durch das allein sein!
Ich denke schon, dass der Mensch Liebe in seinem Leben braucht, aber die Fixierung auf 2 Personen, erst Mutter, dann Partner, au au ganz gefährliche Kiste!
Den Rest lassen wir mal so stehen, ich lese nur allzu häufig, dass du dich schwer tust offen für etwas zu sein, was von deinem dir im Bezug auf Ehen und Affären gestricktes Bild abweicht. Wir würden da also sowieso nicht weiter kommen.

09.05.2019 21:21 • x 2 #14


Zauberkugel

@Frosch_geküsst
Ein schöner Beitrag insgesamt, nicht nur für Beziehungen. Wir sind tatsächlich eine Wohlstandsgesellschaft, natürlich gibt es immer soziologische Abweichungen, was als arm oder reich etc empfunden wird.
Auch sonst geht es mir wie dir und ich teile deine Ansicht.
In der Regel wird Widerspruch nicht geduldet und es wird für eine Löschung gesorgt. Schön, dass es mal auch als Diskussion verstanden wird.
Bis jetzt .

Frühe Bindung wird in der Tat anders verstanden und kann sich manchmal auf den Bindungsstil der Beziehungen auswirken.
Keinesfalls sollte ein Partner die Stelle eines Elternteils einnehmen. Das ist gefährlich und auch ungesund.
Darüber hinaus glaube ich auch nicht, dass die Qualität einer Beziehung zwangsläufig durch ihre Dauer bestimmt wird. Nähe und Bindung entstehen doch anders und sind eben auch in Affären möglich.

09.05.2019 21:41 • #15




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