@ -Träumerin-:
Dass die Gefühle bei ihm nicht ausreichen, kann auch nur ein Satz sein, der nicht auf die Goldwaage gelegt werden muss, weil er sich selbst der Komplexität seiner Gefühle nicht ganz bewusst ist.
Es gibt auch noch folgende Möglichkeit, die ich mehrfach beobachtet habe:
Ein junger Mann steigt beruflich oder innerhalb der Familie (z.B. als Vater oder Erbe eines Betriebs) über das Maß auf, das er sich selbst ehrlicherweise zugetraut hätte. Das kann schon auf einem Teamleiterposten geschehen oder auch erst als CEO unter einem sehr fordernden Aufsichtsrat oder nach Jahren des Juniorchefdaseins nach dem lang ersehnten Generationenwechsel und bei einem, den ich kenne, ist es passiert, als er vom Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit gegangen ist.
Die empfundene Verantwortung ist zwar erwünscht und wird auch geleistet, aber irgendwo muss der Druck auch ein Ventil finden. Und da bietet sich die 6ualität an. Insbesondere alles mit Kontrollverlust, Ausgeliefertsein und Zwängen, auch verbunden mit Tabus und Erniedrigung.
Gleichzeitig ist diese Neigung aber ein verstecktes Ventil für einen sehr öffentlichen Druck. Und deshalb können Männer, die aus diesem Grund die Neigung entwickelt haben, diese beiden Sphären auch nicht vermischen.
Das hier
Zitat von -Träumerin-: Ich habe z.B. gesagt, dass man BDSM Workshops besuchen könnte, um einfach mal zu schauen, was es da so gibt.
Letztendlich versuche ich aber seine Neigung (ob es jetzt einmalig aus Neugier ist und sich verflüchtet oder eben nicht) zu akzeptieren und mich mehr damit auseinanderzusetzen.
Das Problem der fehlenden, bzw. geringeren Gefühle belastet mich gerade auch tatsächlich deutlich mehr als die sexuellen Vorlieben seinerseits.
ist für jemanden, der die Neigung schon frühzeitig entwickelt hat, ein Traum. Während dieser Vorschlag für jemanden, der die 6ualität als Ausgleich zum Alltag nutzt, der absolute Albtraum.
Während der eine gerne seine natürliche 6ualität im Schutz des Alltags leben möchte, muss der andere den Alltag vom BDSM unbedingt trennen und im Schutz einer Parallelwelt leben, damit letzteres die ausgleichende Wirkung hat.
Und diese Mechanik, dass die 6ualität (auch) zum Ausgleich von Alltagsdruck dient, beißt sich eben mit romantischen oder erot*schen Gefühlen gegenüber der Alltagspartnerin. Da braucht es schon einen extrem reflektierten und sich seiner eigenen Antriebe bewussten Menschen, der auseinander klamüsern kann, dass er die feste Partnerin mit seinem Alltagsdruck und seinem Willen, auf Augenhöhe oder darüber aufzutreten, verbindet, während die Verantwortungsabgabe im 6uellen Bereich nur mit einer Frau möglich ist, die im Alltag nicht stattfindet, weil er sich ihr unterwerfen muss, damit die erwünschte Wirkung eintritt.
Je nachdem, ob Dein Noch-Freund also sich als Imposter seines eigenen Erfolgs empfindet, kann die Neigung aus unterschiedlichen Gründen entstanden sein und eine unterschiedliche Beziehung zu Dir ermöglichen oder ausschließen. Und das muss Deinem Freund noch nicht Mal bewusst sein.
Völliges Nebenthema: Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, als unverheiratetes Paar ein gemeinsames Haus kaufen zu wollen? Stand Heirat nie im Raum? Ich stelle mir das sehr riskant vor, mit jemandem, mit dem man keinen Zugewinnausgleich hat, einen Kredit aufzunehmen, den man im schlechtesten Fall alleine bedient, während der/die andere gleichberechtigt im Grundbuch steht.